Circular Economy für Kunststoffe 26. Jul 2022 Von Bettina Reckter

VDI-Direktor Ralph Appel: „Wir wollen bei Kunststoffen den Kreislauf endlich schließen“

Unter dem Titel „Circular Economy für Kunststoffe neu denken“ hat der VDI ein Green Paper zur Kreislaufwirtschaft veröffentlicht. VDI-Direktor Ralph Appel und Christian Haessler, Head of Global Circular Economy Program bei Covestro, erklären, worauf es dabei ankommt.

Wie beim Kunststoff der Weg von einer noch linearen Wertschöpfungskette hin zu einem geschlossenen Kreislauf gelingen kann, verdeutlicht das Schema für die jeweiligen Beteiligten mit deren unterschiedlichen Rollen, Aufgaben und Schnittstellen.
Foto: VDI

VDI nachrichten: Herr Haessler, wie kann bei Kunststoffen die Transformation zur zirkulären Wertschöpfung gelingen?

Christian Haessler: Kunststoffe spielen eine entscheidende Rolle in Industrie und Gesellschaft – in Zukunft noch viel mehr, denn ohne Kunststoffe können wir nicht nachhaltig werden. Wir müssen Ressourcen schonen und klimaneutral werden, und auf dem Weg dahin brauchen wir Kunststoffe als Lösung. Das fängt bei Polymeren für Solarmodule und Rotorblätter an und geht über Isolierungen bis hin zu Leichtbaukonzepten. Kunststoffe gehen in alle Abnehmerbranchen, d. h. die Kunststoffindustrie hat die Aufgabe, als Enabler im Automobilbau, der Elektrotechnik, dem Bauwesen zu nachhaltigen Lösungen beizutragen. Und die Kunststoffe müssen selbst nachhaltig sein – dürfen also nicht selbst zur Vermüllung der Umwelt beitragen. Die Antwort auf diese Problemstellung ist die Kreislaufwirtschaft.

Aber warum muss eine Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe neu gedacht werden?

Haessler: Kunststoffe sind ein sehr spezielles, weil sehr vielfältiges Material, sie haben ein ganz anderes Eigenschaftsprofil als Stahl, Metalle oder Glas. Deshalb brauchen wir völlig neue Ansätze – wir können hier durchaus von einer Innovationsherausforderung reden.

Das Mischen von Kunststoffen verändert deren Eigenschaftsprofile nach dem Recycling

Wo liegen die Tücken – vor allem mit Blick auf den Einsatz von Re­zyklaten in der Kunststoffherstellung?

Haessler: Es gibt eine Menge Herausforderungen beim Einsatz von Rezyklaten. Unsere Materialien sind fünf bis zehn Jahre oder mehr im Einsatz – weltweit. Die müssen gefunden, gesammelt, sortiert und in sehr hoher Reinheit vorhanden sein, um sie als Rohstoff für die Produktion nutzen zu können. Additive und Farbzusätze verleihen den Kunststoffen völlig unterschiedliche Eigenschaften. Das ist gerade eine Stärke der Kunststoffe. Wenn Sie diese aber mischen, verändert sich deren Eigenschaftsprofil. Sie lassen sich dann oft nicht mehr für die ursprüngliche Anwendung einsetzen. Die Materialien müssen also möglichst rein vorliegen und der Mengenstrom muss ausreichend groß sein.

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