Automobil 03. Feb. 2025 Von Peter Kellerhoff Lesezeit: ca. 2 Minuten

Porsche will sich von zwei Vorständen trennen

Die Sportwagenmarke und VW-Tochter Porsche steht vor bedeutenden personellen Veränderungen: Finanzvorstand Lutz Meschke und Vertriebsvorstand Detlev von Platen sollen das Unternehmen verlassen.

Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG und dessen Tochter, der Porsche AG, steht in dieser Doppelrolle bei den Wolfsburgern in der Kritik.
Foto: Porsche AG

Porsche in der Krise – nicht nur finanziell läuft es für den traditionellen Sportwagenhersteller immer unrunder, auch personell zeichnen sich Veränderungen ab. So sollen der stellvertretende Porsche-Vorstandsvorsitzende und Vorstand für Finanzen und IT, Lutz Meschke, sowie Vertriebsvorstand Detlev von Platen ihren Hut nehmen. Eine offizielle Begründung für diesen Schritt wurde zwar nicht genannt, hinter vorgehaltener Hand wird jedoch gemunkelt, dass Meschkes persönliche Ambitionen auf den Vorstandsvorsitz eine Rolle bei der geplanten Trennung spielen sollen. Das Verhältnis zwischen ihm und dem aktuellen Vorstandschef Oliver Blume gilt bereits seit Längerem als angespannt – insbesondere seit Blume zusätzlich die Leitung des Volkswagen-Konzerns übernommen hat. Zudem soll Meschke auch den Rückhalt der Eigentümerfamilien Porsche und Piëch verloren haben.

Lutz Meschke, Mitglied des Vorstands, Finanzen und IT, wurden Ambitionen als Porsche-CEO nachgesagt. Foto: Porsche AG

2024 war ein schlechtes Jahr für Porsche

Bei Vertriebschef von Platen spielt das miserable China-Geschäft die entscheidende Rolle. Im vergangenen Jahr verzeichnete Porsche einen weltweiten Absatzrückgang um 3 % auf rund 310.700 Fahrzeuge. In China fiel der Rückgang mit 28 % besonders drastisch aus. Die wirtschaftliche Situation des Unternehmens hat sich dementsprechend verschlechtert: Der Umsatz sank in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres um 5,2 % auf 28,56 Mrd. €, das operative Ergebnis brach um 26,7 % auf 4,04 Mrd. € ein. Die operative Umsatzrendite lag bei im vergangenen Jahr bei 14,1 % – ein deutlicher Rückgang im Vergleich zu den 18,3 % des Vorjahreszeitraums. Zudem belasten hohe Anlaufkosten neuer Modelle die Ertragslage.

Detlev von Platen, Mitglied des Vorstands, Vertrieb und Marketing, wird das miserable Abschneiden in China zum Verhängnis. Foto: Porsche AG

Die Lage in der deutschen Automobilindustrie verschlechtert sich zusehens

Der Automobilmarktexperte Ferdinand Dudenhöffer sieht nach Angaben der Deutschen Presseagentur dpa in den Vorstandsumbesetzungen ein Zeichen für die angespannten Zeiten der deutschen Automobilindustrie. Besonders die Konkurrenz aus China stelle eine große Herausforderung dar: „Die jungen chinesischen Hersteller sind extrem harte Wettbewerber geworden und schnappen den deutschen Premiummarken die Kunden weg“, so der Gründer und Direktor des Center Automotive Research (CAR) in Bochum.

Auch in den USA werde die Lage für Porsche schwieriger. Zudem habe das Unternehmen stark in Elektrofahrzeuge investiert – ein Markt, der in Europa langsamer wächst als erwartet. Dudenhöffer warnt vor einer lang anhaltenden Durststrecke für die deutsche Automobilbranche und prognostiziert, dass diese in Zukunft deutlich an Bedeutung verlieren könnte.

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