Additive Fertigung 05. Apr. 2024 Von Stefan Asche Lesezeit: ca. 1 Minute

Anlagen zum Kaltgasspritzen für das Militär der Ukraine

Die niederländische Armee kauft zehn Geräte des australischen Herstellers Titomic. Neun davon werden für Reparaturen ins Kriegsgebiet geliefert.

Das Handstück des Kaltgasspritz-Systems ist etwa so groß wie eine Kartuschenpresse. Bei der Bedienung sollte ein Ohrenschutz getragen werden: Die Technik ist sehr geräuschintensiv.
Foto: Titomic

Die Bestellung der Niederländer umfasst zehn Einheiten des D523-Systems mit einem Gesamtverkaufswert von 772 000 €. Es ist der größte Einzelauftrag, den das australische Unternehmen je erhalten hat. Die Systeme sollen zur Reparatur von Kampfschäden sowie zur Wartung dienen.

Wie funktioniert das Kaltgasspritzen?

Beim Kaltgasspritzen kommt eine „Kaltgaspistole“ zum Einsatz. Ihr Funktionsprinzip: Im Inneren wird ein Prozessgas aufgeheizt und durch Expansion in einer Lavaldüse auf Überschallgeschwindigkeit beschleunigt. In diesen Gasstrom werden Metallpartikel eingebracht. Sobald sie auf eine Oberfläche treffen, verformen sie sich und bilden eine fest haftende Schicht – ohne zuvor aufgeschmolzen worden zu sein.

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Deutschlands größter Anbieter der Technologie ist die 2010 gegründete Impact Innovations GmbH aus Rattenkirchen. Im Podcast „Druckwelle“ erklären die Gründer Details zum Verfahren sowie zu dessen Einsatzmöglichkeiten:

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Eignung für militärische Einsätze bewiesen

Die Auslieferung der D523-Systeme soll in den kommenden Monaten beginnen. Titomic führt parallel Gespräche mit verschiedenen anderen Armeen und Marinen auf der ganzen Welt. Sie folgen auf mehrere erfolgreiche Demonstrationen in Australien, bei denen die Kaltgasspritzlösungen ihre Anwendbarkeit auf ein breites Spektrum von Militär- und Verteidigungseinsätzen bewiesen haben.

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Oberst C. Heukers von der Königlichen Niederländischen Armee kommentierte: „Unsere Entscheidung, in Titomic-Maschinen zu investieren, markiert einen endgültigen Wandel von der theoretischen Erforschung zur praktischen Umsetzung der additiven Fertigung im Militärbereich. Indem wir den ukrainischen Streitkräften diese innovativen Technologien zur Verfügung stellen, zeigen wir unser Vertrauen in ihre Fähigkeit, diese Instrumente schnell einzuführen und effektiv zu nutzen, um die militärischen Fähigkeiten zu verbessern.“

Das Kaltgasspritz-System D523 von Titomic ist mobil einsetzbar. Foto: Titomic
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