Kampfpanzer der Bundeswehr 02. Aug 2022 Von Peter Steinmüller Lesezeit: ca. 10 Minuten

Bewaffnung, Panzerung, Kanone: Was der Nachfolger des Leopard 2 können muss

Der Panzerexperte Rolf Hilmes nennt die wichtigsten Anforderungen an den künftigen Kampfpanzer der Bundeswehr, zieht Lehren aus dem Ukrainekrieg und erklärt, warum Panzerbesatzungen aus Wehrpflichtigen keine gute Idee mehr sind.

Panzerexperte Rolf Hilmes erwartet, dass der Leopard 2 noch 20 Jahre im Dienst bleibt. Gegen russische Kampfpanzer rechnet Hilmes dem Leopard auch in Zukunft gute Chancen aus.
Foto: Bundeswehr/ Michael Mandt

Wie schlägt sich der Leopard 2 gegen den T-14 Armata?

VDI nachrichten: Herr Hilmes, die Ablösung des Leopard 2 als Kampfpanzer der Bundeswehr ist in gut zehn Jahren vorgesehen. Wie wirkungsvoll kann sich der Leopard 2 bis dahin noch schlagen?

Rolf Hilmes: Eines vorweg: Ich rechne mit einem neuen Kampfpanzer für die Bundeswehr eher in 20 als in zehn Jahren. Aber zu Ihrer Frage: Der Kampfwert eines Panzers beruht – neben den vom Konzept her bestimmten Eigenschaften – auf den Komponenten des Gesamtsystems. Da kann der Leopard 2 mit dessen Eignung für Nachrüstungen punkten. Das betrifft den Einbau aktiver Schutzsysteme, die Verwendung leistungsstärkerer Munition, aber auch Elektroniksysteme wie leistungsfähigere Wärmebildkameras. Auch aus dem Triebwerk lässt sich noch ein bisschen mehr Leistung herauskitzeln. Deshalb bin ich zuversichtlich, dass der Leopard noch eine ganze Weile bestehen kann. Neu ist die Gefahr durch massiven Einsatz von Drohnen, wie sie sich im Konflikt um Bergkarabach vor zwei Jahren und aktuell im Ukrainekrieg zeigt. Wenn sich die Armeen nicht auf diese Bedrohung einstellen, werden Kampfpanzer in Zukunft grundsätzlich hohe Verluste erleiden.

Die Drohnenabwehr wäre Aufgabe der Heeresflugabwehr, die allerdings 2010 abgeschafft wurde.

Jein. Der damals eingesetzte Flugabwehrpanzer Gepard ist dafür nur bedingt geeignet, auch weil die Drohnen mit ihrem geringen Radarecho von ihm nur schwer erfasst werden können. Gegen Drohnen gibt es neuartige Systeme zur Drohnenaufklärung und -abwehr, die organisch als Wirkverbund den Kampfpanzer ständig begleiten müssen.

Mit dem T-14 Armata verfügt die russische Armee über einen hochmodernen Kampfpanzer. Rolf Hilmes sieht seine Schwächen u. a. im schwachen Panzerschutz für Munition und Optiken. Das Foto entstand im Jahr 2018 bei der Parade auf dem Roten Platz in Moskau zum Jahrestag des Ende des Zweiten Weltkrieges. Foto: imago images/ITAR-TASS/Mikhail Metzel

Am Boden droht dem Leopard Gefahr durch den vor wenigen Jahren vorgestellten russischen Kampfpanzer T-14 Armata. Wie schätzen Sie den neuen russischen Kampfpanzer ein?

Grundsätzlich ist es natürlich ein bisschen unfair, einen Kampfpanzer der nächsten Generation mit einem älteren Fahrzeug zu vergleichen. Der Armata folgt einem anderen Konzept als die bisherigen Kampfpanzer. Der Leopard ist ein Turmpanzer, bei dem drei Besatzungsmitglieder ihren Arbeitsplatz im Turm haben. Das macht den Turm groß und schwer. Beim Armata ist die Kanone in einer außen liegenden Lafette montiert, alle Besatzungsmitglieder sitzen gut geschützt in der Wanne und steuern das Geschütz fern. Das erlaubt die Realisierung eines kompakten Kampfraumes hinter einer starken Frontpanzerung. Den Nachteil sehe ich in der hohen Automatisierung. Die Besatzung muss sich auf die Bilder auf den Monitoren verlassen, da die Bildqualität nie so hoch wie bei einem optischen Gerät mit Direkteinblick ist. Und noch etwas: Panzersoldaten lieben den Notbetrieb. Wenn beim Leopard das Bordnetz ausfällt, kann die Besatzung immer noch im Handbetrieb zielen, den Turm drehen und die Hauptwaffe abfeuern. Beim Armata fehlen diese Möglichkeiten.

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Sie waren bei der Bundeswehr Panzeroffizier. Gesetzt den Fall, Sie stehen mit ihrem Zug aus drei oder vier Leopard genauso vielen Armata gegenüber. Wie reagieren Sie?

Die Oberlafette des Armata enthält alle wichtigen Elemente wie Ladeautomat, Munition und Optiken. Diese sind sehr exponiert angebracht und mit vermutlich maximal 80 mm Panzerung schwach geschützt. Auf 4000 m oder 5000 m Entfernung kann die Leopard-Munition zwar nicht die Frontpanzerung des Armata durchschlagen. Aber sie kann die Oberlafette problemlos zerstören, worauf das Fahrzeug nicht mehr schießen kann und die Besatzung die Mission abbrechen muss. Insofern hat der Leopard auch gegen den Armata eine gute Bekämpfungschance.

„Die technische Leistungsfähigkeit eines Panzers trägt nur die Hälfte zu seinem Kampfwert bei, die Qualität der Besatzung macht die andere Hälfte aus“, erklärt Panzerexperte Rolf Hilmes. Foto: Rolf Hilmes

Welche Lehren für Kampfpanzer gibt es aus dem Ukrainekrieg?

Gibt es Erkenntnisse aus dem Ukrainekrieg, die in die Entwicklung des Leopard-Nachfolgers einfließen sollten?

Nein, da komme ich zu keinen neuen Schlussfolgerungen. In der Ukraine kämpft eine personell und materiell unterlegene Partei gegen einen weit überlegenen Gegner. Als Konsequenz geht die unterlegene Partei überwiegend zum Partisanenkampf über. Die ukrainischen Einheiten kämpfen aus dem Hinterhalt, meiden offene Konfrontationen. Deshalb gibt es keine großen Panzergefechte. Während die russischen Einheiten wichtige Prinzipien des Gefechtes der verbundenen Waffen (den kombinierten Einsatz von Panzergrenadieren, Panzern, Artillerie etc., Anm. d. Red.) vernachlässigen, zeichnen sich die ukrainischen Einheiten durch taktische Flexibilität und schnelles Reaktionsvermögen aus. Und schließlich finden die Kämpfe in einem für Panzer ungünstigen Gelände statt. Hier können die ukrainischen Streitkräfte ihre Panzerabwehrwaffen besonders wirksam einsetzen.

Das war die taktische Perspektive. Wie sieht es unter technischen Gesichtspunkten aus?

Die Bilder und Videos aus der Ukraine zeigen die hohe Verwundbarkeit der russischen Kampfpanzer, die auch von der Ukraine genutzt werden. Sehr häufig ist zu sehen, dass die Türme durch die Explosion der Munition abgesprengt wurden. Bei einem zukünftigen Kampfpanzer sollten wir einen besonderen Schwerpunkt auf die Reduzierung der Verwundbarkeit legen. Treibstoff und Munition müssen konsequent getrennt werden, Blow-off-Panels müssen dafür sorgen, dass bei Explosion der Munition der Druck aus dem Fahrzeuginneren abgeleitet wird.

Ziehen Sie darüber hinaus Schlussfolgerungen aus dem Ukrainekrieg?

Bei den Kampfpanzern verfügen beide Seiten über fast identische Modelle. Aber die technische Leistungsfähigkeit eines Panzers trägt nur die Hälfte zu seinem Kampfwert bei, die Qualität der Besatzung macht die andere Hälfte aus. Dazu zählen u. a. Ausbildungsstand und Motivation. Sie entscheiden darüber, wie schnell ein Gegner bekämpft wird. Und hier ist die Ukraine weit vorne.

Paywall

Was muss der Nachfolger des Leopard 2 können?

Sie hatten gerade den „Schutz“ aus dem klassischen Dreieck der Panzerkonstruktion benannt. Zusammen mit den weiteren Anforderungen Mobilität und Feuerkraft: Wo liegen die Herausforderungen für einen Leopard-Nachfolger?

Die klassischen Parameter ergänze ich noch um Verfügbarkeit, Führbarkeit und Ergonomie. Auf jeden Fall wird die Feuerkraft einen sehr hohen Stellenwert haben. Der künftige Kampfpanzer wird eine Waffe mit einem größeren Kaliber als die 120 mm des Leopard 2 bekommen. Das höhere Gewicht der Kanone geht prinzipiell auf Kosten der Beweglichkeit. Zum Glück haben wir in Deutschland Motorenbauer, die leistungsstarke und trotzdem kompakte Antriebe bereitstellen können. Nehmen wir als Vergleich die Motoren des Leopard und des Schützenpanzers Puma: Die Leistung wurde gesteigert von 23 kW/l auf 72 kW/l und die Volumenleistung – bezogen auf das Bauvolumen des Motors – von 900 kW/m3 auf 1300 kW/m3. Die antriebsbedingte Beweglichkeit wird auch künftig wie beim Leopard bei 20 kW/t liegen. Wie schon erwähnt, wird sich der Schutz für die Besatzung erhöhen, aber die zu schützenden Räume werden verkleinert. Dadurch hält sich das zusätzliche Gewicht in Grenzen.

Wird mit dem neuen Waffensystem eine Änderung der Doktrin einhergehen?

Nein. Die Grundsätze des Gefechtes der verbundenen Waffen bleiben bestehen. Die Bundeswehr hat in den letzten Jahren viel getan, Vorschriften für den Kampf in urbanen Räumen erlassen, wo Kampfpanzer besonders verwundbar sind, und das wird von der Truppe konsequent geübt. Die wichtigste Lehre aus dem Ukrainekrieg ist für mich, dass den Besatzungen vermittelt werden muss, wofür sie kämpfen. Das sorgt für die notwendige Motivation.

Mit dem EMBT hat die deutsch-französische Holding KNDS im Jahr 2018 einen Demonstrator vorgestellt, der seitdem weiterentwickelt wurde. Er beruht auf der Wanne des Leopard 2 mit einem von der französischen Firma Nexter entwickelten Turm. Foto: KNDS

Wann kommt der Leopard-2-Nachfolger MGCS?

Zu Beginn unseres Gesprächs prognostizierten Sie, der Leopard-Nachfolger komme erst in rund 20 Jahren. Angekündigt ist das sogenannte Main Ground Combat System (MGCS) jedoch für die Jahre 2032 oder 2045. Worauf beruht Ihre Skepsis?

Zu diesem Thema wird wenig veröffentlicht, weder vom Projektteam noch vom Bundesverteidigungsministerium, deshalb kann ich dazu wenig sagen. Die Verantwortlichen hängen einen Mantel des Schweigens über das Projekt, weil es anscheinend so kompliziert ist. In einigen Publikationen wird das Jahr 2045 für die Einführung des MGCS genannt. Dann wäre der Leopard 2 stolze 66 Jahre in Nutzung. Allerdings ist das mittlerweile der Normalzustand. In der Ukraine sind kürzlich T-62 aufgetaucht, die die russische Armee seit rund 60 Jahren im Arsenal hat.

MGCS ist ein deutsch-französisches Gemeinschaftsprojekt. Können dabei die Stärken des französischen und des deutschen Panzerbaus zusammenkommen?

Ja, wenn es gut läuft. Es ist international anerkannt, dass in Deutschland gute Motoren, Panzerungen, Getriebe und Gleisketten gebaut werden. Die Franzosen fertigen gute optische und elektronische Baugruppen. Da könnten also die besten Komponenten zusammenkommen, wenn sich die Partner einigen. Aber die Erfahrungen haben gezeigt, dass es bei solchen Projekten stets Probleme gibt, wenn zwei Länder zusammenkommen, die beide gute Panzer bauen können. Denn dann kommt es schnell zu Konkurrenzsituationen. Bessere Erfahrungen haben wir in der Zusammenarbeit mit den Niederlanden, Dänemark und Norwegen gemacht. Diese Staaten haben akzeptiert, dass Deutschland die Führungsrolle im Projekt übernimmt und dass sie aufgrund ihrer geringeren Panzerexpertise Juniorpartner sind. Sie haben sich darauf beschränkt, z. B. mit einzelnen Komponenten zum Projekt beizutragen.

Der Bundeswehrfilm von 1970 zeigt die Herstellung des Leopard 1

Auf deutscher Seite gibt es Befürchtungen, MGCS würde dazu führen, dass Rüstungs-Know-how und Arbeitsplätze nach Frankreich abwandern könnten. Teilen Sie diese Sorge?

Zunächst: MGCS ist für mich vor allen Dingen ein politisches Projekt. Da wurde wohl zum 50. Jahrestag des Élysée-Vertrages im Jahr 2013 in den Ministerien nach Projekten gesucht, die zu diesem Anlass gestartet werden konnten. Aus dem Verteidigungsressort wurde offenbar die Möglichkeit eines gemeinsamen Panzerprojektes gemeldet. Und dies, ohne aus den Erfahrungen in der Vergangenheit zu lernen. Denn: bislang sind alle bilateralen Panzerprojekte gescheitert. Mit dem Kampfpanzer 70 gab es vor fast 60 Jahren schon einmal ein internationales Panzerprojekt mit den USA, das immerhin bis zu Prototypen führte. Alle anderen Panzerprojekte mit Frankreich und England sind schon in der Papierphase gescheitert. Grundsätzlich gilt aber: In einer funktionierenden Kooperation geht es ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr, ohne dass firmeninternes oder nationales Know-how an den Partner abgegeben wird. Entsprechend müssen Vereinbarungen getroffen werden, wie diese sensiblen Informationen genutzt werden dürfen. Das setzt bei den Partnern ein tiefes Maß an Vertrauen voraus und – ganz wichtig – den starken Willen, das Programm am Leben zu halten.

Die Auswirkungen auf die Arbeitsplätze hängen vom Work Sharing ab. Grundsätzlich bestehen die Alternativen Single-Source- oder Dual-Source-Fertigung. Es würde sich beispielsweise günstig auf die Arbeitsplätze auswirken, den Motor aus Deutschland auch in Frankreich in Lizenz zu fertigen. Und wenn sich das MGCS letztendlich als attraktiver Entwurf herausstellt, der viele Käufer und Partner anzieht, schafft dies zusätzliche Arbeitsplätze.

Was leistet der KF51 Panther?

Der Leopard 2 entwickelte sich zum Standardkampfpanzer der westlichen Welt. Hat der MGCS ein ähnliches Potenzial?

Das wäre schön. Aber beim MGCS handelt es sich nach den jetzigen Vorstellungen um ein extrem teures und komplexes Projekt, u. a. aufgrund der hohen Anteile an Hochtechnologie wie Robotik, künstliche Intelligenz, Hybridantrieb, Drive-by-Wire usw. Damit werden sich extrem hohe Beschaffungs- und Nutzungskosten ergeben. Ein derartig hochkomplexes Projekt werden sich nur noch wenige Nutzerstaaten leisten können. Andere Länder werden sich nach preiswürdigeren Fahrzeugen umschauen, etwa aus Südkorea, der Türkei und vielleicht sogar China.

Der kürzlich von Rheinmetall vorgestellte KF51 Panther ist für Rolf Hilmes der deutsche „Teilsystemdemonstrator Bewaffnung“ mit einer 130-mm-Kanone im Rahmen des MGCS-Projekts. Foto: Rheinmetall

Wie ist der aktuelle Stand bei der Bewaffnung?

Die Alternativen sind eine Bordkanone vom Kaliber 130 mm oder 140 mm. Die Franzosen haben schon vor Jahren einen Demonstrator unter dem Namen „Terminateur“ vorgestellt, mit einer 140-mm-Kanone im modifizierten Turm und auf der Wanne des Leclerc-Kampfpanzers.

Jetzt hat Rheinmetall in Eigeninitiative mit dem KF51 Panther nachgezogen. Quasi als deutschen „Teilsystemdemonstrator Bewaffnung“ mit einer 130-mm-Kanone. Nun müssen die Verteidigungsministerien beider Länder eine gemeinsame Entscheidung treffen, wie es weitergehen soll. Oder bekommen die französischen MGCS die 140-mm-Kanone, die deutschen die 130-mm-Kanone? Das wird systemtechnisch nicht funktionieren, man bräuchte dann zum Beispiel zwei verschiedene Drehkranzlager für die unterschiedlichen Türme mit Folgeänderungen im Bereich der Fahrgestelle. Dann klappt es aber nicht mehr mit dem gemeinsamen Panzer.

Während russische Panzer seit 50 Jahren mit einem Ladeautomaten ausgestattet sind, setzen die westlichen Panzerbauer bisher weiter auf einen Ladeschützen, der die Munition mit Muskelkraft in den Verschluss der Kanone einführt. Wie beurteilen Sie die Ausstattung des KF51 mit einem Ladeautomaten?

Der Ladeautomat wird sich in Zukunft durchsetzen, schon allein wegen des Gewichts und der Länge der Munition. Bei der 140-mm-Kanone ist sie zweigeteilt in Geschoss und Treibladung, die Teile wiegen zusammen 38 kg bei einer Länge von 150 cm. Ein Ladeautomat bietet auch Vorteile beim Schießen in der Bewegung, wenn der Ladeschütze Probleme hat, den sicheren Stand zu halten, während er seiner Aufgabe nachgeht.

Der Leopard 2 begeht sein 40. Dienstjubiläum

Der KF51 hat trotz Ladeautomaten weiterhin vier Besatzungsmitglieder. Den Platz des Ladeschützen soll etwa ein Drohnenbediener oder eine Kommunikationsexpertin einnehmen. Was halten Sie von diesem Konzept?

Die Vorteile kann ich nicht nachvollziehen. Der bemannte Turm des KF51 ist aus meiner Sicht keine zukunftsorientierte Lösung. Wegen des notwendigen Schutzes für die Besatzung wiegen die Türme heutzutage mehr als 20 t. Um das Gesamtgewicht nicht weiter steigen zu lassen, müssen wir in Zukunft die Besatzung komplett in der Wanne unterbringen, wo sie auch besser geschützt werden kann. Dort finden aber nur drei Soldaten nebeneinander Platz, wenn ihre Arbeitsumgebung ergonomisch gestaltet und mit Blick auf das Eisenbahnverlademaß eine Breite von 342 cm über Kette eingehalten werden soll. Soldaten für Drohnenbedienung oder Unterstützungsleistungen müssen aus meiner Sicht also in einem anderen Fahrzeug untergebracht werden.

Auf ihren Plätzen in der Wanne nehmen die Besatzungsmitglieder ihre Umgebung fast nur noch über Monitore wahr. Erschwert das nicht das Erfassen der Situation auf dem Gefechtsfeld?

Die sogenannte „Situational Awareness“ des Kommandanten ist ein wichtiger Aspekt des Panzerbaus. Als Leopard-Kommandant war ich gewohnt, über den Lukenrand zu schauen und unter der angehobenen Luke das Gefechtsfeld in einem großen Winkel zu beobachten.

Wenn im Augenwinkel feindliches Mündungsfeuer aufblitzte, konnte ich das erkennen und sehr schnell reagieren. Diese Kamera-Monitor-Betrachtung dagegen ist für die Besatzungen sehr gewöhnungsbedürftig. Manchmal bekommen sie wichtige Informationen aus ihrer Umgebung überhaupt nicht mit.

Bei Kameras, Übertragungselementen und Monitoren spielt auch die Frage der Zuverlässigkeit, z. B. nach Beschuss und Schockbelastung eine Rolle. Für den Betrieb ist ein funktionierendes Bordnetz wichtig. Und der Panzermann möchte für wichtige Funktionen den Notbetrieb.

Als Kampfpanzer noch von Wehrpflichtigen bedient werden konnten: Ein Leopard 1 vor einem hessischen Dorf während des Reforger-Manövers im Herbst 1983. Foto: CMSGT Don Sutherland, USAF/public domain

Können Wehrpflichtige den Leopard-2-Nachfolger bedienen?

Kürzlich war wieder einmal die Wiedereinführung der Wehrpflicht im Gespräch. Ist denn ein so komplexes Waffensystem wie der Leopard-Nachfolger von Wehrpflichtigen einsetzbar?

Nein, dieser Panzer ist für eine Wehrpflichtarmee nicht mehr geeignet. Für so ein System brauchen Sie Profis mit einer langen Ausbildung, damit die Systemleistungen optimal ausgeschöpft werden können. Aber auch unter anderen Gesichtspunkten wie Organisation und Struktur ist die Bundeswehr für die Wiedereinführung der Wehrpflicht meines Wissens nicht mehr eingerichtet. Aber das ist kein Thema für einen Panzerexperten.

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