Diversity 17. Jan 2024 Von Claudia Burger Lesezeit: ca. 2 Minuten

DIW-Managerinnen-Barometer: Weniger Frauen sind Vorstandsvorsitzende

Der Frauenanteil in den Vorständen der 200 umsatzstärksten Unternehmen in Deutschland ist auf 18 % (Stand Spätherbst 2023) gestiegen. Das sind rund zwei Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. An der Unternehmensspitze gab es aber erneut einen Rückgang.

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In vielen Unternehmen, die eine Vorständin berufen, bleibt die Frau allein. Firmen halten sich in den meisten Fällen nur an die gesetzlichen Mindestanforderungen, bemängelt das DIW Berlin.
Foto: PantherMedia / dragana.stock@gmail.com

Aus dem Managerinnen-Barometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) geht hervor, dass der Frauenanteil in den Vorständen der Privatwirtschaft im vergangenen Jahr auf 18 % (Spätherbst 2023) in den 200 umsatzstärksten Unternehmen in Deutschland gestiegen ist. Das sind rund zwei Prozentpunkte mehr als im Jahr zuvor. In den 40 größten börsennotierten Unternehmen (Dax 40) war der Anteil der Vorständinnen mit 23 % sogar noch etwas höher. An den Vorstandsspitzen kommen Frauen mittlerweile sogar seltener zum Zuge als noch vor einigen Jahren: In der Top-200-Gruppe beispielsweise gab es im vierten Quartal 2023 nur noch neun Frauen als Vorstandsvorsitzende, der zweite Rückgang in Folge. Für die Erhebung des DIW wurden die Daten von 500 Unternehmen verwendet, darunter die 200 umsatzstärksten Unternehmen, 160 in den Dax-Indizes notierte Unternehmen, 100 Banken, 60 Versicherungen und fast 70 Unternehmen, an denen der Bund beteiligt ist.

Lesen Sie hier: Frauen im Vorstand: „Entwicklungsland“ Deutschland

DIW bemängelt mangelndes Engagement der Unternehmen bei der Besetzung von Vorstandsposten über gesetzliche Vorgabe hinaus

Zwar erfüllen die Unternehmen, die der Mindestbeteiligung unterliegen, nach und nach im Zuge von Neubesetzungen die gesetzliche Vorgabe. In der Top-200-Gruppe, in der die Mehrheit der Unternehmen nicht an das Mindestbeteiligungsgebot gebunden ist, hat aber immer noch fast jedes zweite Unternehmen keine einzige Frau im Vorstand. Wenn es eine Vorständin gibt, ist sie in der Regel allein auf weiter Flur: In fast 85 % der Unternehmen gibt es höchstens eine Frau im Vorstand. „Die Gefahr dabei ist, dass sich schleichend die Zielgröße von einer Frau im Vorstand als neue soziale Norm etabliert“, warnt Anja Kirsch, Professorin für Gender, Governance und internationales Management an der Freien Universität Berlin. „Das wäre zwar schon ein deutlicher Fortschritt gegenüber der Zielgröße von null Frauen im Vorstand, die sich viele Unternehmen noch vor nicht allzu langer Zeit gesetzt haben. Die Mindestbeteiligung wörtlich zu nehmen und Frauen tatsächlich nur im Mindestmaß an Vorstandsposten zu beteiligen, kann aber nicht der Weisheit letzter Schluss sein.“ In den Aufsichtsräten der untersuchten Unternehmensgruppen liegt der Frauenanteil zwar durchgehend höher als in den Vorständen, übersteigt aber nirgends die 40-%-Marke.

In Unternehmen mit Frauen in Führungspositionen wird der Gender-Pay-Gap geringer

Lesen Sie hier: Gleichstellung: Je höher der Anteil von Frauen in Führungspositionen, desto geringer der Anteil in der Spitzenposition

Dass Frauen in Führungspositionen einiges in Gang setzen können, was die Gleichstellung der Geschlechter fördert, zeigt eine zweite Studie im Rahmen des diesjährigen DIW Managerinnen-Barometers: Auf Basis von Daten des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) lässt sich laut DIW belegen, dass mit mehr Frauen auf der ersten und zweiten Führungsebene eines Betriebs der Gender-Pay-Gap, also der Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern, unter den Beschäftigten in diesem Betrieb sinkt. Besonders groß ist der Effekt, wenn mehr Frauen auf die zweite Führungsebene kommen. Der Gender-Pay-Gap, der in Deutschland zuletzt immer noch 18 % betrug, fällt dann im Vergleich zu einem Szenario ohne Frauen auf dieser Führungsebene laut DIW um mehrere Prozentpunkte kleiner aus. Auf der obersten Führungsebene braucht es laut Studie hingegen offenbar mindestens ein Drittel Frauen, bis sich vergleichbare Effekte auf den Gender-Pay-Gap einstellen. „Wenn man bedenkt, dass nach wie vor fast drei Viertel aller Beschäftigten in Deutschland in Betrieben ohne Frauen auf der obersten Führungsebene arbeiten, lässt sich erahnen, wie viel Potenzial für einen deutlich geringeren Gender-Pay-Gap hier noch brachliegt“, so Virginia Sondergeld vom DIW.

Foto: DIW

Dem Aufsichtsrat kommt eine bedeutende Rolle bei der Auswahl der Vorstandsmitglieder zu

Damit es schneller vorangeht, sind den Autorinnen des Managerinnen-Barometers zufolge in erster Linie die Unternehmen gefordert. Eine Schlüsselrolle kommt dabei dem Aufsichtsrat zu: Er sollte und könne vom Vorstand verlangen, durch Personalentwicklungsmaßnahmen sicherzustellen, dass es auf dem unternehmensinternen Arbeitsmarkt mittelfristig genügend potenzielle Vorständinnen gibt. Von an Vorstandsbesetzungen beteiligten externen Personalberatungsunternehmen, die eine wichtige Rolle als Gatekeeper spielten, könne der Aufsichtsrat wiederum verlangen, dass sie gezielt Frauen suchen. „Letztlich kommt es aber darauf an“, so Katharina Wrohlich vom DIW, „dass alle an einem Strang ziehen: Von Investorinnen und Investoren bis zur breiteren Öffentlichkeit sollte sich niemand mit einem Mindestmaß an Geschlechtervielfalt zufriedengeben, sondern eine tatsächlich gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen einfordern.“

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