Chipentwicklung 08. Mrz 2022 Von Werner Schulz Lesezeit: ca. 4 Minuten

Fusionen in der Chipindustrie: Gar nicht mehr so einfach

Über Fusionen oder über den Ankauf passender Unternehmen wollen die globalen Chiphersteller zusätzliche Ressourcen bei der Weiterentwicklung von Prozessoren gewinnen. Bisher war das immer ein guter Weg, aber es wird zunehmend schwieriger, ihn erfolgreich einzuschlagen.

Wettlauf: Die Frage, wer die besseren Prozessoren für PCs, Datensysteme und Industriesteuerungen bietet, treibt aktuell die internationalen Chiphersteller.
Foto: PantherMedia/HayDmitriy

Wenn man es in sportlichen Termini formulieren will, dann war das, was sich die ewigen Rivalen AMD und Intel Mitte Februar Woche geliefert haben, mal wieder ein richtiger, wenn auch symbolischer Schlagabtausch innerhalb der Hightechökonomie mit ihrem permanent hohen Expansionsdruck. Hier eine Marktbewertung der Börsianer, da eine Übernahme – für Unterhaltung war gesorgt. Die Momentaufnahme: Zum Börsenschluss am 15. Februar 2022 war AMD an der Nasdaq 197,63 Mrd. $ wert, Intel lag knapp zurück mit 197,25 Mrd. $. Was eigentlich dahintersteckte, war die Übernahme des Halbleiterspezialisten Xilinx durch AMD.

Abwärtsspirale bei den Strukturen auf Chips

Dabei ging es nicht um die absolute Führungsposition in der weltweiten Chipindustrie. Dazu ist Intel mit seinem Jahresumsatz von mehr als 64 Mrd. $ um das Vierfache mächtiger als AMD. Sondern darum, wer derzeit die besseren Prozessoren für PCs, Datensysteme und Industriesteuerungen bietet. Tag für Tag befasst sich eine bunt gescheckte Riege von mehr oder weniger professionellen Experten in den sozialen Medien mit dieser Frage. Resümee: unentschieden.

AMD vs. Intel – der Dauerclinch der globalen Chipbranche

Seit 50 Jahren, praktisch seit der Gründung beider Firmen, geht das so: Im kalifornischen Santa Clara, Keimzelle des Silicon Valley, sollten beide eigentlich gute Nachbarn sein. Doch in den 1980er-Jahren, als AMDs Zweitlieferantenstatus für Intels legendäre Prozessorbaureihe x86 zur Debatte stand, eskalierte das sogar zu einem hitzigen Wortgefecht zwischen Andrew Grove (Intel) und Jerry Sanders (AMD) bei der Verhandlung vor einem Bundesgericht im Silicon Valley. Für die damalige Fachpresse ein gefundenes Fressen. Zu dieser Zeit waren die Gründer und Leiter der Chipschmieden noch emotional engagiert.

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