Fachkräftemangel 13. Jan 2022 Von Stefan Asche

Ohne Migranten stünden Logistik und Gastronomie still

Bundesweit fehlen rund 12 000 Berufskraftfahrer und 4200 Gastronomiefachkräfte. Ohne Migranten wären die Engpässe laut Institut der deutschen Wirtschaft (IW) deutlich dramatischer.


Foto: panthermedia.net / frank11

Im Supermarkt bleiben Regale leer, bei Ikea gibt es keine Matratzen mehr: Was in Großbritannien längst Alltag ist, steht Deutschland noch bevor. Der Grund: fehlende Berufskraftfahrer. Vor Beginn der Corona-Krise im Oktober 2019 fehlten deutschlandweit fast 14 000 qualifizierte Berufskraftfahrer. In den Jahren zuvor, als die Konjunktur ohne Handelskrieg und sinkende Exportnachfrage brummte, gab es sogar noch mehr offene Stellen, die nicht besetzt werden konnten. Zeitweise fehlten über 24 000 Berufskraftfahrer.

Tausende Stellen bleiben unbesetzt

Mit der Corona-Krise und dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 entspannte sich die Situation vorübergehend: Von April 2020 bis Mai 2021 gab es rein rechnerisch keine unbesetzten Stellen deutschlandweit, für die nicht mindestens ein arbeitsloser Kandidat infrage kam. Seitdem hat sich die Situation aber wieder deutlich verschärft: Im Oktober 2021 gab es laut Berechnungen des Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung am IW fast 12 000 offene Stellen für Berufskraftfahrer, die nicht besetzt werden können.

Fast 133 000 ausländische Berufskraftfahrer

Ohne Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit sähe die Situation noch viel schlechter aus. Denn jeder vierte qualifizierte Berufskraftfahrer – also diejenigen, die typischerweise über eine duale Ausbildung verfügen – hat eine ausländische Staatsangehörigkeit. 132 888 Migranten sitzen bundesweit beruflich hinterm Steuer, damit war der Beruf des Berufskraftfahrer im Jahr 2020 der absolut gesehen beliebteste Beruf für diese Personengruppe auf Fachkräfteniveau, also mit abgeschlossener Berufsausbildung.

Jede dritte Gastronomiefachkraft hat ausländische Wurzeln

Der zweitbeliebteste Beruf unter Migranten ist die Gastronomie, genauer: die Fachkraft im Gastronomieservice. 91 000 Gastronomiefachkräfte – und somit knapp jede Dritte – hat eine ausländische Staatsangehörigkeit. Nachdem die Branche von Frühjahr 2020 bis Juni 2021 einen starken Rückgang durch die Corona-Schließungen zu verzeichnen hatte, steigen die Fachkräfteengpässe seit Frühjahr 2021 wieder. Im Oktober 2021 fehlten fast 4200 Fachkräfte. Die Folge: Viele Gastronomen müssen auch nach dem Lockdown ihre Lokale, zumindest tageweise, geschlossen lassen.

Logistik setzt auf Roboter

Die Logistikbranche ist sogar doppelt betroffen: Es fehlen nämlich nicht nur Fahrer, sondern auch auch Lagerarbeiter. Zur Lösung dieses Problems werden laut International Federation of Robotics (IFR) verstärkt Logistikroboter eingesetzt. 2020 stieg die weltweite Nachfrage nach automatischen Transport- und Kommissioniereinheiten um 11 % auf ein Volumen von über einer 1 Mrd. $. Befeuert wurde diese Nachfrage auch von steigendem Kostendruck und dem anhaltenden E-Commerce-Boom.

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