Arbeit 10. Aug 2023 Von Wolfgang Schmitz Lesezeit: ca. 18 Minuten

Digitaler Stress kann die Gesundheit ernsthaft gefährden

Die Digitalisierung hat die Arbeitsintensität erhöht und setzt Beschäftigte, denen die Unterstützung von Mitarbeitenden und IT fehlt, unter erheblichen Druck, so eine aktuelle Studie.

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Ein Problem? Und keine Hilfe weit und breit? Das stresst und kann auf Dauer krank machen.
Foto: panthermedia.net/Martin Novak

Digitale Technologien und Medien sind tief in unseren Alltag integriert. Sie halten uns in Verbindung, sind die Voraussetzung für Arbeitsprozesse, ermöglichen schnelle Abstimmungen, Inspiration, Unterhaltung, Lernen, Unterstützung und vieles mehr. Gleichzeitig entsteht dadurch digitaler Stress, den wir nicht immer gut handhaben können und der zu negativen gesundheitlichen Folgen führen kann.

So erkennen Führungskräfte rechtzeitig ihre Überforderung

Vier Jahre lang hat der Bayerische Forschungsverbund ForDigitHealth zum gesunden Umgang mit digitalen Technologien und Medien geforscht und herausgefunden: Es kommt auf die Einstellung zum Stress an. Wenn er durch ein Individuum als Herausforderung statt als Belastung eingestuft werde, kann sich der Stress auch positiv auf eine bessere Leistung und das Wohlbefinden auswirken. Hierfür müssen aber die Bedingungen stimmen: eine ausgebildete Medienkompetenz oder die Unterstützung durch Kolleginnen und Kollegen bzw. eines IT-Helpdesks, das Hilfesuchende zur Problemlösung befähigt und nicht nur das Problem selbst löst.

Digitalisierung: Wenn der Mensch über einen langen Zeitraum Stress ausgesetzt ist, streikt der Körper

In einer solchen Situation werde der Körper kurzfristig in Alarmbereitschaft versetzt, um die Situation bewältigen zu können. Langfristig könne dieser Stress aber auch mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Depression in Verbindung gebracht werden. Grund dafür sind lang anhaltende Entzündungsprozesse, die der Körper im Rahmen der Stressreaktion durchläuft, wenn der Mensch über einen langen Zeitraum Stress ausgesetzt ist. Manfred Schoch und Nicolas Rohleder von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg: „Wiederholte Stresssituationen über den Arbeitstag hinweg können langfristig chronischen Stress auslösen, der krank macht. Insbesondere die Menge der digitalen Arbeit ist Treiber von chronischem digitalem Stress am Arbeitsplatz.“

ForDigitHealth hat auch erforscht, wie digitale Technologien mithilfe nutzerzentrierter Designprozesse gestaltet werden müssen, um digitalen Stress zu verringern. Die Informatik ging neue Wege und entwickelte etwa Technologie für die Arbeit im Gehen, da sich Bewegung zum Stressabbau sehr gut eigne. Auch wurde bearbeitet, wie man mithilfe von Apps digitalen Stress besser bewältigen kann. Dazu wurden erste Prototypen vorgestellt.

Der Bayerische Forschungsverbund hat mögliche Lösungsansätze im Umgang mit digitalem Stress aufbereitet. In „Digitaler Stress: Der Wegweiser“ sind Informationen und Hinweise zu Ursachen, Folgen und Wirkweisen für die Öffentlichkeit auf der Webseite des Verbunds festgehalten.

Strategien, damit der „Hirnstuss“ nicht überhandnimmt

In ForDigitHealth arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der fünf bayerischen Universitäten in Augsburg, Bamberg, Erlangen-Nürnberg, München und Würzburg zusammen.

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