Energieeffizienz 24. Apr 2023 Von Martin Ciupek Lesezeit: ca. 2 Minuten

Heizen mit Abwärme: Kunststoffverarbeiter teilt Konzept zum Energiesparen

Viele reden über Wärmepumpen als Alternative zur Gasheizung. Ein Industrieunternehmen nutzt statt dessen jetzt die Abwärme von Maschinen und teilt sein Konzept zum Nachbau.

Blick in eine Produktionsanlage des Kunststoffspezialisten Igus in Köln. Die Abwärme der Spritzgießmaschinen wird im Unternehmen nun zum Heizen von Hallen verwendet.
Foto: M. Ciupek

Auf die gestiegenen Energiekosten hat Igus reagiert und eine eigene Lösung zum Beheizen von Fabrikhallen entwickelt: Der Kunststoffspezialist nutzt die Abwärme seiner Spritzgießmaschinen. Dennis Berninger, Fabrikleiter bei Igus in Köln und Antreiber des Projekts sagt: „Bei unserer Recherche haben wir selbst keine veröffentlichten, genauen Anleitungen gefunden.“ Deshalb hatten er und sein Team zunächst mit Wärmetauschern aus einem Auto und Lüftern aus einem Computer experimentiert. Die Experimente wurden größer. Nach sechs Monaten gelang es mit dem neuen Konzept, eine der großen Produktionshallen der Fabrik in Köln-Lind mit Abwärme der Spritzgießmaschinen zu heizen. Das Besondere: Die Kölner bieten das Konzept von ihrem „Machine Heat Recovery System” (MHRS) nun auch anderen Unternehmen zum kostenlosen Nachbau an.

Abwärme von Spritzgießmaschinen heizt Fabrikhalle bei Igus in Köln

Wichtig für die Tüftler bei Igus ist, dass dazu keine teure Wärmepumpe nötig ist und auch kein Umweg über einen zusätzlichen Wärmeübertrager. Sie beschreiben das Konzept so: Die Hydraulikmotoren der Spritzgussmaschinen müssen wie ein Automotor im Betrieb gekühlt werden, um sie vor Überhitzung zu schützen. Das passiert über Kühltürme, die kaltes Wasser bereitstellen und über ein Rohrsystem zu den Maschinen leiten. Dort wird das Wasser erwärmt und zum Kühlturm zurückgeführt. Statt sie dort einfach an die Umgebung abzugeben, wird ein Teil der Wärme aus dem Kühlkreislauf vom MHRS über eine Durchflussregelung abgegriffen und direkt zu den Heizungen geleitet. Ein Ventilator auf dem Heizlüfter verteilt die erwärmte Luft schließlich in der Halle. Erst dann strömt das Wasser zurück zum Kühlturm und der Kreislauf beginnt von neuem. Nach Unternehmensangaben lässt sich das System somit im Niedertemperaturbereich betreiben.

Gasverbrauch zum Heizen sinkt deutlich

„Wir selbst sind von unserem Konzept überzeugt und planen in Zukunft ganz auf Maschinenwärme als Heizung in der Produktion und in den Büros zu setzen“, erklärt Berninger. Als Nächstes ist geplant, das 7209 m² große Logistikcenter mit neun Heizlüftern auszustatten. Allein hier ließen sich laut Unternehmensangaben jährlich rund 31,5 t CO2 einsparen.

Igus-Geschäftsführer Frank Blase freut das Ergebnis: „Mit der hauseigenen Heizung können wir in Zukunft den Gasverbrauch gegen Null fahren. Außerdem benötigen wir weniger elektrische Energie zum Kühlen.“ Das spare nicht nur Kosten, sondern entlaste auch die Umwelt.

Das Konzept kann kostenlos im Internet abgerufen werden: https://www.igus.de/info/heizkonzept

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