Repariert, refurbished, recycelt 20. Dez 2022 Von Elke von Rekowski

Wie bei Smartphone und Co. mehr Nachhaltigkeit gelingen kann

Beim Kauf von Smartphone, Notebook oder anderen Geräten denken aktuell nur die wenigsten über deren Klimabilanz nach. Zudem machen aktuelle Produktdesigns die Reparatur der Geräte kompliziert und teuer. Lassen sich diese Negativtrends noch umkehren?

Das Fairphone lässt sich dank seiner modularen Bauweise besonders einfach reparieren.
Foto: Fairphone

Eine Umfrage von Deloitte lässt aufhorchen: 92 % aller volljährigen Personen in Deutschland besitzen demnach ein Smartphone. 46 % der aktuell genutzten Geräte wurden in diesem oder im letzten Jahr gekauft. Nur für 5 % der Befragten ist die CO2-Bilanz ein relevantes Kaufkriterium, dagegen ist eine lange Akkulaufzeit 40 % der Befragten wichtig. Die Folgen des schnellen Konsumzyklus für die Umwelt sind dramatisch. Die Marktforscher prognostizieren, dass Smartphones im Jahr 2022 weltweit 146 Mio. t CO2-Äquivalente verursachen, was etwa dem Ausstoß des gesamten deutschen Verkehrssektors im Jahr 2021 entspricht.

Doch nicht nur der Energieaufwand bei der Produktion ist ein erheblicher Faktor in Sachen Umweltverträglichkeit. Denn Smartphones verschlingen bei der Herstellung eine Menge von Rohstoffen, die dann nach dem Ausmustern der Geräte oft einfach brachliegen. So hat der Branchenverband Bitkom ermittelt, dass sich derzeit in Deutschland rund 210 Mio. ungenutzter Altgeräte in Schubladen, Kisten und Kartons befinden, in denen sich allein 6600 t Aluminium und rund 1400 t des durch die EU als kritisch eingestuften Kobalts befinden. Häufig sind die Geräte nicht defekt, sondern könnten einer weiteren Verwertung zugeführt werden.

Das ungenutzte Smartphone als Rohstoffquelle

Dies liegt auch teilweise in der Tatsache begründet, dass die Mobilfunkbetreiber nach wie vor Verträge anbieten, die es für Kunden attraktiv machen, ihr Handy jedes Jahr oder spätestens nach zwei Jahren auszutauschen, obwohl das alte Gerät noch funktioniert.

Smartphone und Co.: Gesetzliche Grundlagen für langlebige Nutzung schaffen

Selten sind es ernsthafte Defekte, die ein Gerät lahmlegen, sondern eher Trivialitäten, wie ein Akku, der an Leistung verliert, oder ein leicht beschädigtes Display. Hier ist der Gesetzgeber gefragt. „Es gilt, die gesetzlichen Grundlagen zu schaffen, die eine langlebige Nutzung von Smartphone und Co. ermöglichen. Dazu zählt meiner Meinung nach neben dem Öko-Design die Reparaturfähigkeit der Geräte“, sagt Tim Grothey, Researcher beim Borderstep Institut. Eine große Wirkkraft hat in diesem Zusammenhang auch das Thema Software-Updates. Sie müssen von den Herstellern länger zur Verfügung gestellt werden, als es bisher oftmals der Fall ist. Durch längere Updates bliebe die Leistungsfähigkeit der Geräte länger auf einem aktuellen und hohen Niveau erhalten und auch Sicherheitsrisiken für ältere Geräte wären weniger hoch.

Nachhaltigkeit durch modulare Bauweise verbessern

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