VDMA-Jahresbilanz 28. Jan 2021 Von Stefan Asche

Präzisionswerkzeuge: 23 % weniger Umsatz

Trotz dieses Rückschlags und großer Planungsunsicherheit ist die Branche zuversichtlich, dass es in diesem Jahr wieder aufwärts geht.


Foto: panthermedia.net/cookelma

„Die deutschen Präzisionswerkzeugehersteller mussten 2020 einen Umsatzrückgang von 23 % hinnehmen“, sagt Stefan Zecha. Unter dem Strich standen demnach lediglich 8,2 Mrd. €. Der Vorsitzende des Fachverbands Präzisionswerkzeuge im VDMA versucht trotzdem, Mut zu verbreiten: „Trotz aller Unwägbarkeiten sind wir zuversichtlich, in diesem Jahr einen Produktionswert von rund 9,4 Mrd. € erreichen zu können.“ Das wäre allerdings immer noch weit weg von 2019 (10,6 Mrd. €) oder dem Rekordjahr 2018 (11,2 Mrd. €).

Einziger Lichtblick: China

Corona kam als Brandbeschleuniger auf das bereits seit 2019 lodernde Feuer einer Krise in wichtigen Kundensegmenten, wie der Automobilindustrie und dem Maschinenbau. Entsprechend mager fiel dafür das Erstausrüstungsgeschäft 2020 aus. Die exportlastige Branche konnte lediglich auf dem chinesischen Markt größere Verluste verhindern. In allen anderen Ländern inklusive dem Heimatmarkt ging das Geschäft laut VDMA stark zurück. Nach Aussage verschiedener Unternehmen sei seit November wieder ein positiver Trend bei den Aufträgen zu spüren. Das mache die Werkzeughersteller zuversichtlich, dass sich der Investitionsknoten in absehbarer Zeit löse.

Messen werden schmerzlich vermisst

Die größte Herausforderung für das sehr beratungsintensive Geschäft mit Präzisionswerkzeugen war laut VDMA der pandemiebedingte Wegfall von Kundenbesuchen und Präsenzmessen. „Deshalb wurden die neuen digitalen Wissenstransfer- und Kontaktbörsen, wie das Innovationsforum Präzisionswerkzeuge – IFP 2020 der Partner GFE Schmalkalden und VDMA Präzisionswerkzeuge oder die METAV Web-Sessions von Kunden wie Herstellern dankbar angenommen“, so Zecha.

Kritik an Anspruch auf Homeoffice

Beim Thema Homeoffice zeigte sich der Experte irritiert. Denn die Branche leiste mit intelligenten, aber aufwendigen Hygienekonzepten in der Fertigung und mit Homeoffice-Lösungen bei den Büroarbeitsplätzen selbstverständlich ihren Beitrag für den Gesundheitsschutz ihrer Belegschaften. Zecha: „Der Versuch, einen allgemeinen gesetzlichen Anspruch auf Homeoffice jetzt durch die Hintertür mithilfe des Arbeitsschutzes durchzusetzen, halten wir für einen Angriff auf die betrieblichen und unternehmerischen Freiheiten und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland.“

Der VDMA-Fachverband Präzisionswerkzeuge ist das Informations- und Kommunikationszentrum der deutschen Präzisionswerkzeughersteller sowie deren Interessenvertretung. Präzisionswerkzeuge werden auf Werkzeugmaschinen betrieben und finden in allen Bereichen der Metallbearbeitung sowie in Teilen der Kunststoffverarbeitung Verwendung.

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