Baulogistik 28. Jun 2022 Von Fabian Kurmann

Bauwirtschaft sieht kaum Bedarf für Blockchain

Blockchains sind eine erklärungsbedürftige Technologie, weshalb der bestehende Nutzen in einem digitalen Bauprozess für Unternehmen auch 2022 noch nicht so einfach ersichtlich ist. In der Bauwirtschaft ist aktuell nur jeder fünfte Hersteller offen dafür.

Das digitale Verzeichnis Blockchain ist durch Krpytowährungen wie den Bitcoin bekannt geworden. Eines seiner großen Vorteile ist, dass eine Veränderung in einem der früheren Einträge – auch Blocks genannt – die aufwendige Neuberechnung der gesamten nachfolgenden Block-Kette erforderlich machen würde. Manipulationen können so recht zuverlässig verhindert werden.
Foto: panthermedia.net/perig76

Blockchains sind digitale Verzeichnisse, bei denen jede Veränderung – auch Block genannt – einen berechneten Verweis enthält, der auf allen vorherigen Veränderungen basiert. Damit sind sie sehr robust gegen Manipulation, denn werden frühere Verzeichniseinträge verändert, stimmt die Rechnung des Verweises nicht mehr. Hinzu kommt, dass sich Transaktionen und Informationen nachvollziehbar für die Teilnehmenden am Prozess dokumentieren lassen. Bekanntheit hat die Technologie durch Kryptowährungen wie Bitcoin erlangt.

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Anders als bei klassischen Datenbanken gibt es nicht nur einen einzigen zentralen registerführenden Akteur, sondern alle Teilnehmenden können ein Blockchain-Register gemeinsam verwalten. Vertrauen wird damit durch direkte Überprüfbarkeit ersetzt. Eigenschaften wie diese werden beispielsweise bei Überprüfungen von Lieferketten benötigt. So könnte eine Blockchain, in der alle Beteiligten die Transaktion der Lieferkette gemeinsam dokumentieren würden, die Kosten und den Zeiteinsatz für die Nachverfolgung senken.

Blockchain auf der Baustelle: Digitaler Eintrag statt Lieferzettel

Die Meinungsforscher von BauInfoConsult haben im Rahmen ihrer Studie „Jahresanalyse“ verschiedene Bauakteure zu den Chancen und Potenzialen von Blockchain-Anwendungen in ihrer Branche befragt. Die Technologie könnte beispielsweise den noch immer vorhandenen „Papierzettelwahnsinn“ auf deutschen Baustellen merklich minimieren: Durch die Blockchain wird die Möglichkeit geschaffen, die Informationen innerhalb der Baulieferketten mit ihren spezifischen Materialströmen einfach zu speichern und den relevanten Akteuren zur Verfügung zu stellen. Bei einer Lieferung landet statt der Unterschrift auf dem Zettel ein neuer Eintrag über die Transaktion – ein neuer Block – im gemeinsamen Blockchain-Register.

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Die Hälfte sieht keinen Bedarf an Blockchain im Bauprozess

Dennoch stehen viele Hersteller aus der Bau- und Installationsbranche dem Einsatz von Blockchain-Technologien noch zurückhaltend gegenüber – zumindest, was die eigenen Lieferketten angeht. Insgesamt die Hälfte der befragten Produzenten (49 %) sieht keinen Bedarf an einem vermehrten Einsatz von Blockchain-Technologie innerhalb der Lieferketten zum Kunden. Ein Fünftel kann sich jedoch mit dem Gedanken anfreunden, zukünftig innerhalb der eigenen Lieferketten zum Kunden auf die Blockchain-Technologie zurückzugreifen. Insbesondere einige Hersteller von Bau- und Installationsmaterial zeigen sich laut der Umfrage offen für die neue Technologie. Doch mit ihrer Skepsis ist die Bauwirtschaft nicht allein. Selbst in vergleichsweise digitalaffinen Industriebranchen wie dem Maschinenbau wird die Blockchain noch selten eingesetzt.

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