Excellence in Production 04. Nov 2021 von Martin Ciupek

Werkzeugbau des Jahres 2021 sitzt in Schweinfurt

Im Werkzeugbau gibt es viele Kämpfernaturen, die sich auch während der Pandemie lösungsorientiert und agil zeigen. Das wurde am Mittwoch beim Finale im Branchenwettbewerb Excellence in Production in Aachen deutlich. Ausgerichtet wird dieser jährlich vom Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH Aachen und vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT.

Werkzeugbau des Jahres 2021 ist ZF Friedrichshafen AG aus Schweinfurt: Im Bild (v.l.n.r.) Hans-Dieter Franke (Jury, MPower Franke GmbH), Dr. Philipp Kuske (Jury, Trumpf Schweiz AG), Dr. Markus Heseding (Jury, VDMA), Christian Selinka, Sven Kaufmann (beide ZF), Dr. Rolf A. Schmidt (Jury, EVRAZ Vanadium) , Steffen Drabek (Director Tech Center Werkzeuge, Messmittel & Automation, ZF Friedrichshafen), Prof. Günther Schuh (Jury, WZL/Fraunhofer IPT), Gerd Ringelmann (ZF), Dr. Volker Franke (Vorjahressieger HARTING Applied Technologies), Prof. Thomas Bergs (Jury, WZL/Fraunhofer IPT).
Foto: Fraunhofer IPT

Die Freude war den Gästen aus dem Werkzeug- und Formenbau im Krönungssaal des Aachener Rathauses diese Woche anzumerken. Endlich wieder mit Gleichgesinnten persönlich über die aktuellen Herausforderungen diskutieren und gleichzeitig Erfolge feiern. Das hatte vielen gefehlt. Anlass dafür war der Branchenwettbewerb „Excellence in Production“ in dem seit 2004 vom Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH Aachen und dem Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT jedes Jahr der „Werkzeugbau des Jahres“ ausgezeichnet wird.

Innovationstreiber Werkzeugbau

Gleich zu Beginn macht Thomas Bergs, Direktoriumsmitglied des Fraunhofer-IPT, die besondere Situation der Branche deutlich. Die enge Verknüpfung zu den Automobilherstellern sowie Engpässe in Lieferketten seien für viele von ihnen aktuell eine riesige Herausforderung. Manche Unternehmen hätten das nicht überlebt oder seien in ihrer Existenz dadurch bedroht. Dennoch: „An den Beispielen aus dem Wettbewerb erkennt man, wie leistungsstark und agil der Werkzeugbau ist“, lobte der IPT-Direktor. Der Branche sei es beispielsweise gelungen, zum Innovationstreiber bei elektrischen Antrieben zu werden.

Eines war Bergs in der Zeit der Pandemie besonders aufgefallen: „Die Branche lehnt sich nicht zurück und jammert nicht, sondern gestaltet aktiv mit.“ Für die Veranstalter zeigte sich das auch in den Teilnehmerzahlen. „Trotz schwieriger Phase haben sich 265 Unternehmen dem Wettbewerb gestellt“, hob er hervor. Das entspreche etwa dem Niveau aus den vergangenen Jahren. In Zeiten von Veränderung und Aufbruch, gelte es für die Unternehmen jetzt die richtigen Entscheidungen zu treffen. Dazu soll auch der Benchmarking-Wettbewerb „Excellence in Production“ einen wesentlichen Beitrag leisten. „Lernen von den Besten“, so lautet für Bergs und das Organisationsteam das Motto.

Elf Finalisten und ein Gesamtsieger

Elf Unternehmen aus dem Werkzeug- und Formenbau kamen in diesem Jahr ins Finale und konnten sich Hoffnung auf den Titel „Werkzeugbau des Jahres 2021“ machen. Unter den Finalisten setzte sich schließlich die ZF Friedrichshafen AG durch, die bereits im Jahr 2012 einmal als Gesamtsieger und 2019 als Sieger in der Kategorie „interner Werkzeugbau mit mehr als 50 Mitarbeitenden“ auf dem Siegertreppchen stand. Der Werkzeugbau der ZF Friedrichshafen AG am Standort Schweinfurt überzeugte die Jury durch die konsequente Umsetzung und Weiterentwicklung von Industrie-4.0-Lösungen, wie die automatisierte Erstellung von Arbeitsplänen auf Basis einer algorithmisch gestützten Analyse von CAD-Daten oder den Ansatz zur ganzheitlichen Umsetzung einer getakteten Einzelteilfertigung. Auch der sehr hohe Automatisierungsgrad und die technologieübergreifende Verkettung der Fertigungsmaschinen sind für die Jury ein Merkmal für die Leistungsfähigkeit des Werkzeugbaus.

Durch die hohe Innovationskraft der Mitarbeitenden, die sich in den zahlreichen Eigenentwicklungen manifestiert, habe das Unternehmen eine Vielzahl an Lösungen der Industrie 4.0 konkret umgesetzt, um die interne Wertschöpfung weiter zu verbessern. „Dem Werkzeugbau sei es damit auf hervorragende Weise gelungen, sich als konzernweites Technologiecenter für die Entwicklung und Anwendung von Industrie-4.0-Lösungen zu positionieren“, heißt es daher im Urteil der Jury.

Mit dem Unternehmen freute sich auch der Laudator Volker Franke vom Vorjahressieger Harting Applied Technologies. „Wir hatten keine Chance, zu feiern“, sagte er in Richtung der anwesenden Finalisten. Pandemiebedingt hatte sein Unternehmen die Auszeichnung in einer Onlinezeremonie erhalten. Auch hier habe sich die Branche nicht von äußeren Umständen an die Wand stellen lassen, sondern neue Wege gefunden. „Ich tröste mich damit, dass es ein einzigartiges Ereignis war, das so hoffentlich nie wiederkehren wird“, sagte er und unterstrich damit das Bild der Branche, das IPT-Direktor Bergs anfangs gezeichnet hatte.

Sieger in weiteren Kategorien

Mit dem ZF-Werkzeugbau konnten sich drei weitere Unternehmen über Siege in ihren jeweiligen Kategorien freuen. Gewinner in der Kategorie „Interner Werkzeugbau unter 50 Mitarbeitende“ wurde die Schürholz GmbH & Co. KG Stanztechnik aus Plettenberg im Sauerland. Zu den besonderen Stärken des dortigen Werkzeugbaus zählte die Jury die Entwicklung neuer Werkzeugtechnologien mit Partnern aus dem Maschinen- und Anlagenbau. Hervorgehoben wurden auch die transparente Grob- und Feinplanung sowie die kontinuierliche Auftragsverfolgung anhand von Soll- und Ist-Kosten.

Kategoriesieger mit ihren Urkunden: Schürholz GmbH & Co. KG (von links), W. Fassnacht Werkzeug- und Formenbau, ZF Friedrichshafen AG und Color Metal GmbH.
Foto: Fraunhofer IPT

Sieger in der Kategorie „Externer Werkzeugbau unter 50 Mitarbeitende“ wurde der W. Fassnacht Werkzeug- und Formenbau aus Bobingen bei Augsburg. Der Jury viel hier besonders die familiäre Arbeitsatmosphäre bei gleichzeitig hoher Effizienz auf. Auch in Zeiten der Krise habe das Unternehmen eine sehr gute Wirtschaftlichkeit bewiesen. In der Kategorie „Externer Werkzeugbau ab 50 Mitarbeitende“ konnte sich die Color Metal GmbH aus Heitersheim im Breisgau durchsetzen. Bei dem Unternehmen beeindruckte die Jury die sehr hohe Prozesskompetenz beim Fräsen und die konsequente Vermessung aller Bauteile auf der Werkzeugmaschine. Laut Jury stellte ein hoher Automatisierungsgrad in den Technologien und eine breite Diversifikation des Werkzeugspektrums sicher, dass das Unternehmen auch 2020 Krisenfestigkeit beweisen konnte.

Mit Material vom Fraunhofer IPT.

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