Rohstoffe 05. Aug 2022 Von Peter Odrich

Die zehn größten Bergbauunternehmen der Welt

In ihren Minen nimmt alles seinen Anfang. Ohne das Kupfer, Lithium oder die seltenen Erden dieser Rohstoffkonzerne wäre keine Industrieproduktion möglich. Dennoch haben Sie von einigen dieser Supermächte unter den Rohstoffriesen vermutlich noch nie gehört.

Zu den bedeutendsten Rohstoffkonzernen der Welt zählt die Schweizer Glencore. Im Bild zu sehen sind Arbeiter der Porcomine in Bolivien. Dort werden bereits seit 700 Jahren Zink, Silber und Blei abgebaut.
Foto: imago images/ZUMA Wire/Christian Lombardi

Sie fördern Kohle, Kupfer, Eisenerz oder Gold. Meist in gewaltigen Minenanlagen, nicht selten an abgelegenen Orten, etwa in den Bergen Chiles oder dem Ödland Australiens. Ihre Umsätze werden in der Regel in Dollar ausgewiesen, weil ihre Produkte überwiegend in dieser Währung gehandelt werden. Zugleich schwanken alle diese Umsätze von Jahr zu Jahr stark, weil die Preise für Minenprodukte kräftig und häufig fallen oder steigen und zudem die sehr unterschiedliche Währungsentwicklung eine wichtige Rolle spielt. Es gibt allerdings auch sonst noch andere Parallelen. So beschäftigen sich auch die Bergbauriesen der Welt in der Regel mit einer sehr breiten Produktpalette. Das hat seinen Grund vor allem darin, dass die geförderten und verhütteten Metalle in vielen Fällen sogenannte Gesellschaftsmetalle sind, die im Erdreich vermischt vorkommen und meist erst im Rahmen der Verhüttung voneinander getrennt werden.

Fünf der zehn größten Bergbauunternehmen kommen aus China

Bergbau gibt es seit Tausenden von Jahren in aller Welt. Weltmarktführer ist heutzutage allerdings die Volksrepublik China, die Heimat von fünf der größten zehn Bergbauunternehmen. Eine besonders starke Rolle spielt der Bergbau zudem in Australien, in Brasilien und in Nordamerika. Die allermeisten Bergbauriesen der Welt sind in mehreren Ländern tätig. In jüngerer Zeit spielt dabei der Bergbau in Afrika eine schnell wachsende Rolle. Dort wie auch in zahlreichen südamerikanischen Ländern waren die Bergbauriesen wiederholt in Umweltskandale verwickelt, in ihren Bergwerken herrschten schlechte, zum Teil lebensbedrohliche Arbeitsbedingungen. So brach im Januar 2019 etwa ein Absetzbecken des Konzerns Vale in der Nähe der brasilianischen Hauptstadt Belo Horizonte. Die Schlammlawine riss eine Kleinstadt mit sich und tötete 270 Menschen. Die Warnungen der Inspekteure vom deutschen TÜV Süd waren ignoriert worden. Dem Schweizer Glencore-Konzern wurde mehrfach vorgeworfen, Abbaurechte in der Demokratischen Republik Kongo mittels Korruption erworben und dort Bergarbeiter menschenrechtswidrig ausgebeutet zu haben.

Die bedeutendsten Rohstoffhändler der Welt

Die folgende Übersicht beschäftigt sich mit den zehn größten Bergbaukonzernen der Welt. Die dabei genannten Umsatzzahlen beziehen sich ganz überwiegend auf das Geschäftsjahr 2020. Nicht berücksichtigt sind die großen Mineralölkonzerne der Welt mit ihrer Öl- und Gasförderung. Trotzdem ist unter den zehn Bergbauriesen auch so manches Unternehmen zu finden, das im Nebengeschäft auch Öl und Gas fördert. Dies spielt in allen Fällen aber nur eine untergeordnete Rolle. Sämtliche aufgeführten Unternehmen sind Aktiengesellschaften, die teilweise der jeweiligen Landesregierung gehören. Dennoch sind Aktien der meisten Unternehmen entweder börsennotiert oder zumindest im Freihandel erhältlich. Unsere Top-10-Bergbauunternehmen ergeben sich aber nicht aus dem Börsenwert, sondern aus dem Jahresumsatz der Unternehmen.

33 Zukunftstechnologien – und welche Rohstoffe dafür benötigt werden

Nr. 9 Aluminum Corporation of China (Chalco): Dieser größte Aluminiumproduzent der Welt beschäftigt sich außer mit Bauxit und Aluminium auch mit Kohle und der Stromerzeugung (aus Steinkohle). In jüngerer Zeit sind erneuerbare Energien hinzugekommen. Chalco betreibt dabei sowohl Windfarmen als auch Solaranlagen. Der Umsatz erreichte im Jahre 2020 rund 27,4 Mrd. $. Die Chalco-Mine in Peru, die im Bild zu sehen ist, dient in erster Linie der Gewinnung von Kupfer.

Foto: imago images/ZUMA Press/El Comercio

Nr. 8 Anglo American: Die ungeachtet des Namens britische Bergbaugruppe arbeitet weltweit und ist auf die Exploration und Förderung von Edelmetallen, Industriemetallen und Eisenerz konzentriert. Soweit Steinkohle gefördert wird, handelt es sich um Kokskohle. Zu den wichtigsten Produkten gehören Eisenerz, Mangan, Kupfer, Nickel, Platin und Diamanten. Im Jahre 2020 belief sich der Umsatz auf 27,6 Mrd. $. Die Luftaufnahme zeigt die Los-Bronces-Kupfermine in den chilenischen Anden.

Foto: picture alliance/dpa / REUTERS/Ivan Alvarado

Nr. 6 Shenhua Energy: Der chinesische Konzern ist auf zwei eng miteinander verknüpften Gebieten tätig. Shenhua fördert in großem Umfang Steinkohle und produziert daraus elektrische Energie. Daneben betreibt Shenhua ein sehr umfangreiches Fracht- und Schienenverkehrsnetz, das neben den eigenen Kohletransporten auch für andere Unternehmen tätig ist. In ähnlicher Weise ist Shenhua auch in der Schifffahrt engagiert. Daneben wird in kleinerem Umfang auch Kohle zu einer Reihe ganz verschiedener Endprodukte weiterverarbeitet. Shenhua setzte im Jahre 2020 etwa 34,7 Mrd. $ um. Im Bild ist das Beladen eines Trucks mit Eisenerz am ostchinesischen Hafen von Rizhao zu sehen.

Foto: picture alliance / dpa/Lin Xuedong

Nr. 5 Vale: Der wohl mit Abstand größte brasilianische Industriekonzern exploriert und fördert Eisenerz, Mangan, Gold, Nickel, Kupfer, Bauxit, Alumina, Potasche und Kohle. Daneben werden auch Eisenlegierungen produziert. Für die eigenen Zwecke und für Dritte betreibt Vale sowohl umfangreiche Eisenbahn- als auch Hafenanlagen. Ungewöhnlich für ein südamerikanisches Unternehmen ist die breit gestreute Tätigkeit im Ausland. Vale ist derzeit in 30 Ländern tätig. Der Konzern setzte im Jahre 2020 rund 34,7 Mrd. $ um. Die Nickelschmelze im Foto steht in Soroako. Das liegt in Indonesien, wo Vale nach eigenen Angaben größter Nickelproduzent ist.

Foto: imago images / ZUMA Press/Basri Marzuki

Nr. 4 Jiangxi Copper: Das chinesische Großunternehmen ist wesentlich auf die Föderung und Verhüttung von Kupfer ausgerichtet. Daneben spielt die Schwefelchemie eine bedeutende Rolle. Produziert werden unter anderem auch Kupferkathoden, Gold, Silber, Schwefelsäure, Kupferrohre und Kupferfolien. Der Umsatz belief sich im Jahre 2020 auf 40,1 Mrd. $. Die schweren Maschinen im Bild arbeiten in der Dexing Kupfermine.

Foto: imago images/China Foto Press

Nr. 3 Rio Tinto: Das britische Bergbauunternehmen, das in großem Umfang in Australien arbeitet, setzte 2020 rund 41,8 Mrd. $ um. Auch bei Rio Tinto ist die Tätigkeitspalette außerordentlich breit. Sie reicht von der Explorierung und Förderung von Aluminiumrohmaterial über Borax, Kohle, Kupfer, Gold, Eisenerz, Blei, Silber, Zinn, Uran, Zink, Titandioxid bis hin zu Diamanten, Talk und Zirkon. In der australischen West-Angelas-Mine im Bild wird Eisenerz gefördert.

Foto: imago images/AAP/Alan Porritt

Nr. 2 BHP Group: Die BHP-Gruppe zeichnet sich durch eine besonders breite Bergbaupalette aus. Exploriert und gefördert werden besonders Eisenerz, Kohle, Gold, Titan, Nickel und Kupfer. Aus der Verhüttung und häufig weiteren Bearbeitungen gehen zahlreiche Eisenlegierungen hervor. Daneben beschäftigt sich BHP auch mit der Explorierung und Förderung sowie dem Handel von Öl. Umgesetzt wurden im Jahre 2020 rund 42,9 Mrd. $. Auf dem Bild zu sehen ist eine Kupfermine im chilenischen Escondida.

Foto: imago images/Photoshot/Construction Photography/Oliver Llaneza Hesse

Nr. 1 Glencore: Dieser in der Schweiz beheimatete Konzern nimmt insofern eine Sonderstellung ein, als er sowohl die Liste der zehn größten Rohstoffhändler der Welt als auch jene der zehn wichtigsten Bergbauriesen anführt. Kein anderer der größten Konzerne ist in beiden Listen zu finden. Im Jahr 2020 setzte Glencore 178,6 Mrd. $ um. Glencore fördert und vertreibt zahllose Metalle, sonstige Mineralien, Steinkohle, aber auch landwirtschaftliche Erzeugnisse. Daneben werden unter anderem auch Öl und Gas gehandelt und Batterien produziert.

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