Elektromobilität 05. Mai 2021 Von Regine Bönsch

Förderung privater Wallboxen geht weiter

Privatpersonen, aber auch Wohnungsbaugesellschaften u. a. können sich private Wallboxen zum Laden von Elektroautos weiterhin mit 900 € subventionieren lassen.


Foto: Volkswagen

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer will die bis dato erfolgreiche Förderung privater Ladestationen für Elektroautos an Wohngebäuden noch einmal verlängern und um weitere 100 Mio. € aufstocken. „Damit schaffen wir einen großen Schritt für die private Ladeinfrastruktur“, heißt es aus Berlin. Mit einem Zuschuss von 900 € werden der Kauf und die Installationen der sogenannten Wallboxen unterstützt. Insgesamt stehe nun eine halbe Milliarde Euro an Bundesmitteln zur Verfügung.

„Wir wollen mehr Klimaschutz, mehr saubere E-Autos auf unseren Straßen und mehr Nutzung von Ökostrom. All das erreichen wir mit unserem höchst erfolgreichen Programm für private Lade-Wallboxen“, sagte Scheuer am Dienstag. Schon jetzt fördere das Ministerium rund 470 000 neue Ladepunkte. Die enorme Nachfrage nach dem 900-€-Zuschuss zeige, dass man mit dem Programm „goldrichtig“ liege.

Enorme Nachfrage nach 900-€-Programm

Die Förderungen dienen der Errichtung von Ladestationen für E-Mobile pur im nicht öffentlich zugänglichen Bereich von selbst genutzten oder vermieteten Wohngebäuden. Anträge können Privatpersonen, Wohnungseigentümergemeinschaften, Wohnungsunternehmen, Wohnungsgenossenschaften und Bauträger stellen. Bislang sind rund 385 000 Anträge eingegangen.

Gefördert werden der Erwerb und die Errichtung einer fabrikneuen, nicht öffentlich zugänglichen Ladestation inklusive des elektrischen Netzanschlusses sowie damit verbundener notwendiger Nebenarbeiten unter folgenden Voraussetzungen: Die Ladestation muss über eine Normalladeleistung von 11 kW verfügen, der Strom zu 100 % aus erneuerbaren Energien kommen und die Station – mit Blick auf die sogenannte Netzdienlichkeit intelligent und steuerbar sein.

Die Förderung erfolgt durch einen Investitionszuschuss, der nach Abschluss des Bauvorhabens überwiesen wird. Sie kann vor Baubeginn bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau, kurz KfW, über das Zuschussportal beantragt werden.

Allein 300 Wallboxen im Angebot

Der ADAC bestätigt die Einschätzung Scheuers. Die Bezuschussung hat zu einer enormen Nachfrage geführt: Die Liste der förderfähigen Wallboxen umfasst inzwischen mehr als 300 Produkte. Eine solche Angebotsvielfalt habe selbst Branchenexperten überrascht, erklärt der Automobilclub. Die Auswahl der Produkte für einen umfangreichen Test habe sich daher nicht einfach gestaltet. Zumal es wegen der hohen Nachfrage zu langen Lieferzeiten gekommen wäre.

Nach dem Systemvergleich 2018, dem Test von ungesteuerten Wallboxen 2019 und der Lastmanagementstudie im Jahr 2020 stand nun ein Test von KfW-förderfähigen Modellen an. Letztlich erfüllten sechs der aktuell lieferbaren Wallboxen die Auswahlkriterien und wurden ausführlichen Prüfungen hinsichtlich ihrer Sicherheit und ihrer Handhabung unterzogen. Ebenso flossen Kriterien wie die Bedienung der App in die Bewertung ein. Die Ergebnisse zeigen, worauf Elektroauto-Besitzer bei der Auswahl unbedingt achten sollten.

ADAC testet förderfähige Wallboxen

Die Kostad TX-1000, die Vestel EVC04-AC11SW-T2P, der Volkswagen ID. Charger Connect, die Hesotec Electrify E-Box wr30 rechts Base 11 kW, die Wallbox Pro Connect 11 kW von Stark-in-Strom.de und die EVBox Elvi wurden getestet. Mit der Gesamtnote 1,8 konnte sich die Kostad TX-1000, die inzwischen nur noch unter der Bezeichnung Terra AC-Wandladestation von ABB erhältlich ist, den Testsieg sichern. Mit über 1100 € ist sie aber eine der kostspieligeren Boxen im Vergleichsfeld (s. Tabelle am Ende des Textes).

Günstiger sind dagegen die Modelle von Vestel und der Volkswagen ID. Charger. Sie liegen mit der Gesamtnote 2,1 nur knapp hinter dem Sieger und kosten zwischen 800 € und rund 690 €. Ebenfalls gut schneidet die Hesotec-Box ab, während es für die modular aufgebaute Wallbox Pro Connect nur zu einem Befriedigend und für die EVBox Elvi sogar nur zu einem Mangelhaft reicht.

Das schlechte Urteil für Letztere liegt an einem Softwarefehler, der die Sicherheitsabschaltung der Box verhindert. Allerdings sei ein entsprechendes Firmware-Update in Vorbereitung. Wenn das installiert sei, könne auch diese Wallbox vorne mitspielen.

Quelle: ADAC

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