Wassersport 27. Jan 2022 Von Wolfgang Heumer

Neue Boote und mehr: Vorfreude aufs nasse Element

Während die Winterkälte uns umschließt, machen wir uns warme Gedanken an den Urlaub über und unter Wasser. Technische Highlights gestalten das Vergnügen noch vergnüglicher.

Kleines Boot ganz groß


Foto: Paper8

Jahrelang hatte der Wiesbadener IT-Spezialist Robert Heine ein Segelboot gesucht, das er im Wohnmobil auf Reisen nehmen kann. Dann sah er Paperotto und fand den Entwickler und Hersteller Marco Oliveto des faltbaren Segelbootes im italienischen Bari. Seitdem besitzt er nicht nur sein eigenes „Faltboot“, sondern vertreibt es auch in Deutschland. Zusammengeklappt ist der aus FSC-zertifizierten Edelhölzern gefertigte Rumpf etwa so groß wie ein Surfbrett; in etwa 15 Minuten lässt sich daraus eine 305 cm lange und 136 cm breite Jolle mit 400 kg Tragfähigkeit zaubern. Das Gewicht (50 kg) und der Preis (7900 €) erscheinen tragbar.

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Drachen mit Zugkraft


Foto: Silent-Yachts

Das Ehepaar Heike und Michael Köhler hat drei vollelektrisch betriebene Hochsee-Doppelrumpfboote entwickelt. Auf dem 18 m langen Einsteigermodell Silent 60 liefern 20 m2 Solarpaneele eine elektrische Leistung von 17 kWp, die zwei jeweils 200 kW starke Elektromotoren versorgen oder in Lithiumbatterien mit 207 kWh Kapazität einspeisen. Jetzt nutzen die Bootsbauer zusätzlich den Wind: Der Silent 60 kann mit einem 9 m2 großen Kiteschirm bestückt werden, der den Katamaran ohne Motorhilfe auf 4 kn bis 5 kn (5 km/h bis 9 km/h) beschleunigt. Der Einstiegspreis liegt bei 2,7 Mio. €.

Eleganz aus Faser


Foto: YYachts

Vom Sieg beim Admiral’s Cup bis zur eigenen Werft hat Michael Schmidt im Wassersport alles erreicht. Doch auf dem Weg in den Ruhestand fand der Profisegler kein seinen Vorstellungen entsprechendes Boot: 20 m bis 30 m lang, optisch auf klare Linien reduziert, technisch mit dem Notwendigen, aber Besten ausgestattet, auch bei leichtem Wind schnell segelnd und nachhaltig produziert. Also eröffnete Schmidt wieder eine Werft und liefert mit den YYachts nach Kundenwünschen ausgebaute Luxusschiffe. Mit der von dem US-Schiffsdesigner Bill Tripp III gezeichneten Y9 ist jetzt das Meisterstück auf dem Markt: 28 m lang, 6,40 m breit, 413 m² Segelfläche, Rumpf und Rigg aus Carbonfasern. Preis: nicht bekannt.

Über die Wellen düsen


Foto: Aerofoils

Der Wind kann Surfern und Surferinnen egal sein, stattdessen brausen sie mit Elektroboards bis zu 50 km/h schnell über das Wasser. Ein „Foil“ unter Wasser hebt das Board ab einer bestimmten Geschwindigkeit über die Wellen. Mit dem Audi e-tron Foil haben Franz Hofmann und sein Start-up Aerofoils ein High-End-Gerät vorgestellt. Der Antrieb aus einem 3,6 kW starken Elektromotor und einem Lithiumakku mit 42 Ah Kapazität ist in einem Gehäuse wie ein Flugzeugrumpf zwischen den Foil-Flügeln untergebracht. Statt eines bei anderen Board­antrieben offenen Propellers rotiert ein Impeller in einer düsenförmigen Verkleidung. Das eFoil soll etwa 10 000 € kosten.

Taucht was


Foto: Nauticam

Marktführer Nauticam präsentiert seine Unterwassergehäuse unmittelbar nach den Kamerapremieren. Und ist damit immer auf der Höhe der Zeit. Ob für Nikons neue Z9 oder Sonys Flaggschiff Alpha 1 – die Feinmechaniker aus Hongkong fräsen die Schutzgehäuse aus massiven Aluminiumblöcken. Die Bedienmechanik im Inneren wirkt in ihrer Komplexität verwirrend, alle Außentasten sind aber für einen intuitiven Umgang optimiert. Damit sich die Taucher auf das Bild konzentrieren können und sich keine Sorgen um die Kamera machen müssen, sind die Gehäuse mit Vakuumsensoren ausgestattet, die eine beginnende Leckage anzeigen. Das alles hat seinen Preis: so etwa 3900 € für das neue Sony-Gehäuse.

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Elektro-Kraftpakete


Foto: Torqueedo

Torqeedo hat als marktführender Entwickler und Hersteller von Elektrobootsmotoren seine Produktpalette deutlich erweitert. Jüngst stellte das süddeutsche Unternehmen seine neue Reihe von Cruise-Motoren vor, die in der Leistungsbreite vom Schlauchbootantrieb bis zum Schubspender für Segel- und Motorboote mit bis zu 12 t Wasserverdrängung reichen. Der neue Cruise 6.0 entspricht dem Kräftepotenzial eines 7,3-kW-Benzinmotors. Mit der Kombination von acht 5000-Wh-Hochleistungsbatterien ebenfalls von Torqeedo als Kraftquelle soll ein 5 t verdrängendes Boot rund 200 km weit kommen. Jeder Motor wiegt fast 70 kg, jede Batterie 36,5 kg. Jede Batterie kostet allerdings 5199 €, der Motor 4369 €.

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