Breitband 25. Okt 2022 Von Gerhard Kafka

Glasfaserausbau: Wird Trenching von der Baubranche ausgebremst?

Stufenschlitzverfahren könnten den Glasfaserausbau in Deutschland deutlich beschleunigen. Firmen und Verbände warnen allerdings davor, dass die Baubranche die vom Staat gewünschte Etablierung neuartiger Trenching-Verfahren für die Verlegung von Leitungen ausbremsen könnte.

Der Glasfaserausbau soll Fahrt aufnehmen, Alternative Verlegungsmethoden werden jedoch bisher in der Praxis nicht ausreichend berücksichtigt.
Foto: PantherMedia / alexlmx

In der im Juli veröffentlichten Gigabitstrategie der Bundesregierung wird der Einsatz alternativer Verlegemethoden für die dringend notwendige Glasfaser-Infrastruktur unterstützt: „Auf Grund der großen Herausforderungen beim flächendeckenden Ausbau von Gigabit-Infrastrukturen müssen neben dem klassischen Tiefbau auch weitere verfügbare Verlegeverfahren wie das Trenching in Betracht gezogen werden.“ Eine entsprechende DIN-Norm soll deshalb noch bis Ende dieses Jahr verabschiedet werden.

Glasfaserausbau: Trenching bekommt Gegenwind

Die alternativen Verlegemethoden werden bislang in der Praxis nicht in dem Umfang eingesetzt, wie es politisch gewollt und gesamtwirtschaftlich wünschenswert ist. Der Entwurf für die entsprechende DIN-Norm soll bereits in den nächsten Tagen zur Kommentierung veröffentlicht werden. Gegenwind kommt bereits auf: Von der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV) wurde parallel ein Entwurf für ein neues Regelwerk erarbeitet.

Der Entwurf des Merkblatts R2 der FGSV beinhaltet zahlreiche Kritikpunkte für alternative Verlegemethoden. Der österreichische Glasfaserspezialist Fiber Europe Management GmbH warnt bereits vor einer Blockadepolitik wichtiger deutscher Verbände: „Der vor einigen Wochen vorgelegte Entwurf des neuen Regelwerks der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen liest sich wie ein pauschalisierter Warnhinweis für alle alternativen Verlegemethoden im Glasfaserausbau“, warnt das Unternehmen.

Die Fiber Europe Management GmbH ist als Generalunternehmer für Großkunden aus der Finanzinvestoren- und Telekommunikationsbranche tätig und will für kleinere bis große Kommunen den Glasfaserausbau auch mittels alternativer Verlegemethoden vorantreiben. In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Städte- und Gemeindebund und dem Bundesverband der Deutschen Bauindustrie braue sich hier eine Strategie der Verhinderung alternativer Verlegemethoden zusammen, fürchtet das Unternehmen. Die zentralen Gründe hierfür liegen aus Sicht der Österreicher in der Besitzstandswahrung, in drohenden Umsatzeinbußen und fehlende Maschinen für das Trenching.

Mehr Tempo beim Glasfaserausbau

Glasfaserausbau: Vorteile alternativer Verlegungsmethoden

Die Vorteile von alternativen Verlegemethoden drohten hingegen unter den Tisch zu fallen. Alois Pichler, CTO der Fiber Europe Management GmbH, nennt den wichtigsten Punkt: „Mit unserem sogenannten Stufenschlitzverfahren können zum Beispiel auf Landstraßen pro Team mit acht Personen bis zu 600 m Glasfaserkabel an einem Tag verlegt werden. Das ist deutlich schneller als mit herkömmlichen Verlegemethoden.“ Hinzu kämen die Vorteile beim Klimaschutz.

Glasfaserausbau: Akzeptanz könnte besser sein

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