Helmholtz-Zentrum 03. Mai 2024 Von Dominik Hochwarth Lesezeit: ca. 2 Minuten

So soll Deutschland Leader bei Wasserstofftechnologie werden

Das Forschungszentrum für Nachhaltigkeit – Helmholtz-Zentrum Potsdam hat sich Gedanken darüber gemacht, wie sich Deutschland eine Führungsrolle bei Wasserstofftechnologien sichern kann.

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Deutschland möchte eine führende Rolle bei grünem Wasserstoff einnehmen.
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Deutschland möchte sich eine weltweite Führungsrolle in der Wasserstofftechnologie sichern. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf „grünem“ Wasserstoff, der mithilfe erneuerbarer Energien erzeugt wird. Um dieses Ziel zu erreichen, plant Deutschland Kooperationen mit Partnern in entfernten Regionen. Diese Strategie mag das Tempo verlangsamen, ist aber langfristig der einzig gangbare Weg, um die Klimaziele zu erreichen, heißt es in einem Artikel der Fachzeitschrift „Energy Strategy Reviews“. Gleichzeitig bedeutet dies, dass der Erfolg der deutschen Wasserstoffstrategie stark vom Aufbau von Produktionskapazitäten in internationalen Partnerländern abhängt.

Grüner Wasserstoffimport notwendig

Deutschlands Potenzial für erneuerbare Energien reicht nicht aus, um den Bedarf an grünem Wasserstoff zu decken. Daher setzt die Nationale Wasserstoffstrategie, die seit 2020 in Kraft ist, auf den Import von Wasserstoff. Internationale Partnerschaften spielen dabei eine zentrale Rolle. „Ziel ist es, einen globalen Wasserstoffmarkt zu gestalten, statt nur eine nationale Wasserstoffwirtschaft mit regionalen Lieferbeziehungen aufzubauen“, erklärt Erstautor Rainer Quitzow vom Forschungsinstitut für Nachhaltigkeit am Helmholtz-Zentrum Potsdam.

Länder wie Japan und Südkorea verfolgen hingegen eine andere Strategie. Sie konzentrieren sich auf bilaterale Beziehungen in ihren Regionen und sind offen für alle Herstellungsarten von Wasserstoff. Dies könnte ihnen laut der Studie einen schnelleren Vorsprung bei der Anwendung von Wasserstofftechnologien ermöglichen. Allerdings kann es so zu einer Verlagerung der CO2-Emissionen in die Produktionsländer kommen, wenn der Wasserstoff etwa mit Erdgas oder Kohle hergestellt wird.

Deutschland fördert nachhaltige Lieferketten

Deutschlands Engagement geht über bilaterale Lieferbeziehungen hinaus. Das Land spielt eine wichtige Rolle bei der Entwicklung internationaler Wasserstoffversorgungsketten. Das Förderinstrument „H2 Global“ der Bundesregierung unterstützt die Erprobung von Logistikketten für grünen Wasserstoff von der Produktion bis zur Lieferung an nordwesteuropäische Häfen. „Anders als etwa Japan setzt die Bundesregierung dabei auf Wettbewerb“, so Ko-Autorin Adela Marian vom Forschungsinstitut für Nachhaltigkeit – Helmholtz-Zentrum Potsdam.

Deutschland nimmt auch eine Führungsrolle beim Kapazitäts- und Kompetenzaufbau in Entwicklungs- und Schwellenländern ein. Dazu gehören Aktivitäten im Rahmen der energiebezogenen Entwicklungszusammenarbeit, etwa in Namibia, Indien, Marokko, Brasilien und Südafrika. In Westafrika wird zudem ein Masterstudiengang zu grünen Wasserstofftechnologien gefördert.

Zusammenarbeit mit Vorreitern stärken

Die Forschenden kritisieren, dass Deutschland Nachhaltigkeitsthemen bei der Zusammenarbeit mit anderen führenden Ländern und in internationalen Gremien weniger stark in den Vordergrund stellt als bei der Zusammenarbeit mit Entwicklungs- und Schwellenländern. „Die Zusammenarbeit mit anderen Vorreiterländern ist bei der Entwicklung von Nachhaltigkeitsstandards äußerst wichtig, letztlich auch im eigenen Interesse, um die deutschen Prioritäten auf den internationalen Märkten zu stützen“, so Ko-Autorin Almudena Nunez vom Forschungsinstitut für Nachhaltigkeit – Helmholtz-Zentrum Potsdam. Allerdings habe die Regierung dieses Defizit erkannt und ihre Strategie überarbeitet.

Dies gilt besonders für „blauen Wasserstoff“, der mit fossilen Brennstoffen und CO2-Abscheidung und -Speicherung (CCS) hergestellt wird. Deutschland arbeitet hier eng mit Norwegen zusammen. „Blauer Wasserstoff kann in der Übergangsphase sinnvoll sein, aber nur mit strengem Management der Methanemissionen“, so die Studie. Notwendig seien zudem ambitionierte internationale Standards und hohe Transparenz.

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