Baustoffe 17. Jun 2022 Von Sabine Philipp

Recycling: Wiederverwendetes Material macht die Baustelle flott

Auf den Baustellen werden die Materialien knapp. Eine mögliche Anlaufstelle könnten internetbasierte Resteverwerter sein.

Vorsortierte Materialien bei einem Rückbau: Aus energetischer Sicht lohnt sich das Recycling von Baustoffen mal mehr und mal weniger. Aber auch Materialrecycling oder die direkte Wiederverwendung von Materialien und Bauteilen ist möglich. Hierbei helfen spezialisierte Internetplattformen.
Foto: H. Hensel/IÖR-Media

Es ist absurd. Auf der einen Seite herrscht auf vielen deutschen Baustellen Materialmangel. Gleichzeitig werden jeden Tag teilweise neue Bauprodukte wie Abhangdecken, Systemtrennwände oder Ziegel entsorgt. „Bei einem Komplettabriss ist die Situation oft noch schwieriger“, bedauert Annabelle von Reutern. Sie ist Head of Business Development bei der Plattform Concular.de. „Sehr häufig werden Materialien weggeworfen, die bei einem geordneten Rückbau ohne Qualitätsverlust wiederverwendbar sind“, so die Architektin.

Preissprünge und Lieferengpässe geißeln die Baubranche

Das Traurige dabei: Für die Unternehmen ist es oft wirtschaftlicher, selbst neue Bauprodukte wegzuwerfen, als sie wieder in den Kreislauf zu bringen. Um das zu ändern, habe man 2012 die Plattform Restado.de ins Leben gerufen. Dabei handelt es sich um einen Onlinemarktplatz für ebensolche Materialien. Auch historische Baustoffe könnten dort gehandelt werden.

Recycling und Wiederverwendung von Baustoffen brauchen penible Datenerfassung

Die Plattform Concular.de ist die Weiterentwicklung von Restado.de. Im Fokus stehen hier Gebäude, die ganz oder teilweise rückgebaut werden sollen. Vor dem (Teil-)Abriss erfassen Fachleute den Bestand und erstellen Materialpässe. Darin ist festgehalten, welches Material in welcher Qualität verbaut ist. Diese Informationen werden in einer Datenbank gespeichert.

Fertigteile aus Recyclingbeton

„Architekturbüros, Handwerksbetriebe, Herstellende usw. können ihren Bedarf hochladen und mit dem Angebot abgleichen“, so von Reutern. Bei einem Match würden sie den Transport zur neuen Baustelle organisieren. „In Deutschland wurden bereits 20 solcher Projekte realisiert.“ Eines dieser Vorhaben war der Rückbau des Edeka-Einkaufszentrums in Germering, wo von Reutern zufolge 60 % der erfassten Bauteile wiedereingebracht wurden.

Gesetze erschweren Wiederverwendung von Baumaterialien

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