Die Münzkolumne 09. Mrz 2022 Von Peter Piasecki

Die bekannteste Münze der Antike

Eine Eule ziert viele Sammlermünzen. Doch keine ist so populär wie die Tetradrachme aus dem Stadtstaat Athen. Auch wer sich nicht für Münzen interessiert, kennt die mit ihr verbundene Redewendung.

Die Tetradrachme mit der Eule aus Athen ist für Sammler auf Auktionen und im Fachhandel erhältlich. Quelle: Fritz Rudolf Künker GmbH & Co. KG Osnabrück;
Foto: Lübke & Wiedemann KG, Leonberg

Die Tetradrachme ist eine Münze zu vier Drachmen und ist die bekannteste Silbermünze der Stadtstaaten des antiken Griechenlands. Tetradrachmen wurden vom Ende des sechsten Jahrhunderts v. Chr. an geprägt und ab 530 v. Chr. in Athen als Zahlungsmittel verwendet. Die Herstellung dieser Tetradrachmen erfolgte bis zum Beginn der Römischen Kaiserzeit (Augustus 27 v. Chr.). Für diese Münze mit einem Gewicht von rund 17 g musste ein Handwerker im vierten/fünften Jahrhundert v. Chr. etwa vier Tage arbeiten.

Die Göttin Athene ziert die Tetradrachme

Auf der Vorderseite (dem Avers) ist der Kopf der Göttin Athene eingeprägt, die als Schutzgöttin und Namensgeberin Athens bekannt ist. Athene war in der griechischen Mythologie die Göttin der Weisheit, der Strategie und des Kampfes. Die römische Entsprechung der Athene ist die Göttin Minerva, die ebenfalls auf Münzen abgebildet ist, im Römischen Reich etwa auf dem Denar des Kaisers Domitianus.

Taugen Goldmünzen als Wertanlage?

Das Revers der Tetradrachme zeigt ein Quadratum incusum, ein bei nicht wenigen Münzen der griechischen Antike eingeprägtes Quadrat, in dem dann weitere ikonografische Darstellungen zu finden sind. Bei der hier vorzustellenden Tetradrachme ist die abgebildete Eule nach rechts stehend zu sehen und links oben befindet sich die Darstellung eines Ölzweigs und eine kleine Mondsichel. Rechts von der Eule ist die Legende mit den Buchstaben „ΑΘΕ“ sichtbar, die als Abkürzung für eine Münze der Athener steht.

In Griechenland war die Eule der Vogel der Weisheit, ausgewählt von der Göttin der Weisheit. Athen war im Altertum zu bestimmten Zeiten eine reiche Stadt, sodass sich dort sehr viele dieser Münzen mit dem Eulenbildnis im Umlauf befanden. Noch heute bedeutet der Ausspruch „Eulen nach Athen tragen“, etwas dorthin zu bringen, wo sowieso schon genug davon vorhanden ist. Die Redensart wird auf den Komödiendichter Aristophanes zurückgeführt.

Die Tetradrachme mit der Eule ist für Münzsammler auch heute noch erwerbbar, etwa bei seriösen Auktionen oder im Fachhandel. Der Preis ist vor allem abhängig vom Erhaltungszustand. Er beginnt bei etwa 300 € für sammelwürdige Stücke in der Qualität „vorzüglich“. Nachprägungen dieser Münze finden sich zahlreich und oft schon für wenige Euros. Hier ist Vorsicht geboten, weil die Unterscheidung für weniger erfahrene Sammlerinnen und Sammler schwierig sein kann.

Eulenmotiv ist auf vielen Sammlermünzen zu finden

Das Eulensymbol selber findet man heute auf vielen Sammlermünzen aus aller Welt, in der Regel im Zusammenhang mit naturbezogenen Motiven in Sammeleditionen.

Die Eineuromünze aus Griechenland schmückt als Verweis auf die Antike ebenfalls eine Eule. Quelle: Ministerium für Wirtschaft und Finanzen, Griechenland; Gestaltung: Georgios Stamatopoulos;
Foto: P. Piasecki

In Griechenland selber jedoch ist das Eulensymbol auf den aktuellen Eineuromünzen allgegenwärtig und somit auch in der Eurozone verbreitet zu finden. Das Motiv der griechischen Eineuromünze stammt von dem Bildhauer Georgios Stamatopoulos, der die Münze für die griechische Notenbank gestaltet hat.

Goldmünzen beflügeln die Geschichtswissenschaften

Auf der Motivseite ist das Eulenbildnis der antiken Tetradrachme mit allen ikonografischen Bildelementen nachgebildet. Diese Münze ist in der großen Community der Euromünzensammler sehr beliebt. Sie kann beispielsweise auf den jetzt hoffentlich wieder stattfindenden Münzbörsen, im Münzhandel oder an seriösen Handelsplätzen im Internet in der sehr hohen Qualitätsstufe „Stempelglanz“ für wenige Euros erworben werden.

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