Klimaschäden 04. Dez. 2023 dpa/aw Lesezeit: ca. 2 Minuten

So viel CO2-Ausstoß verursacht der Ukrainekrieg

Der Ukrainekrieg verursacht gigantische Emissionen an Treibhausgasen. Forscher haben erstmals die Größenordnung ermittelt.

Kriegsgerät wie hier die viel diskutierte Panzeraubitze 2000 ist nicht nur für menschliches Leid verantwortlich, sondern auch für hohe CO2-Emissionen.
Foto: Bundeswehr/Jane Schmidt

Der Ukrainekrieg hat den größten Flüchtlingsstrom innerhalb Europas seit dem Zweiten Weltkrieg verursacht und fordert täglich Tote. Doch nicht nur der Mensch leidet, auch das Klima.

Einer aktuellen Studie zufolge haben die Kampfhandlungen in den anderthalb Jahren seit Russlands Überfall mehr klimaschädliche Treibhausgase in die Atmosphäre entlassen als ein Land wie Belgien in einem Jahr emittiert. Hinter den Berechnungen steht ein Forscherteam aus mehreren Nationen, angeführt vom Niederländer Lennard de Klerk. Die Experten haben eine Gesamtauswirkung des Krieges auf das Klima von 150 Mio. t CO2-Äquivalenten ermittelt, berichtet die Deutsche Presse-Agentur.  Co2-Äquivalente sind eine gängige Maßeinheit, um die Emissionen klimaschädlicher Treibhausgase, z.B. Methan, anzugeben.

Eigentliche Kampfhandlungen machen nur einen Teil der CO2-Emissionen im Ukrainekrieg aus

Zu dem gigantischen kriegsbedingten CO2-Ausstoß tragen der Treibstoffverbrauch der Truppen oder Emissionen bei der Anwendung von Geschossen rund ein Viertel bei. Hinzu kommen Brände (15 %) und zusätzliche Emissionen durch die Sperrung des Luftraums, was Reisende dazu veranlasst auf andere, deutlich längere Strecken auszuweichen (12 %). Der größte Posten, nämlich 36 %, entfällt aber auf den Wiederaufbau von Gebäuden und Infrastruktur. So wird etwa für die Rekonstruktion des Kachowka-Staudamms viel Beton benötigt werden, bei dessen Herstellung große Mengen C02-freigesetzt werden.

Forscher verlangen, Russland für die Klimaschäden zur Rechenschaft zu ziehen

Nach Angaben De Klerks ist der Ukrainekrieg der erste Krieg überhaupt für den derartige Berechnungen zu Klimaschäden angestellt wurden. Das könnte auch einen konkreten Nutzen haben: „Mit diesen Zahlen in der Hand kann Russland für den Schaden, den das Land für unser Klima angerichtet hat, zur Rechenschaft gezogen werden“, ist der Niederlänger überzeugt. Die Forscher haben auch bereits eine Kalkulation angestellt, wie der Schaden beziffert werden könnte. Sie legen den CO2-Schattenpreis von 64 $ je t CO2-Äquivalent zu Grunde und kommen so auf eine Schadensumme von 9,6 Mrd. $. De Klerk schlägt vor, diese Daten im Schadenregister aufzunehmen, das unter Schirmherrschaft des Europarats die Kriegszerstörungen protokolliert. Auf dieser Grundlage könnten letztendlich Entschädigungszahlungen von Russland gefordert werden.

 

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