Podcast „Prototyp“ 15. Feb. 2024 Von Wolfgang Schmitz Lesezeit: ca. 2 Minuten

Social Media im Überfluss kann das Seelenleben belasten

Die Psychologin Julia Brailovskaia hat die Auswirkungen von regelmäßigem Social-Media-Konsum auf die Psyche erforscht. Die Erkenntnisse geben zu denken, wie im Podcast „Prototyp“ von ingenieur.de und VDI nachrichten deutlich wird.

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Hallo, gehts auch analog? Die Handynutzung nimmt zuweilen skurrile Formen an.
Foto: panthermedia.net/Erik Reis

Julia Brailovskaia von der Ruhr-Universität Bochum verdammt die sozialen Medien nicht grundsätzlich, meint aber: „Kurzfristig trägt die Nutzung dazu bei, dass man sich wohlfühlt, dass man soziale Unterstützung erfährt, dass man ein Flow-Gefühl hat. Längerfristig kann genau das in einen Teufelskreis führen, der psychischen Gesundheit schaden und suchtartige Symptome hervorrufen“, sagt die Psychologin im Gespräch mit Redakteur Wolfgang Schmitz.

Wie Posts auf Social Media zu Job und Freizeit die Karriere kosten können

„Die suchtartige Nutzung von Social Media setzt ähnliche Prozesse in unserem Gehirn frei wie andere Suchtformen, seien es Alkohol, Zigaretten oder andere Drogen.“ Schlimmstenfalls kann es zu Depressions-, Angst- und Stresssymptomen und anderen erheblichen Störungen kommen. Für das Arbeitsleben kann exzessive SM-Nutzung bedeuten: Reduktion der Aufmerksamkeit sowie Auseinandersetzungen mit Kolleginnen, Kollegen und Vorgesetzten.

Sport als gesunde Alternative zu Social Media

In einer Studie hat die Wissenschaftlerin mit ihrem Team herausgefunden, dass sich die Empfindung der Arbeitsbelastung reduzierte und die Arbeitszufriedenheit gestiegen ist, wenn Probanden ihre nicht arbeitsbezogene Social-Media-Nutzungszeit um 30 min pro Tag reduzierten. Gleichzeitig wurden Stresssymptome weniger und die positive psychische Gesundheit verbesserte sich.

Julia Brailovskaia weiß, welche gravierenden Folgen exzessive Social-Media-Nutzung haben kann. Foto: privat

Gute Kommunikation vermeidet Missverständnisse und kleine Katastrophen

Da eine gesellschaftliche Teilhabe ohne SM für die meisten Menschen undenkbar ist, müsste digital „abgespeckt“ werden. Eine „Ersatzdroge“ müsste her. Welche könnte das sein? „Sport! Bewegung!“, rät Julia Brailovskaia. „Wer Sport treibt, kann sein Handy nicht nutzen.“ Außerdem könne die unmittelbare, analoge soziale Interaktion sicher nicht schaden.

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