James Dyson Award 11. Nov 2021 Von Regine Bönsch

Verhütung für Männer und Bienenstöcke im Finale

Noch wenige Tage, dann wird der internationale James Dyson Award verliehen. Am 17. November werden wir erfahren, ob eines der zwei deutschen Projekte, die es in die Top-20-Liste aus über 2000 Projekten und 28 Ländern geschafft haben, zu den Gewinnern gehört.

Philip Potthast und Fabian Wischmann aus Berlin haben in Deutschland den zweiten Platz beim James Dyson Award belegt. Mit ihrem Projekt Hiive entwickelten sie ein neues Konzept für Bienenstöcke.
Foto: Dyson

Rebecca Weiss, Industrial-Design-Absolventin der TU München, die mit Coso, einem Konzept zur ultraschallbasierten Verhütung für Männer, den James Dyson Award 2021 in Deutschland gewonnen hat, zieht in das internationale Finale des James Dyson Award 2021 ein. Außerdem sind die beiden Studenten Philip Potthast und Fabian Wischmann der HTW Berlin mit von der Partie. Sie haben mit ihrem Bienenstockprojekt Hiive hierzulande den zweiten Platz gewonnen und wurden von der internationalen Jury zu Finalisten gekürt.

Damit gehören diese deutschen Nachwuchsdesigner zu den 20 besten Erfindungen aus über 2000 Einreichungen aus 28 Ländern für den James Dyson Award. Die Jury besteht aus 15 Dyson-Ingenieuren und hat eine Top-20-Shortlist erstellt. Dem Sieger oder der Siegerin winkt ein Preisgeld in Höhe von 33 000 €. Darüber hinaus erhält die Hochschule, an der das Gewinnerprojekt entstanden ist, 5500 €. Außerdem wird ein Gewinnerprojekt im Bereich Nachhaltigkeit gekürt, für das ebenfalls ein Preisgeld in Höhe von 33 000 € ausgeschrieben ist. Sir James Dyson höchstpersönlich wird die Gewinner auswählen. Wir dürfen also gespannt sein und bis zum 17. November – dann werden die internationalen Gewinnerprojekte bekannt gegeben – kräftig die Daumen drücken.

Mit Ultraschall zur Verhütung für den Mann

Rebecca Weiß hat mit ihrem Verhütungsprojekt Coso für Männer den ersten Platz beim deutschen James Dyson Award belegt.
Foto: Dyson

Die Gewinnerin des James Dyson Award in Deutschland, Rebecca Weiss, hat mit Coso, einem Konzept für ein ultraschallbasiertes, reversibles und hormonfreies Verhütungsmittel für den Mann, eine Möglichkeit geschaffen, die es auch Männern ermöglicht, Verantwortung in Sachen Verhütung zu übernehmen. Die Methode besteht darin, mittels ultraschallerzeugter Tiefenwärme im Hodengewebe die Spermienmobilität zu modifizieren und deren Neubildung damit temporär zu unterbinden. Dadurch kann die weibliche Eizelle nicht befruchtet werden.

Bislang handelt es sich noch um ein hypothetisches Konzept, das jedoch bereits erfolgreich im Tierversuch getestet wurde. Für die Anwendung beim Menschen sind weitere Studien erforderlich. Für Rebecca Weiss hat sich der Gewinn des James Dyson Award 2021 auf nationaler Ebene bereits in mehrfacher Weise ausgezahlt. Sie hat ein Preisgeld von 2200 € gewonnen und zudem viel Aufmerksamkeit für ihr Projekt erhalten. Dadurch hätten sich bereits viele Türen geöffnet und sich potenzielle Investoren gemeldet, heißt es bei dem britischen Hausgerätehersteller.

Weniger Energieaufwand für Bienen

Das von Philip Potthast und Fabian Wischmann an der HTW Berlin entwickelten Projekt Hiive ist ein Bienenstock in einer gänzlich neuen Ästhetik. Die beiden Designstudenten stellten fest, dass die vor mehr als 150 Jahren entwickelten herkömmlichen Bienenkästen nicht optimal sind. Honigbienen müssen viel Energie aufwenden, um die gewünschte Temperatur im Laufe der Jahreszeiten zu halten. Hiive hingegen sei mit einem auf Mensch und Tier ausgerichteten Ansatz entwickelt worden, gewährleiste ein sicheres Überleben der Bienen und sei für Imker einfach in der Handhabung, heißt es.

Lösungen für echte Probleme im Alltag

Die von den Dyson-Ingenieuren für die Top-20-Shortlist ausgewählten Projekte bieten Lösungen für echte Probleme – etwa ein Scanner zur Bestimmung von Kunststoffen, ein Hilfsmittel zum Zeichnen oder eben eine neue Verhütungsmethode für Männer. Viele dieser Projekte wurden vor dem Hintergrund einer globalen Pandemie entwickelt, in der nur eine virtuelle Zusammenarbeit mit Teamkolleginnen und -kollegen möglich war und die Labors häufig nicht genutzt werden konnten. John McGarva, Global Head of Design Engineering bei Dyson und Jury-Mitglied für die Auswahl der Top-20-Shortlist: „Ich bin der Auffassung, dass der James Dyson Award ein äußerst wirksames Mittel ist, um junge Designer und Ingenieure zu ermutigen, sich auf ihre Ideen zu konzentrieren und die Entwürfe schnell zu verwirklichen.“ Und er ist überzeugt: Der Award biete einen fruchtbaren Nährboden für Innovationen und helfe den jungen Designern und Designerinnen die notwendige Unterstützung zu finden.

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