Krieg in der Ukraine/Umfrage unter Beschäftigten 06. Jul 2022 Von Wolfgang Schmitz

Unternehmen sollen sich der Flüchtlinge aus der Ukraine annehmen

Der Krieg in der Ukraine lässt in Deutschland fast jeden vierten Beschäftigten mit akademischem Abschluss um den Job bangen. Zugleich steigt die Erwartungshaltung an die Arbeitgeber, sich sozial zu engagieren.

Zur Unterstützung ukrainischer Flüchtlinge gehört für viele Beschäftigte in Deutschland auch, dass sie in Unternehmen hierzulande Arbeit finden.
Foto: imago images/Zuma Wire/Dominic Gwinn

Deutsche Unternehmen stehen aus Sicht ihrer Mitarbeitenden in der Pflicht, die Folgen des Kriegs in der Ukraine zu lindern. Laut einer Studie, für die das Marktforschungsunternehmen Trendence deutschlandweit 1830 Beschäftigte befragte, erwartet genau die Hälfte der Beschäftigten in Deutschland von ihrem Arbeitgeber, dass dieser sich für Flüchtlinge aus der Ukraine einsetzt.

Ja zu Arbeitsplätzen für Ukrainerinnen, Nein zu Steuererhöhungen

Weiterer Aspekt: Durch den Krieg in der Ukraine steigt der Antrieb, etwas beruflich Sinnvolles zu tun, weiter an. 35,9 % der Befragten geben an, dass ihnen das wichtiger wird. Schon während der Pandemie sei dieser Trend sichtbar geworden. Darüber hinaus steige die Angst, den eigenen Job zu verlieren. 23,3 % der Beschäftigten mit akademischer Ausbildung machen sich Sorgen, durch die Folgen des Kriegs ihren Job verlieren zu können.

 Hochschulabsolventen: Große Unsicherheit über die berufliche Zukunft

„Der Krieg in der Ukraine ist ein Ereignis, das viele Menschen bedrückt. Unsere Zahlen zeigen, dass 49,2 % von ihnen angeben, durch die Bilder aus den Kriegsgebieten mental belastet zu sein“, so Robindro Ullah, Geschäftsführer der Trendence Institut GmbH. Mit dieser Anteilnahme sei die Erwartungshaltung verbunden, dass auch Unternehmen soziale Verantwortung übernehmen und da helfen, wo sie können.

Bau und Maschinenbau: Geflüchtete Fachkräfte in den Arbeitsmarkt bringen

Auch an deutschen Hochschulen hat das Thema laut Umfrage Einfluss auf die beruflichen Pläne und Erwartungen von Studierenden. So fühlen sich derzeit 34,9 % der Absolventinnen und Absolventen durch den Krieg in Osteuropa unsicher, was ihre berufliche Zukunft angeht. Auch hier zeigt sich zudem der Trend, einen Beruf mit einer gehobenen Sinnperspektive zu ergreifen. 30,8 % der Befragten an Universitäten ist das Thema Sinnhaftigkeit im Job seit Ausbruch des Kriegs wichtiger geworden. Das hat sogar direkte Folgen für einzelne Arbeitgeber. Denn 22,3 % der männlichen Studierenden erwägen aktuell aufgrund der Ereignisse eine Bewerbung bei der Bundeswehr.

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