BDEW-Kongress 03. Jun 2022 Von Hans-Christoph Neidlein

Energiebranche baut auf Habeck

Ein Heimspiel hatte Robert Habeck beim BDEW-Kongress 2022 in Berlin. In wesentlichen Punkten sind sich der Bundeswirtschaftsminister und die Branche einig.

Viel Zuspruch für seine Standpunkte bekam der Bundesminister für Wirtschaft und Energie Robert Habeck Anfang Juni auf dem BDEW-Jahreskongress.
Foto: Thomas Ecke / BDEW

Beinahe Popstar-Feeling kam beim Auftritt von Robert Habeck beim Jahreskongress des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) in Berlin am Mittwochabend dieser Woche in Berlin auf. Immer wieder wurde seine Rede von Beifall unterbrochen. „Es ist ein Segen, dass wir dieses Bundeswirtschaftsministerium haben“, lobte die wiedergewählte BDEW-Präsidentin Marie-Luise Wolff sichtlich gerührt in dem voll besetzten Auditorium der Berliner Station. „Wir haben einen super Impuls von der Politik“, legte RWE-Chef Markus Krebber nach.

Habeck holte bei seiner Rede zuvor weit aus und erläuterte seinen Politikkurs im Bereich Energie und Klima und Wirtschaftsstandort Deutschland: Ambition gemischt mit viel Pragmatismus. Er hob darauf ab, dass „scheinbare Widersprüche“ keine seien und dass das „Vorsorgeparadoxon“ angesichts des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine nun aufgehoben werden müsse. Doch klar sei auch, dass „nichts von dem, was wir jetzt entscheiden, künftig auch so kommen werde“, unterstrich Habeck im Hinblick auf den raschen gesellschaftlichen, politischen und technischen Wandel.

Strom, Gas, Wasserstoff: Investitionen mit Blick auf die Zukunft planen

Es gelte beides zu tun: sich möglichst rasch von russischen Energieimporten unabhängig zu machen und die Diversifizierung der Gasimporte voranzutreiben. Hierzu dienten seine weltweiten Einkaufstouren für Flüssiggasimporte (LNG: Liquefied Natural Gas) sowie der Aufbau einer LNG-Infrastruktur in Deutschland. Gleichzeitig müsse jedoch „Stranded Investments“ – also Investitionen, die aufgrund des verstärkten Wettbewerbs oder sich ändernden Marktsituationen unwirtschaftlich werden – vorgebeugt werden. Und auch der Ausbau der Erneuerbaren und der Klimaschutz sollen vorangetrieben werden. Deshalb gelte für ihn der Grundsatz, die LNG-Infrastruktur in Deutschland nur behutsam auszubauen und von Anfang an „H2-ready“ zu planen sowie einen eventuellen Rückbau gleich mit im Auge zu behalten.

Voraussetzungen für Wasserstoff als Hoffnungsträger

Wobei klar sei, dass ein möglicher, politisch getriebener Rückbau nicht nur von den Unternehmen getragen werden könne, sondern mit in der staatlichen Verantwortung liege. Zudem gelte es, die Brücke Erdgas möglichst kurz zu halten. Der Peak beim Erdgas müsse spätestens im Jahr 2030 erreicht sein, um die Klimaziele zu erreichen, so Habeck.

Windkraft und Artenschutz sind vereinbar

Energiewende: So kommen Vogelschutz und Windkraft zusammen

VDI nachrichten Plus abonnieren

Erhalten Sie Zugang zu allen exklusiven VDI nachrichten-Beiträgen mit VDI nachrichten Plus!

  • Mit wöchentlichem News-Alert
  • Das Abo ist monatlich kündbar
  • Monat kostenlos testen
7,99 € monatlich 92 € jährlich

Oder Sie werden VDI-Mitglied und lesen im Rahmen der Mitgliedschaft Vn+

Jetzt Mitglied werden
Ein Beitrag von:

Stellenangebote

EnBW Energie Baden-Württemberg AG

Ingenieur im Teilprojekt "Innerparkverkabelung (IAG)" für Offshore Windparks (w/m/d)

Hamburg
EnBW Energie Baden-Württemberg AG

Ingenieur der Elektrotechnik für Offshore-Wind (w/m/d)

Hamburg
Hochschule Biberach Biberach University of Applied Sciences

W 2-Professur Projektsteuerung und Projektmanagement Bau

Biberach
FH Aachen

Professur "Mechatronik mit Schwerpunkt Systems Engineering"

Aachen
Landtag Nordrhein-Westfalen

Stellvertretende Referatsleitung in Verbindung mit der Leitung des Sachbereichs "Technische Gebäudeausrüstung (TGA)" (m/w/d)

Düsseldorf
Technische Hochschule Deggendorf

Professur (d/m/w) für das Lehrgebiet "Digitales Baumanagement"

Pfarrkirchen
Hochschule Kempten

Professur (m/w/d) Geoinformatik

Kempten
Technische Universität Darmstadt

Gastprofessuren für Talente aus der Industrie

Darmstadt
Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes

W2-Professur für Mechatronische Konstruktionen

Saarbrücken
Hochschule für angewandte Wissenschaften München

Professur für Technische Informatik - Schwerpunkt Hardware (W2)

München
Zur Jobbörse

Das könnte Sie auch interessieren

Empfehlungen des Verlags

Top 5 aus der Kategorie Energie