Die größte Panzerschlacht des Zweiten Weltkriegs 04. Jul 2023 Von Peter Steinmüller Lesezeit: ca. 8 Minuten

Panzerschlacht bei Kursk: Was sie uns 80 Jahre später über Russland und den Ukrainekrieg lehrt

Der Historiker Roman Töppel erklärt, wie die größte Panzerschlacht des Zweiten Weltkriegs zustande kam und wie Legenden darüber die russische Kriegsführung beeinflussen.

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Sowjetische Infanteristen mit Panzerbüchsen bereiten sich im Kursker Bogen auf die Abwehr deutscher Panzer vor. Die Opferbereitschaft der Rotarmisten in dieser Schlacht wird in Russland bis heute verherrlicht.
Foto: imago/United Archives

VDI nachrichten: Herr Töppel, warum sollte sich jemand noch 80 Jahre später mit der Schlacht bei Kursk beschäftigen?

Töppel: Vor allen Dingen, weil es die größte Schlacht des Zweiten Weltkriegs, möglicherweise die größte der Geschichte gewesen ist. Das wissen viele Menschen aber gar nicht. Denn der Kriegsschauplatz im Osten wird bis heute in seiner Bedeutung unterschätzt, weil die Geschichtsschreibung in der Bundesrepublik und im angloamerikanischen Raum sich in der Nachkriegszeit auf die Feldzüge konzentriert hat, an denen die Westalliierten beteiligt waren, etwa in Frankreich, Italien und in Nordafrika. Das hing natürlich stark mit dem Kalten Krieg zusammen. Weitgehend unbekannt geblieben ist auch, dass die Wehrmacht an der Ostfront ihre größten Verluste erlitten hat. Ebenfalls wissen die wenigsten Deutschen, welche enormen Opfer die Sowjetunion bringen musste. Im Westen wird immer noch unterschätzt, wie sehr der sogenannte Große Vaterländische Krieg im Bewusstsein der meisten Russen lebendig ist, fast jede Familie hat mehrere Söhne und oftmals den Vater verloren.

Die deutschen Generäle prägten im Westen die Erinnerung an die Schlacht von Kursk

Wie war denn im Westen die Rezeption der Schlacht?

Unter Historikerinnen und Historikern heißt es gerne ein bisschen flapsig: Der Sieger schreibt die Geschichte. Das gilt nicht für die westliche Sicht auf die Ostfront. Denn hier haben die Verlierer die Geschichte geschrieben. Das Bild der US-Amerikaner vom Krieg im Osten ist fast durchweg von der deutschen Generalität geprägt worden Die USA haben sich bereits kurz nach Kriegsende von hohen Offizieren der Wehrmacht und sogar der Waffen-SS Studien darüber erarbeiten lassen, wie sich die Rote Armee schlagen lässt, falls der Kalte Krieg in einen heißen umschlägt.

Warum Kriegsverbrechen der Wehrmacht so lange verschwiegen wurden

Der Tenor der Ausarbeitungen lautete durchgängig: Die Wehrmacht hat hervorragend gekämpft, war der Roten Armee weit überlegen und „der Russe“ ein bisschen primitiv. Da wurden teilweise die NS-Propagandaparolen übernommen. Natürlich hatte in diesen Papieren nur Hitler Fehlentscheidungen getroffen, nie die Herren Generäle selbst. Und mit den Verbrechen des Vernichtungskriegs hatten sie auch nichts zu tun. Mit der Argumentation, sie beherrschten das Handwerkszeug für den Sieg über die Rote Armee, wollten sich die deutschen Offiziere bei den Amerikanern unentbehrlich machen. Diese sind prompt auf diese Legendenbildung hereingefallen und sehen die Wehrmacht zum großen Teil noch heute wesentlich unkritischer als deutsche Historiker.

Sehen Sie in der Bildergalerie, welche deutschen Panzertypen bei Kursk zum Einsatz kamen

Die Frontpanzerung des Tiger von maximal 12 cm widerstand den Geschossen von fast allen sowjetischen Panzer- und Panzerabwehrkanonen. Weil aber nur kleine Stückzahlen produziert werden konnten, wurden die Tiger in eigenen Einheiten, sogenannten schweren Panzerabteilungen, zusammengefasst, die an den Schwerpunkten der Schlacht zum Einsatz kommen sollten. Auf dem Foto posiert ein US-Soldat in Tunis mit einem erbeuteten Tiger.

Foto: public domain

Der Panther erlebte seinen ersten Fronteinsatz in der Panzerschlacht bei Kursk. Doch die Fahrzeuge erwiesen sich als unzuverlässig, etwa beim Getriebe, der Benzinpumpe und der Motorkühlung. Zu den Verlusten trug auch die mangelhafte Ausbildung der Besatzungen bei.

Foto: Pellynl/CC0 1.0

Vom neuen Jagdpanzer Ferdinand wurden fast alle der 91 Exemplare bei Kursk eingesetzt. Er besaß keinen Drehturm, sondern die 8,8-cm-Kanone war fest auf einem schwer gepanzerten Aufbau montiert. Bei Kursk wurde den durch die sowjetischen Linien gebrochenen Ferdinand zum Verhängnis, dass sie sich nicht gegen Infanterieangriffe wehren konnten. Diese spätere, Elefant genannte Version ist deshalb mit einer Öffnung für ein Maschinengewehr in der Wannenfront ausgestattet.

Foto: DZGuymed/public domain

Zu Beginn des Russlandfeldzugs war der Panzer III der wichtigste deutsche Kampfpanzer. Noch bei Kursk waren viele Exemplare im Einsatz. Seine 5-cm-Kanone konnte gegen die Panzerung der sowjetischen T-34 nur wenig ausrichten. An Turm- und Wannenfront ist die Zusatzpanzerung zu erkennen, die dem eigentlich veralteten Modell besseren Schutz gewähren sollte.

Foto: Steinmüller

Mit mehr als 700 Exemplaren war der Panzer IV der häufigste deutsche Kampfpanzer bei Kursk. Vor dem Krieg als Unterstützungsfahrzeug entwickelt, war er mit der langen 7,5-cm-Kanone den T-34 an Feuerkraft überlegen. Der in der Sowjetära gepflegte Mythos von den zahlreich bei Kursk zerstörten Tiger-Panzern ist auch darauf zurückzuführen, dass die Rotarmisten aufgrund der ähnlichen Silhouette einen Panzer IV häufig für einen Tiger hielten.

Foto: Steinmüller

Der als „Brummbär“ bekannte Sturmpanzer IV kam bei Kursk erstmals zum Einsatz. Auf Basis des Panzer IV war er mit einer 15-cm-Haubitze ausgestattet und sollte die Infanterie im Kampf gegen Befestigungen unterstützen. Wegen des hohen Gewichts litt das Modell ständig unter Ausfällen am Laufwerk.

Foto: Alf van Beem/CC0 1.0

Das Sturmgeschütz III war ursprünglich für die Artillerieunterstützung der Infanterie entwickelt worden. Die geringe Fahrzeughöhe sollte verhindern, dass die begleitenden Sturmgeschütze die Position der vorrückenden Infanterie verrieten. Dieses kleine Profil und die starke Kanone machten das Sturmgeschütz zu einem wichtigen Mittel der Panzerbekämpfung.

Foto: Propagandakompanie der Luftwaffe, CC0 1.0

Für die Sowjetunion war der T-34 der wichtigste Panzer in der Schlacht um Kursk. Die schrägen Wannenwände revolutionierten den Panzerbau, weil sie die Schutzwirkung des Stahls erhöhten. Allerdings verkleinerte dies den Platz für die Besatzung im Innenraum. Die 7,6-cm-Kanone war gegen die Panzerung etwa des Tigers nutzlos, weshalb verzweifelte T-34-Kommandanten durch Rammen versuchten, ihre Kontrahenten zu vernichten. Das Foto zeigt den T-34 des Sowjetischen Ehrenmals in Berlin.

Foto: Gary Todd, CC0 1.0

Zeigte sich dieser Wehrmachtseinfluss auch in der Operationsplanung der Nato?

Ja, zumindest bis zum Ende der 1950er-Jahre. Die Thesen der Wehrmachtsgeneräle wurden an den US-Militärakademien gelehrt, die Studien zu Tausenden an die Studenten verteilt und in Fachzeitschriften veröffentlicht. Im Mittelpunkt standen die Grundsätze deutscher Operationsplanung, wonach man bewegliche Stöße führen muss, und dass Gegenangriffe ein hervorragendes Mittel sind, um gegen einen überlegenen Feind siegreich zu bleiben. Denn aufgrund ihrer Mentalität seien die Russen zwar zähe Gegner in der Verteidigung, aber im Angriff relativ einfach zu schlagen. Das sollte im Gefecht der verbundenen Waffen geschehen, also durch den Angriff mit Panzern, die von Luftangriffen, Artillerieschlägen, Infanterie und Pionieren unterstützt werden. Als die USA auf Atomwaffen zur Abwehr eines sowjetischen Angriffs in Mitteleuropa setzten, wurden die Lehren der Wehrmachtselite unwichtig.

Mit Panzerangriffen aus dem Norden und Süden wollten die deutschen Generäle die sowjetischen Kräfte im Kursker Bogen einkesseln. Doch die Wehrmacht scheiterte an den tief gestaffelten Verteidigungslinien und dem zähen Widerstand der Rotarmisten. Grafik: Gudrun Schmidt/VDI nachrichten.

Wie war denn die Rezeption der Panzerschlacht bei Kursk im Machtbereich der Sowjetunion?

Ich bin in der DDR geboren, da kannte jedes Kind diese Schlacht. Ihre Geschichte wurde uns über die Medien und in der Schule eingetrichtert. Denn laut der sowjetischen Geschichtsschreibung wurde der Zweite Weltkrieg in drei Entscheidungsschlachten entschieden, die alle von der Roten Armee geschlagen wurden: Vor Moskau wurde die Wehrmacht das erste Mal zum Halten gebracht, bei Stalingrad erlitt sie eine vernichtende Niederlage und die Schlacht im Kursker Bogen hat ihr endgültig das Genick gebrochen. Dabei wurden die deutschen Verluste weit übertrieben und die enormen sowjetischen Opfer verschwiegen. Die Rote Armee hatte demnach die Schlacht nicht nur wegen ihrer Masse gewonnen, sondern auch wegen ihrer Qualität. Das war jedoch völliger Unsinn. Aber die Kursker Schlacht sollte eben die Überlegenheit der sozialistischen Gesellschaftsordnung demonstrieren. Bei uns in der DDR hieß es ja immer: „Von der Sowjetunion lernen heißt siegen lernen!“ Jedoch taugt es gerade nicht zum Vorbild, mit den fünf- bis siebenfachen Verlusten gegenüber denen des Gegners zu siegen. Erst nach dem Zusammenbruch des Ostblocks bekamen Historiker Zugang zu den sowjetischen Archiven. Die dort dokumentierten Verlustzahlen waren wirklich atemberaubend. Sie waren so riesig, dass diese Zahlen in Putins Russland wieder unterdrückt werden. Es erinnert schon an die Zeiten unter Josef Stalin, wie heute die sowjetische Kriegsführung wieder verherrlicht wird.

Der Ukrainekrieg hat das Interesse an der Panzerschlacht bei Kursk enorm steigen lassen

Registrieren Sie zum 80. Jahrestag ein gestiegenes Interesse an der Panzerschlacht bei Kursk?

Durch den russischen Krieg gegen die Ukraine ist das Interesse natürlich enorm gestiegen. Teilweise finden die Kämpfe in der Nähe des Kursker Bogens statt. In ihrem Feldzug gegen die Ukraine hat die russische Armee teilweise die gleichen Fehler gemacht wie die Rote Armee im Zweiten Weltkrieg. Da wurden Panzerverbände zusammengeschossen, weil sie ohne ausreichende Infanterieunterstützung gegen gut ausgebaute und mit Panzerabwehrwaffen ausgestattete ukrainische Stellungen eingesetzt werden. Ich vermute, dass die Mythen des Großen Vaterländischen Krieges zu den russischen Verlusten in der Ukraine beitragen. Weil die Fehler des Zweiten Weltkriegs nie aufgearbeitet wurden, sind möglicherweise die russischen Offiziere der Überzeugung, sie würden alles richtig machen, wenn sie die Taktiken der Roten Armee wieder hervorholen.

Bei Kursk trafen insgesamt 12 000 Panzer aufeinander. Wie kam es zu dieser in der Geschichte einmaligen Konzentration?

Beide Seiten haben das Aufeinandertreffen im Sommer 1943 als Entscheidungsschlacht angesehen. Die Wehrmachtsführung wusste bereits, dass sie selbst mit einem Sieg bei Kursk den Krieg im Osten nicht für sich entscheiden könnte. Die sowjetische Niederlage sollte aber ermöglichen, deutsche Einheiten an die Westfront zu verlegen, wo eine alliierte Landung erwartet wurde. Adolf Hitlers Hoffnung war, Briten und Amerikanern eine so vernichtende Niederlage beizubringen, dass sich die öffentliche Meinung in diesen Ländern gegen die Fortsetzung des Krieges wenden würde. Danach sollte die Wehrmacht mit ihrer vollen Stärke die Sowjetunion niederringen. Die alliierten Kriegspläne sahen wiederum vor, dass die Rote Armee noch 1943 die Ukraine befreien und bis nach Polen vordringen sollte. 1944 sollte der Krieg zu Ende sein. Dieser Zeitplan setzte eine vernichtende deutsche Niederlage bei Kursk voraus.

„Ich bin in der DDR geboren, da kannte jedes Kind die Panzerschlacht bei Kursk“, sagt Roman Töppel. Foto: privat

Waren die 3400 deutschen Panzer so was wie ein letztes Hurra der deutschen Rüstungsindustrie, bevor Rohstoff- und Treibstoffmangel wirksam wurden?

Was fast immer übersehen wird: Panzer hatte das Deutsche Reich eigentlich genug. Adolf Hitler setzte immer auf die technische Überlegenheit der Wehrmacht. Er hielt Panzer für die kriegsentscheidende Waffe. Das waren sie aber nicht. Es mangelte der Wehrmacht an Kampfflugzeugen und an Infanterie. Sie hatte bereits 1941 zu Beginn des Russlandfeldzugs hohe Verluste erlitten, die sie nie mehr ausgleichen konnte. Deshalb wurden bei Kursk verschiedene neue Panzertypen nach vorne geworfen, die diesen Infanteriemangel ausgleichen sollten. Das konnte aber nicht gelingen. Den offiziellen Zahlen zufolge hat Rüstungsminister Albert Speer den Ausstoß bis 1944 deutlich nach oben getrieben. Das Hauptproblem der deutschen Rüstungsindustrie war der Mangel an Ersatzteilen und Fachkräften. Klüger wäre es gewesen, die Stückzahlen der Panzer zu reduzieren und die gewonnenen Kapazitäten für Ersatzteile und Instandhaltung einzusetzen. Aber dann hätten Speers Statistiken nicht so glänzend ausgesehen.

Die Tiger-Panzer waren bei der Roten Armee gefürchtet

Die bekanntesten bei Kursk auf deutscher Seite eingesetzten Kampfpanzer waren der Tiger und der Panther. Wie haben sich diese neuen Typen in der Schlacht bewährt?

Die schwer gepanzerten und mit einer leistungsstarken Kanone ausgerüsteten Tiger haben sich sehr gut geschlagen. Sie waren von früheren Einsätzen bereits bei den Rotarmisten gefürchtet. Die Panther dagegen enttäuschten. Zum einen waren sie technisch noch nicht ausgereift, was zu vielen Ausfällen bereits im Vorfeld führte. Zum anderen wurden sie von einem draufgängerischen Panzeroffizier falsch eingesetzt, was zu zahlreichen Abschüssen durch die sowjetische Panzerabwehr führte.

Zog die Wehrmacht Konsequenzen aus diesen Erfahrungen mit den neuen Panzertypen?

Hitler hat in seiner Technikbegeisterung immer ein oder zwei Fahrzeuggenerationen vorausgedacht. Er forderte eine stärkere Version des Tigers, aus dem dann der sogenannte Königstiger entstand, sowie die Weiterentwicklung des Panther. Beide sollten eine Weiterentwicklung der schon im Tiger I bewährten Kanone vom Kaliber 8,8 cm erhalten. Sie konnte, wie von der Truppe verlangt, feindliche Panzer auf 3000 m bekämpfen. Diese Forderung beruhte auch auf den Erfahrungen von Kursk, als Massen sowjetischer Panzer in hoher Fahrt auf die deutschen Linien zufuhren. Für das Überwinden der für einen wirksamen Schuss notwendigen Maximalentfernung von 1000 m brauchten die Sowjetpanzer nur zweieinhalb Minuten. Das Erhöhen der Kampfentfernung erhöhte also die Zeit zum Zusammenschießen dieser Panzermassen. Diese Sicht auf 3000 m war aber nur in den weiten Landschaften der Ostfront vorhanden, in den Heckenlandschafen Frankreichs etwa nützte die große Reichweite kaum etwas. Am Ende der Fehlentwicklung stand dann der Jagdtiger, ein ressourcenverschlingendes 70-t-Monster mit einer 12,8-cm-Kanone.

Die Entwicklung zu immer schwerer gepanzerten und bewaffneten deutschen Panzern führte zur Produktion des Jagdtigers. Mit seinem Gewicht von 70 t hatte er schon auf den Straßen des Deutschen Reiches Schwierigkeiten, Brücken zu überqueren. Foto: DZGuymed/gemeinfrei

Hatte die Wehrmacht überhaupt eine Chance, die Schlacht bei Kursk zu gewinnen?

Nein, sie hätte höchstens erreicht, dass der Krieg ein paar Monate länger dauert. Selbst wenn die deutschen Verbände die sowjetischen Verbände hätten einkesseln können, wäre es ihnen wohl nicht gelungen, deren Ausbruch zu verhindern. Denn dazu waren die Wehrmachtsverbände zahlenmäßig viel zu schwach. Aber selbst bei einem vollständigen Sieg wäre der Wehrmacht keine entscheidende Schwächung der Roten Armee gelungen.

Ein Sieg der Wehrmacht bei Kursk wäre vergeblich gewesen

Wäre denn Hitlers Plan aufgegangen, genügend Truppen für den Kampf gegen die Westalliierten freizubekommen?

Auch das hätte nicht funktioniert, weil die Rote Armee so stark war, dass sie im Sommer 1943 an mehreren Frontabschnitten zu Großoffensiven antreten konnte. Deshalb hätte die Wehrmacht auch bei einem Sieg bei Kursk alle dort eingesetzten Verbände weiterhin an der Ostfront einsetzen müssen.

Warum die Zwangsarbeit im Nationalsozialismus so spät aufgearbeitet wurde

Gibt es zur Schlacht bei Kursk noch Aspekte, zu der die Geschichtswissenschaft forschen sollte?

Ja. Zwar wurde vieles aus den sowjetischen Militärarchiven mittlerweile veröffentlicht, teilweise sogar im Internet. Aber die Dokumente zu wichtigen Entscheidungen von Stalin und dem sowjetischen Generalstab unterliegen immer noch der Geheimhaltung. Warum etwa hat Stalin für den 17. Juli 1943 – also während der laufenden Schlacht – die Ablenkungsoffensive im Donbass befohlen? Sie endete im Desaster, weil die Deutschen sie genau dort erwartet hatten.

Haben Sie Hoffnung, diese Freigabe der Akten noch zu erleben?

Sicherlich wird das nicht unter Putin geschehen. Aber ich lasse mich gerne überraschen. Schließlich hatte ich auch 1989 nicht erwartet, ein Jahr später in einem vereinten Deutschland zu leben. Und ich habe auch nicht erwartet, dass im 21. Jahrhundert mitten in Europa ein Krieg tobt, der an 1943 erinnert.

Der schwere Kampfpanzer Tiger bewährte sich mit seiner starken Panzerung und Bewaffnung gegen vielfache sowjetische Überlegenheit. Foto: Steinmüller

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