Mobilität 01. Feb 2024 Von Peter Kellerhoff Lesezeit: ca. 2 Minuten

Verbrenner können bei der Klimabilanz mit E-Autos nicht mithalten

Eine aktuelle Studie des Umweltbundesamts kommt zu dem Schluss, dass im Jahr 2020 zugelassene Elektroautos etwa 40 % klimafreundlicher sind als Pkw mit Benzinmotor.

Grüner Strom macht die E-Mobilität zusätzlich klimafreundlicher. Das Umweltbundesamt fordert daher u. a. einen rascheren Ausbau erneuerbarer Energien.
Foto: Peter Kellerhoff

Es ist eine Frage, die die Gemüter spaltet: Ist das Elektrofahrzeug klimafreundlicher? Oder ein Auto mit einem modernen Verbrennungsmotor? Und je nach Betrachtungsweise kommt der eine Experte zu diesem Ergebnis, ein weiterer zu dem anderen. Viele Faktoren müssen bei einer Einschätzung berücksichtigt werden: von der Rohstoffgewinnung über Verarbeitungsprozesse bis hin zu Life-Cycle-Analysen und dem Recycling. Denn Fahrzeuge haben nicht nur im Betrieb, sondern auch bei der Herstellung und Entsorgung eine Wirkung auf die Umwelt und das Klima.

Laut einer aktuellen Studie im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA) sind im Jahr 2020 zugelassene Elektroautos dabei um etwa 40 % klimafreundlicher in ihrer Wirkung als Pkw mit Benzinmotor. Bei einem raschen Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugung steigt dieser Klimavorteil für im Jahr 2030 zugelassene Pkw auf rund 55 %.

Die „Analyse der Umweltbilanz von Kraftfahrzeugen mit alternativen Antrieben oder Kraftstoffen auf dem Weg zu einem treibhausgasneutralen Verkehr“ – so der Name der Studie – wurde vom UBA beauftragt und vom ifeu (Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg) durchgeführt. Neben den Treibhausgasen wurden auch Energie-, Ressourcen- und Wasserverbrauch sowie die Schadstoffemissionen in Luft, Wasser und Boden analysiert. Zusätzlich zu der direkten Umweltwirkung durch die Nutzung der Fahrzeuge wurden auch die Umweltwirkungen bei der Herstellung von Fahrzeugen, Kraftstoffen und Stromerzeugungs­anlagen als sogenanntes „Hintergrundsystem“ detailliert bestimmt. Die Analysen wurden jeweils für Fahrzeuge durchgeführt, die 2020 zugelassen wurden, sowie für Fahrzeuge berechnet, die 2030 und 2050 zugelassen werden.

Trotz E-Fuels sind Elektromobile den Verbrennern überlegen

Der Klimavorteil für Elektro-Pkw (E-Pkw) – so die Ergebnisse der Studie – steigt von 40 % bei Zulassung im Jahr 2020 auf bis zu 55 % für Pkw, die in 2030 zugelassen werden, im Falle eines zügigen Ausbaus erneuerbarer Energien an. Der Klimavorteil bleibt auch dann bestehen, wenn sich der Anteil von aus erneuerbarem Strom hergestellten E-Fuels für Pkw mit Verbrennungsmotor in den kommenden Jahren deutlich erhöhen wird.

Lesenswert: VDI-Studie – Erst die grüne Batterie macht Elektroautos klimafreundlich

Diese Nachteile der elektrischen Pkw sind größtenteils auf die noch fossile Strombereitstellung zurückzuführen. Im Zuge der bereits im Gange befindlichen Umstellung auf ein erneuerbares Stromsystem nehmen diese Nachteile immer weiter ab. Im Jahr 2050 liegt der E-Pkw bei allen untersuchten Umweltwirkungen vor Pkw mit Verbrennungsmotoren. Daneben steigen durch die Elektromobilität die Bedarfe und der Abbau von teilweise kritischen Rohstoffen, beispielsweise Kobalt, Nickel und Lithium, an. Jedoch könne laut Umweltbundesamt die Bereitstellung von Primärrohstoffen durch eine geeignete Kreislaufführung (z. B. Recycling) perspektivisch reduziert werden.

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Lkw müssen elektrisch werden

Auch die Umweltbilanz von Lkw wurde in der Studie untersucht. Lkw, die verflüssigtes Erdgas (LNG) nutzen, haben weder bei Zulassung im Jahr 2020 noch im Jahr 2030 Vorteile gegenüber Diesel-Lkw. Bei elektrischen Sattelzügen stellen sich für 2030 zugelassene Fahrzeuge deutliche Klimavorteile ein. Aufgrund der hohen Fahrleistungen der Lkw ist die Nutzungsphase noch relevanter als bei Pkw – damit sind die Emissionen bei der Fahrzeug- und Batterieherstellung nicht so dominant.

Batterieelektrische Sattelzüge oder solche mit Oberleitung und Akku sind bei Zulassung im Jahr 2030 im Falle eines zügigen Ausbaus erneuerbarer Energien schon zu 73 % bis 78 % im Klimavorteil gegenüber Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor; sonst sind es 55 % bis 60 %. Auch 2050 verursachen diese Fahrzeuge weniger Treibhausgasemissionen als Verbrenner.

Viele Maßnahmen müssen den Hochlauf der Elektromobilität beschleunigen

Für einen schnellen Hochlauf der Elektromobilität sind zielgerichtete haushaltsneutrale Maßnahmen wie eine Reform der Kfz-Steuer, die im ersten Jahr der Zulassung eines Neuwagens einen Zuschlag für Pkw mit hohen CO2-Emissionen erhebt, vorteilhaft. Dies könnte deutlich effektiver als die entfallene Kaufprämie wirken. Um die Klima – und Umweltvorteile von elektrischen Fahrzeugen nutzen zu können, ist ein entsprechender Auf- und Ausbau von Ladeinfrastruktur dringend notwendig. Gerade bei Lkw ist hier ein rasches Handeln erforderlich, denn durch die reduzierte Lkw-Maut für elektrische Lkw gibt es derzeit ein großes Nachfragepotenzial.

Wie sieht das Auto der Zukunft aus?

UBA-Präsident Dirk Messner: „Elektrische Fahrzeuge sind ein wesentlicher Baustein, um die Klimaziele in Deutschland zu erreichen. Um deren Anschaffung attraktiver zu machen, sollten künftig Pkw mit höheren CO2-Emissionen bei der Neuzulassung mit einem Zuschlag belegt werden. Nur so werden wir das Ziel der Bundesregierung von 15 Mio. E-Autos im Jahr 2030 überhaupt noch erreichen können.“

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