Erneuerbare Energien 26. Sep 2022 Von Angela Schmid

Wasserstoff und Windkraft – eine ideale Kombination?

Wissenschaft und Industrie suchen nach dem Königsweg zur Erzeugung von „grünem Wasserstoff“ aus Windenergie. Allerdings zeigen die zahlreichen aktuellen Projekte sehr deutlich: Sie kosten viel Zeit und viel Geld.

Komplex: Strom aus Windenergieanlagen für die Wasserstoffproduktion zu nutzen, ist alles andere als trivial.
Foto: mauritius images / Tridsanu Thophet / Alamy

Tief verborgen in einem Wald – fernab jeglicher Wohnbebauung – werden die leistungsstärksten Motoren der Welt mit Wasserstoff betrieben. Es ist kein Geheimprojekt, es ist kein Reallabor, es ist der Ort, an dem das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) die Triebwerke der europäischen Trägerrakete Ariane testet, die mit 22 Mio. kW ins All startet. Im Tank: kryogener, also tiefgekühlter Wasserstoff in flüssiger Form.

Grüner Wasserstoff direkt vom Meer

In der Nähe des kleinen Orts Lampoldshausen im Norden Baden-Württembergs mit nicht mal 1000 Einwohnern geschieht genau das, wovon auf politischer Ebene zurzeit nur geträumt wird: Wasserstoff wird aus grünem Strom, den ein nahe gelegener Windpark erzeugt, gewonnen und direkt genutzt. Zur Realisierung des Projekts haben sich zwei Partner zusammengefunden, die auf den ersten Blick kaum unterschiedlicher sein könnten und doch identische Interessen haben: das DLR-Institut für Raumfahrtantriebe und der Energieversorger Zeag, der die Idee zur Wind-Wasserstoff-Koppelung hatte.

Wasserstoff für die Ariane-Rakete kommt direkt vom Windrad – das DLR erprobt das derzeit

Die Ariane wird so bald noch nicht mit „grünem“ Wasserstoff ins All starten. Vorerst wird das flüssige Gas für Raketenprüfstände genutzt, oder in zwei Blockheizkraftwerken – wovon eines 60 % Wasserstoff verbrennen kann – und künftig in einem vom DLR geplanten Testfeld für kryogenen Wasserstoff. Dort soll abseits der Raumfahrt auch Erfahrung mit Brennstoffzellen oder Komponenten gesammelt werden.

Linienbus mit grünem Wasserstoff unterwegs

Nach jahrelangen Vorbereitungen, Planungen und Tests ist die Anlage erst seit diesem Jahr im Regelbetrieb. Die ersten Erfahrungen sind vielversprechend. „Die hohe Reinheitsanforderung des Wasserstoffs kann trotz Abfüllung in einem Trailer mit geeigneten Prozeduren gut eingehalten werden“, erklärt Daniela Lindner, Abteilungsleiterin am DLR-Institut für Raumfahrtantriebe. Für den Betrieb des zweiten Elektrolyseurs, der die Erzeugungskapazitäten von 100 t auf insgesamt 280 t jährlich erhöhen soll, fehlt nur noch die Genehmigung. Doch dies sei ein langer Prozess, bedauert die Ingenieurin.

Das enorme Potenzial an Windkraft in Norddeutschland könnte einer Raffinerie bei der Umstellung auf grünes Gas helfen

An Ideen zur Umstellung des Energiesystems mangelt es in Deutschland nicht. Doch die zahlreichen Projekte zeigen eines sehr deutlich: Sie kosten viel Zeit und viel Geld.

VDI nachrichten Plus abonnieren

Erhalten Sie Zugang zu allen exklusiven VDI nachrichten-Beiträgen mit VDI nachrichten Plus!

  • Mit wöchentlichem News-Alert
  • Das Abo ist monatlich kündbar
  • Monat kostenlos testen
7,99 € monatlich 92 € jährlich

Oder Sie werden VDI-Mitglied und lesen im Rahmen der Mitgliedschaft Vn+

Jetzt Mitglied werden
Ein Beitrag von:

Stellenangebote

EnBW Energie Baden-Württemberg AG

Ingenieur im Teilprojekt "Innerparkverkabelung (IAG)" für Offshore Windparks (w/m/d)

Hamburg
EnBW Energie Baden-Württemberg AG

Ingenieur der Elektrotechnik für Offshore-Wind (w/m/d)

Hamburg
Hochschule Biberach Biberach University of Applied Sciences

W 2-Professur Projektsteuerung und Projektmanagement Bau

Biberach
FH Aachen

Professur "Mechatronik mit Schwerpunkt Systems Engineering"

Aachen
Landtag Nordrhein-Westfalen

Stellvertretende Referatsleitung in Verbindung mit der Leitung des Sachbereichs "Technische Gebäudeausrüstung (TGA)" (m/w/d)

Düsseldorf
Technische Hochschule Deggendorf

Professur (d/m/w) für das Lehrgebiet "Digitales Baumanagement"

Pfarrkirchen
Hochschule Kempten

Professur (m/w/d) Geoinformatik

Kempten
Technische Universität Darmstadt

Gastprofessuren für Talente aus der Industrie

Darmstadt
Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes

W2-Professur für Mechatronische Konstruktionen

Saarbrücken
Hochschule für angewandte Wissenschaften München

Professur für Technische Informatik - Schwerpunkt Hardware (W2)

München
Zur Jobbörse

Das könnte Sie auch interessieren

Empfehlungen des Verlags

Top 5 aus der Kategorie Energie