Mobilfunk 04. Aug 2021 Von Regine Bönsch

Amerikaner schalten 5G bei Smartphones ab

In den USA nutzt fast jeder Zweite die Funktionen von 5G mit seinem neuen Smartphone nicht. Oft werden sie bewusst ausgeschaltet. Warum, hat jetzt ein Mobilfunkportal untersucht.


Foto: panthermedia.net/Erik Reis

Fast 40 % der US-Bürger, die ein 5G-Smartphone haben, begnügen sich mit dem langsameren LTE-Netz und damit 4G, obwohl sie für 5G bezahlen. Sie schalten die Funktion dauerhaft aus. Das hat eine Umfrage des Mobilfunkportals Android Authority ergeben, an der 1300 Leserinnen und Leser teilnahmen. Ein klares Resultat: Gut 10 % verzichten auf die bessere Funktionalität, wenn der Ladezustand der Batterie niedrig oder das 5G-Signal schwach ist.

Über die weiteren Gründe stellt die Plattform Vermutungen an. Da gibt es zum einen die „dauerhaften 5G-Muffel“. Vermutlich würden diese Nutzer die Vorteile von 5G nicht sehen oder sie befänden sich in einer Region, die unterversorgt ist, spekulieren sie. Android Authority hat in diesem Zusammenhang einige anonyme Nutzerstimmen veröffentlicht. So schreibt „YupYupYup“, der das Google-Handy Pixel 5 im T-Mobile-Netz nutzt: „Wenn ich 5G eingeschaltet habe, verliere ich die Verbindung. Es ist verrückt: Obwohl ein starkes 5G-Signal angezeigt wird, funktioniert nichts.“ Da sei es einfacher, sich mit LTE zu begnügen.

Viele Modelle und Netzbetreiber mit Schwächen

„Jeff Namhie“ deaktiviert 5G nie, das würde das Smartphone – auch ein Pixel 5 – für ihn tun. sagt: „Ich deaktiviere 5G nie. Mein Pixel 5 macht es für mich.“ Aber es trifft auch andere mobile Geräte und Netzanbieter. „Lamar Taylor“ setzt das iPhone 12 Pro Max bei Verizon und das Samsung Galaxy S21 Ultra bei AT&T ein. Bisher sei vieles rund um 5G nur Hype, so argumentiert er, und freut sich auf ein konsistentes 5G-Signal. Beim Fahren oder bei Spaziergängen verzichtet er auf die fünfte Mobilfunkgeneration, da normales LTE schneller sei. Auf seinem iPhone habe er es ohnehin ausgeschaltet, „um die Akkulaufzeit zu erhalten.“

Der Nutzer mit dem Namen „Stanley Kubricks“ probiert immer wieder 5G auf seinem 8T vom chinesischen Hersteller OnePlus über das T-Mobile-Netz. Doch trotz angezeigtem guten Empfang, wie auch webbasierte Tests bestätigen, sehe die Realität nördlich von Houston anders aus. Im realen Einsatz werden Webseiten schneller mit 4G geladen, pufferten Youtube-Videos nicht wie bei 5G. Und, eine immer wiederkehrende Kritik: „Der Akku hält bei LTE länger.“

In Deutschland hat über die Hälfte aller Smartphones 5G

Noch ist nicht untersucht worden, ob auch hierzulande viele die 5G-Funktionalitäten aussschalten. Fest steht jedoch, dass schon über die Hälfte aller neuen Smartphones in Deutschland mit 5G-Mobilfunktechnik aufwarten. Und der Trend zeigt weiter nach oben. Der Anteil der 5G-Geräte hat sich seit einem Jahr mehr als verdoppelt, das attesteirte unlängst eine Analyse des Vergleichsportals Verivox.

Seit Juli vergangenen Jahres seien 149 Smartphone-Modelle neu auf den deutschen Markt gekommen. Davon funkten 80 im neuen 5G-Netz, so die Analyse. Ein Jahr zuvor waren in Deutschland nach Verivox-Recherchen erst 33 Smartphones mit 5G-Technik zu haben. Bei deutschen Netzbetreibern ist der 5G-Anteil höher als auf dem freien Markt: Im Schnitt sind fast zwei Drittel der dort vermarkteten Smartphones 5G-tauglich (64 %). Vodafone hat mit 73 % die meisten Geräte im Sortiment, O2 mit 51 % die wenigsten.

Alle Hersteller offerieren 5G-Geräte

„5G-fähige Geräte führen kein Nischendasein mehr, sondern entwickeln sich zum Standard,“ erklärte Jens-Uwe Theumer, Vice President Telecommunications bei Verivox. „Während im Vorjahr noch chinesische Hersteller den Markt dominierten, kann heute keiner der großen Wettbewerber mehr auf 5G-Mobilfunk bei seinen Top-Smartphones verzichten.“

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