Neuentwicklung im Fahrradbau 11. Feb 2022 Von Martin Ciupek Lesezeit: ca. 2 Minuten

Fahrrad aus Plastik: Warum sich Igus-Chef Frank Blase damit beschäftigt

In der Lokalpresse ist bereits von einer Fahrradproduktion in Köln die Rede. Soweit ist es zwar noch nicht, aber Igus-Chef Frank Blase hat bereits sehr konkrete Ideen, wie Kunststoffe den Fahrradbau verändern können.

Gemainsam arbeiten Igus und DutchFiets am Konzept eines Fahrrads aus Kunststoff. In diesem Jahr soll ein überarbeitetes Design vorgestellt werden.
Foto: Igus GmbH

Zunächst war es nur eine Meldung in der Lokalpresse im Raum Köln. Die Aussage: Kunststoffspezialist Igus plant den Bau von Kunststofffahrrädern. Dafür wolle das Unternehmen in Troisdorf ein Forschungszentrum aufbauen. Fakt ist: Igus-Chef Frank Blase beschäftigt sich intensiv damit, ein nachhaltiges Fahrrad aus Kunststoff zu bauen. Dazu hat er auch engen persönlichen Kontakt zum niederländischen Fahrradhersteller Dutchfiets und zu den Gründern der kleinen Firma. Fakt ist auch, dass sein Unternehmen Igus weitere Flächen zum Ausbau des Werkes in Köln erwerben möchte.

Was plant Igus mit DutchFiets?

Die Idee, Fahrräder aus Kunststoff zu bauen, ist dagegen nicht neu. Ansätze dazu gab es in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder. Abgesehen von faserverstärkten Kunststoffen für Rahmen und einzelnen Baugruppen haben sich die Konzepte bisher allerdings nicht durchgesetzt. Auch das von Igus und DutchFiets bisher präsentierte Design wirkt z. B. gegenüber dem Konzept von Plastic Innovation aus Österreich eher grob. Doch das soll sich laut Frank Blase noch ändern. Er sieht großes Potenzial für die künftig weitgehend aus Kunststoff bestehenden Fahrräder.

Beim bisherigen Design von DutchFiets sind vor allem der Rahmen und die Felgen aus Kunststoff. Andere Bauteile wie Tretkurbel, Lenker und Gabel sind aus Metall. Eine Besonderheit ist allerdings bereits jetzt ein in den Rahmen integrierter Riementrieb. Von den Metallteilen soll vieles noch durch stabile Kunststoffteile ersetzt werden. Denn Kunststofffahrräder haben für Blase überall dort Vorteile, wo klassische Drahtesel schnell rosten, also am Meer und dort, wo sie meist im Freien stehen. Zu Details und weiteren Hintergründen schweigt der Igus Geschäftsführer allerdings noch.

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Vom Gleitlager bis zum Roboter aus Kunststoff

Bisher hatte Igus hauptsächlich durch seine Kunststoffgleitlager Berührungspunkte zu Fahrradanwendungen. Als Anbieter hochwertiger technischer Kunststoffe ist das Unternehmen in der Industrie beispielsweise für seine Energieführungssysteme, Gleitlager und Antriebssysteme bekannt. Zuletzt hat Igus zudem einen Bereich für Low-Cost-Robotik aufgebaut. Das sind kostengünstige Roboter, die weitgehend aus hochwertigen Kunststoffteilen bestehen und mit der benötigten Steuerungstechnik ausgeliefert werden.

Vom Kunststoffroboter scheint der Schritt zum praxistauglichen Kunststofffahrrad daher technisch nicht mehr so groß zu sein. Künftig wird es deshalb darauf ankommen, ob das überarbeitete Konzept für den Hersteller tatsächlich einen Markt erschließen kann. Ob Igus dann selbst Hersteller wird oder sich als Zulieferer entsprechender Kunststoffe positioniert, scheint noch nicht entschieden.

Nach Recherchen von VDI nachrichten beschäftigen sich aktuell auch andere Unternehmen damit, Fahrräder aus robusten Kunststoffen herzustellen. Vorteile werden unter anderem in beschleunigten Produktionsverfahren und durch die größere Designfreiheit auch für die Funktionsintegration gesehen. Gleichzeitig sind Fragen der Produktsicherheit zu klären.

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