Geothermie 09. Jun 2022 Von Stephan W. Eder

Energiewende: Großes Potenzial für Erdwärmepumpen

Autoren der Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geothermie (IEG) zeigen in einer neuen Roadmap, wie sich Erdwärmepumpen am besten für die Energiewende in Deutschland nutzen ließen. Die Chancen sind ihr zufolge riesig.

Schulung für Wärmepumen bei Viessmann: Der Mangel an Fachkräften ist eines der Haupthemmnisse, die eine neue Roadmap ausgemacht hat, um zum Beispiel eine bessere Marktdurchdringungen von Erdwärmepumpen zu erreichen.
Foto: Viessmann-Werke

„Erdwärmepumpen sind heute bei vielen Herstellern am Markt verfügbar. Die Systeme arbeiten äußerst effizient, decken ein breites Leistungsspektrum ab und bieten erprobte Lösungen für die klimafreundliche Bereitstellung von Wärme und Kälte“, erklärt Rolf Bracke, Leiter der Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geothermie (IEG) mit Hauptsitz in Bochum.

Checkliste für Wärmepumpen

Doch beim Blick auf ihren Einsatz, vor allem als Alternative im deutschen Wärmemarkt zu den marktbeherrschenden fossilen Brennstoffen, verzeichnet das IEG rund 400 000 landesweit installierte Einheiten, rund 20 000 werden jährlich neu errichtet. Der neuen „Roadmap Oberflächennahe Geothermie – Potenziale, Hemmnisse und Handlungsempfehlungen“ zufolge braucht es aber rund 4 Mio. Erdwärmepumpen bis 2045, um ihr Potenzial für die deutsche Energiewende optimal nutzen zu können.

Erdwärmepumpen könnten drei Viertel des Wärmebedarfs für Raumwärme und Warmwasser decken

Woran hakts? „Die Hemmnisse für den Markterfolg liegen also weniger im technischen Bereich als bei Förderrichtlinien, Genehmigungsverfahren, mangelnder Investitionsbereitschaft und beim Fachkräftemangel“, erklärt Bracke. Dabei, so haben die IEG-Autoren abgeschätzt, ließen sich 600 TWh der aktuell 800 TWh des jährlichen Nutzwärmebedarfs für Raumwärme und Warmwasser mit Erdwärmepumpen abdecken.

Geothermie, Energiewende aus der Tiefe

Wenn aber bisher die Rede von Wärmepumpen ist, zum Beispiel beim Neubau, sind oft damit die Luft-Luft-Wärmepumpen gemeint. Erdwärmepumpen aber holen die Wärme über eine oder mehrere Bohrungen mit einer konstanten Temperatur von 5 °C bis 20 °C aus Tiefen bis zu 400 m. „Die Vorteile der oberflächennahen Geothermie liegen auf der Hand. Sie ist heimisch und grundlastfähig, verbraucht wenig Fläche und verursacht keine Emissionen. Die dringend überfällige Umgestaltung des Wärmemarkts kann durch gezielte Anpassung der Rahmenbedingungen und Förderkulissen mittelfristig erreicht werden“, heißt es im Vorwort zur Roadmap, die die Autoren im Auftrag des Bundesverbands Geothermie (BVG), des Bundesverbands Wärmepumpe (BWP) und der Erdwärme Gemeinschaft Bayern erstellt haben.

Sechs Punkte, wie Erdwärmepumpen besser zur Energiewende beitragen können

Laut IEG stellt die neue Roadmap „den Sachstand zum Thema Erdwärmepumpen in Deutschland zusammen“. Daraus wiederum haben die Autoren sechs Handlungsempfehlungen entwickelt:

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