Wissenschaft 20. Dez 2022 Von Martin Ciupek

Roboter für die Pflege: Bayern investiert 4,74 Mio. € in die Forschung

Das Bayrische Kabinett will den Einsatz von Robotern und künstlicher Intelligenz zur Pflege älterer Menschen 2023 verstärkt fördern. Der TUM Campus für Geriatronik soll zum „Musterprojekt für Deutschland und die Welt“ werden.

Das Labor im Forschungszentrum Geriatronik: In Garmisch-Partenkirchen entsteht ein neuer Universitätsstandort. Hier arbeiten Forschende mit dem Pflegeroboter Garm.
Foto: Andreas Heddergott / TUM

Der beliebte Skiort Garmisch-Partenkirchen wird zum Hochschulstandort. Der Freistaat investiert im kommenden Jahr in den Aufbau des TUM Campus für Geriatronik sowie in die KI-Mission Robo Care. Das teilte Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume gestern bei einem Besuch vor Ort mit. Es handelt sich um ein Vorhaben des Munich Institute of Robotics and Machine Intelligence (MIRMI) der Technischen Universität München (TUM). 

Was ist Geriatronik und welche Rolle spielen Roboter dabei?

Der Begriff Geriatronik (engl.: Geriatronics) ist aus zwei Elementen zusammengesetzt. Er bezeichnet den Einsatz von Robotik, Mechatronik und Informationstechnik – im Fall des TUM Campus insbesondere von maschineller Intelligenz und 3D-Technologie – in der Geriatrie, der Gerontologie und in der medizinischen Versorgung älterer Menschen. Die Technik soll dabei der optimalen Unterstützung und dem Erhalt sowie der Verbesserung eines selbstbestimmten Lebens im Alter dienen.

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Zusammen mit Partnern aus dem Pflege- und Gesundheitsbereich hat sich die TUM vorgenommen, in einem gemeinsamen Campus Pflege, Bildung und Forschung sowie die Weiterentwicklung zentraler Kl-Robotiktechnologien hin zu alltagstauglichen Anwendungen miteinander zu verbinden. Dazu soll auf einer 25 000 m² großen Fläche ein von der Caritas betriebenes Pflegezentrum entstehen, in dem auch eine Sozialstation, betreutes Wohnen und ein breites Spektrum an Pflegedienstleistungen untergebracht werden sollen. Daran soll ein Bildungszentrum angeschlossen werden, in dem die technischen Robotik- und KI-Entwicklungen aufgegriffen und Pflegekräfte ausgebildet werden. Im Innovation Space Geriatronics der TUM sollen zudem Start-ups entstehen, die technische Innovationen als Produkte in den Alltag bringen. Zum Gesamtvorhaben gehören daher auch eine Sonderforschungszone für Geriatronik und Healthcare-Robotik sowie die KI-Mission Robo Care, die künstliche Intelligenz in der Pflege voranbringen soll. 

Freistaat Bayern fördert Roboterforschung: Im Forschungszentrum Geriatronik in Garmisch-Partenkirchen überbrachte der bayerische Staatsminister Markus Blume (vorne, re.) Professor Sami Haddadin (vorne, li.) und den Forschenden kurz vor Weihnachten die frohe Kunde.
Foto: Andreas Heddergott / TUM

Geriatronik-Forschung: Garmisch-Partenkirchen soll Elite in der Robotik anziehen

Laut Bayerns Wissenschaftsminister Blume stehen 2023 für das Projekt 4,7 Mio. € zur Verfügung. Damit sollen unter anderem auch 14 neue Stellen entstehen, darunter zwei Professorenstellen. „Weltklasseuniversität im Alpenparadies: Der Geriatronik-Campus kommt und Garmisch-Partenkirchen wird Universitätsstandort“, sagte Blume. Damit starte Bayern „ein Musterprojekt für Deutschland und die Welt“. Aus Hightech werde Lebensqualität. „Hier findet Hightechforschung im Dienst des Patienten statt – ein Musterfall, wie Technik dem Menschen dient“, hob der Wissenschaftsminister hervor. Lehre, Forschung und Anwendung von KI würden in einzigartiger Weise kombiniert. Dabei verfolgt der Freistaat hohe Ziele: „Wir wollen die Elite der Robotikforscherinnen und -forscher nach Garmisch-Partenkirchen holen“, sagte Blume.

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Roboterexperte und MIRMI-Direktor Sami Haddadin ergänzte: „Wir werden in Garmisch-Partenkirchen ein einzigartiges Experimentierfeld für die Spitzenforschung und -entwicklung der Robotik für die Pflege und Gesundheit etablieren und damit internationale Standards setzen. Mit diesem einzigartigen TUM Campus wollen wir die Spitzenforschung und die Ausbildung im Bereich der Geriatronik und Healthcare-Robotik in Garmisch-Partenkirchen weiter stärken und international sichtbarer machen, vor allem aber auch etwas für die Zukunft der Region tun.“

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