Sieger der Formnext Start-up Challenge 14. Okt 2021 Von Stefan Asche

Ausgezeichnete Ideen zum 3D-Druck

Die internationale Formnext Start-up Challenge hat bereits zum siebten Mal junge Unternehmen aus der Welt der additiven Fertigung für ihre innovativen Geschäftsideen und technischen Entwicklungen ausgezeichnet.


Foto: Azul 3D

Die prämierten Innovationen reichen 2021 vom Nano- über den Glas-3D-Druck bis hin zu neuen medizinischen Lösungen für Wirbelsäulenpatienten und stammen von den folgenden Gewinnern: Atlant 3D Nanosystems ApS (Dänemark), Azul 3D (USA), Fited (USA) Print Parts (USA) und Nobula AB (Schweden). Der gleichzeitig verliehene AM Ventures Impact Award geht in diesem Jahr an Vispala Technologies (Indien).

Teilnahmebedingungen

Die Formnext Start-up Challenge 2021 zeichnet Unternehmen aus, die nicht älter als fünf Jahre sind. Der Wettbewerb prämiert neuartige und tragfähige Geschäftsideen. Die hochkarätige Jury besteht aus bekannten Vertretern der Branche, der Wissenschaft, den Medien und aus dem Investmentbereich. Die internationalen Sieger werden ihre prämierten Produkte im Rahmen der Formnext vom 16. bis 19.11.2021 in Frankfurt präsentieren und auf der Start-up Area ausstellen.

Ästhetische Prothesen

Im Rahmen der Formnext Start-up Challenge wurde zum zweiten Mal der AM Ventures Impact Award verliehen. Der Gewinner, Vispala Technologies, überzeugte durch den Einsatz von 3D-Druck, um erschwingliche, hochfunktionale und ästhetisch ansprechende Prothesen anzubieten. Das Besondere daran ist, dass sich das Unternehmen auf Menschen in Entwicklungsländern und ländlichen Gebieten konzentriert, die heute keinen Zugang zu solchen Produkten haben.

Mehrere Materialien und atomare Präzision

Das dänische Start-up-Unternehmen Atlant 3D Nanosystems ApShat sich auf das Prototyping und die Herstellung von Mikro- und Nanobauteilen unter Verwendung verschiedener Materialien und mit atomarer Präzision spezialisiert. Das junge Unternehmen hat seine Technologie bereits zur Entwicklung mehrerer Lösungen eingesetzt. Bei den Nanofabricator-Plattformen handelt es sich um fortschrittliche Fertigungssysteme für Forschung und Entwicklung, Prototyping und Fertigung. Diese Systeme können gleichzeitig bis zu sechs Materialien auf Substraten mit unterschiedlicher Morphologie und einer Größe von bis zu 300 mm verarbeiten. Atlant 3D Nanosystems hat den Nanofabricator LiteTM in Übereinstimmung mit den strengen Nasa-Spezifikationen entwickelt und wird das System in den nächsten Monaten mit der Nasa testen, um Mikrofabrikation in Schwerelosigkeit zu ermöglichen.

Feine Details und ultraschnelle Druckzeit

Mit seiner neu entwickelten HARP-Technologie (Foto) will das US-Start-up Azul 3D den Markt der additiven Fertigung neu aufmischen. Die High Area Rapid Printing (HARP)-Technologie nutzt fließendes Öl zwischen lichtaushärtendem Harz und der UV-Quelle, um einen schnelleren, nicht haftenden 3D-Druck zu ermöglichen. Damit sollen derzeit verfügbare Druckgeschwindigkeiten deutlich übertroffen werden. Insgesamt verspricht Azul 3D mit seiner Technologie feine Details und exzellente Oberflächen des SLA-Drucks mit einer ultraschnellen Druckzeit und einem hohen Bauvolumen zu kombinieren.

Die Zahnspange der Orthopäden

Eine neue Lösung für die Behandlung von Fehlern der Wirbelsäule hat Fited entwickelt. Das Unternehmen nutzt dabei das Prinzip, das bisher bei Zahnspangen Verwendung findet: Individuelles Design und 3D-Druck, sozusagen Invisalign für die Wirbelsäule. Damit sollen bisherige handgefertigte Skoliose-Stützgestelle abgelöst werden, denn diese sind oft zeitaufwendig, teuer, unbequem, ungenau und führen oft dazu, dass eine Operation notwendig wird. Die Lösung von Fited basiert auf einem automatisierten Design und liefert innerhalb kurzer Zeit elegante 3D-gedruckte Stützgestelle, mit denen in 72 % der Fälle eine Operation vermieden werden soll. Dazu sind die Fited-Gestelle atmungsaktiv, individuell passend und leicht. Fited sieht einen enormen Bedarf: 4 % der Weltbevölkerung leiden an einer Deformation der Wirbelsäule. Das Start-up besteht aus einem interdisziplinären Team von Fachleuten aus den Bereichen Biomedizin, Maschinenbau, Design und Softwaretechnik und hat damit bereits ein Netzwerk mit Zugang zu einem Großteil des Marktes in den Vereinigten Staaten und Europa.

Digitale Signatur mit Nanopartikeln

Das US-Start-up Print Parts Inc. hat eine in additiv gefertigte Teile eingebettete digitale Signatur entwickelt, die Bauteile scannbar und rückverfolgbar macht und so mit der Cloud verbindet. Die Plattform verbindet Verwaltung, Authentifizierung und Nachverfolgung 3D-gedruckter Teile. Dabei werden programmierbare Nanopartikel in additive Materialien eingebettet oder den Bauteilen in der Nachbearbeitung hinzugefügt. Intelligente Scanner können Partikel in diesen „SmartParts“ erkennen und registrieren. Die Historie der Bauteile wird in der SmartParts-Plattform gespeichert und über den Build Manager oder ein vorhandenes MES/ERP-System verwaltet.

Flexibler Glasdruck

Das schwedische Start-up Nobula AB hat einen Desktop-Glas-3D-Drucker entwickelt, der günstiger und flexibler sein will als bisherige Lösungen. Dank zweier bereits zum Patent angemeldeter Technologien sowohl für den 3D-Glasdrucker als auch für das Ausgangsmaterial bietet Nobula AB maßgeschneiderten 3D-Glasdruck für die Wissenschaft, Entwicklung und die Produktion.

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