Rohstoffe 09. Jun 2022 Von Peter Odrich

Autobauer benötigen immer mehr Kobalt

Kobalt ist in der Industrie schon lange ein gefragter Rohstoff. Die stark anziehende Nachfrage aus dem Automotive-Bereich sorgt nun für Preissprünge und löst Sorgen über die Verfügbarkeit des Metalls aus, das ganz überwiegend in der Republik Kongo gefördert und in China verhüttet wird.

Größtenteils aus gewaltigen Minen wie dieser in Tenke Fungurume in der Republik Kongo kommt das Kobalt, das in drei Vierteln der Elektroautos neuerer Bauart steckt.
Foto: dpa picture alliance / REUTERS/Jonny Hogg

Kobalt zählt zur kleinen Gruppe der „Sustainable Metals“, also jener Metalle, die für die meisten Produkte mit „grüner“ Zukunft von Bedeutung sind. Das wird schon an den Bedarfsverschiebungen der letzten Jahre erkennbar. Über lange Zeit waren Mobiltelefone und Laptops Spitzenreiter in der Kobaltverwendung. In jüngerer Zeit hat sich das deutlich geändert. Nun stehen Elektroautos – gleich ob mit Hybrid- oder reinem Elektroantrieb – eindeutig an der Spitze.

Diese Wende vollzog sich 2021, als die Automobilindustrie für ihre Produkte 59 000 t Kobalt oder 34 % des Weltgesamtverbrauchs an diesem Metall benötigte, wie aus den jüngsten Zahlen des Cobalt Institute hervorgeht. In dieser Organisation mit Sitz in Guildford in Großbritannien sind Produzenten, Verbraucher, Händler, Recycler und sonstige Kobaltinteressenten zusammengeschlossen. Für die Produktion von Mobiltelefonen wurden im Jahre 2021 rund 26 000 t Kobalt benötigt. Für die Herstellung von Laptops und Tablets belief sich der Verbrauch zugleich auf vergleichsweise geringe 16 000 t. Beide Sparten gemeinsam benötigten damit 2021 rund 42 000 t und somit weit weniger als die Produzenten von Elektroautos.

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