Knapp 300 Mio. Altgeräte 14. Dez 2022 Von Elke von Rekowski

Das ungenutzte Smartphone als Rohstoffquelle

Ob Smartphone, Notebook oder Tablet: Die Anzahl nicht mehr genutzter Geräte in Deutschland steigt stetig. Dabei ließen sich viele der Geräte aufbereiten und als Refurbished IT weiter nutzen oder könnten als Quelle für wertvolle und knappe Rohstoffe dienen.

Neben dem Smartphone ist auch das klassische Handy ein typisches Altgerät, das in den Schränken und Schubladen deutscher Haushalte zu finden ist.
Foto: panthermedia.net / Werner Dreblow

Laut einer aktuellen Umfrage des Digitalverbands Bitkom bewahren Menschen in Deutschland rund 210 Mio. Handys oder Smartphones, 49 Mio. Laptops und 26 Mio. Tablets ungenutzt bei sich zu Hause auf. 87 % der Deutschen, also rund 55 Mio. Menschen, besitzen mindestens ein nicht mehr verwendetes Smartphone. Bei Notebooks liegt der Anteil bei 47 % und 20 % der Bundesbürger verfügen über mindestens ein ausrangiertes Tablet.

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Kobalt, Gold, seltene Erden in jedem Smartphone

Mit den Altgeräten liegen auch viele wertvolle Rohstoffe in den deutschen Schränken und Schubladen. So besteht beispielsweise ein Smartphone aus rund 60 verschiedenen Komponenten. Viele davon könnten recycelt werden. Wie groß die Menge ist, zeigt das Beispiel der 210 Mio. Althandys und Smartphones. Neben rund 6600 t Aluminium, dessen Ausgangsstoff Bauxit von der EU als kritischer Rohstoff eingestuft ist, finden sich in den Geräten große Mengen der ebenfalls kritischen Rohstoffe Kobalt (rund 1400 t), Lithium (rund 180 t), Magnesium (rund 140 t), Titan (rund 60 t) sowie Phosphor, Tantal, Platinmetalle oder seltene Erden.

Auch Gold ist Bestandteil von Smartphone oder Handy. In den Altgeräten befinden sich Schätzungen zufolge etwa 3 t Gold. „Die Deutschen horten einen riesigen Rohstoffschatz. Auch vor dem Hintergrund immer wieder neu unterbrochener Lieferketten ist es wichtig, dass wir die schon vorhandenen Rohstoffe in den Haushalten nicht brachliegen lassen“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder.

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Refurbished Smartphone stößt auf Interesse

Anzahl alter Handys und Smartphones in Deutschland, die sich in Privathaushalten befinden. Grafik: Bitkom

Insgesamt zeichnet sich hierzulande bereits ein Umdenken ab: Das Bewusstsein für die Auswirkungen auf die Umwelt durch die Produktion immer neuer technischer und digitaler Geräte nimmt vielerorts zu. Immerhin 79 % wollen nach eigenen Angaben die Geräte länger nutzen, statt schnell neu zu kaufen, um so Ressourcen zu schonen. 58 % lassen elektronische Geräte reparieren, wenn sie defekt sind. 15 % der Menschen in Deutschland haben bereits Refurbished IT gekauft und somit zu gebrauchten, aber professionell aufbereiteten Produkten gegriffen. Das Interesse an diesen Geräten ist groß, immerhin 50 % können sich deren Kauf für die Zukunft vorstellen. Knapp ein Drittel (31 %) schließt dies jedoch für sich aus.

Über ein Drittel (38 %) will nach eigenen Angaben immer möglichst aktuelle Geräte nutzen. Für 74 % dieser Bundesbürger ist es ein Grund für einen Neukauf, wenn die Geräte nicht mehr mit Updates versorgt werden. 70 % geben an, dass sie die Geräte zwar gerne länger verwenden würden, deren Leistung oder die Funktionen aber nicht mehr ausreichen würden. Für 30 % dieses Personenkreises ist es entscheidend, immer über aktuelle Modelle zu verfügen.

Hightech-Metalle werden nur kurz genutzt

Smartphone, Tablet und Co.: So gelingt eine längere Nutzung

Der Verband fordert eine Mehrwertsteuersenkung auf Reparaturen, um diese kostengünstiger und damit attraktiver zu machen. So könnte die Nutzungsdauer von Geräten wie Smartphone, Notebook oder Tablet verlängert werden. Zudem könne eine nachhaltige öffentliche Beschaffung als Hebel genutzt werden, um Ressourcen zu sparen. So habe die öffentliche Verwaltung hat als größter Kunde mit enormer Einkaufsmacht eine wichtige Funktion. Daher sollte bei Ausschreibungen auch der Einsatz von Refurbished IT zugelassen werden.

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