CO2-Fußabdruck 17. Feb 2023 von Martin Ciupek Lesezeit: ca. 5 Minuten

IW-Studie: Produktspezifische Klimabilanzen dank Standards effizient erstellen

Unternehmen müssen Monitoringsysteme nun auch für ihre Lieferketten erstellen. Das ist mit zusätzlichen Kosten verbunden, kann aber durch Anwendung von Standards wie eClass erleichtert werden.

Klares Ziel: Produkte sollen künftig einen individuellen CO2-Fußabdruck erhalten, um Vergleiche bezüglich ihrer Klimawirkung zu ermöglichen. Jetzt müssen Grundlagen für die effiziente Berechnung geschaffen werden.
Foto: PantherMedia / Khunkorn Laowisit

Exportierte Vorprodukte und weltweite Lieferketten – unter solchen Voraussetzungen ist es besonders aufwendig, CO2-Daten entlang der Wertschöpfungsketten zu erfassen und zu bewerten. Das ist aber nötig, um Klimaauswirkungen von Produkten vergleichbar zu machen und auch der Lieferkettensorgfaltspflicht gerecht zu werden.

Hier wird deutlich, welch große Herausforderungen damit beim Aufbau eines individuellen Monitorings für die Nachhaltigkeit der eigenen Produkte auf die Unternehmen zukommen. Eine Studie von IW-Consult, der Dienstleistungstochter des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, zum „CO2-Fußabdruck in Lieferketten“ kommt zu dem Ergebnis: „Mehr als 40 % der Unternehmen in Deutschland und rund 56 % der Industrieunternehmen erwarten zusätzliche Kosten und Belastungen bereits durch das deutsche Lieferkettengesetz.“ Insbesondere, wenn das Monitoringsystem zur Messung der Nachhaltigkeit neu aufgebaut werden müsse und keine bestehenden Standards genutzt werden könnten, sei mit hohen Kosten für die Firmen zu rechnen, heißt es in der Studie, die im Auftrag des eClass-Vereins durchgeführt wurde.

Politischer Hintergrund: CO2-Emissionen und Lieferketten

Zur Erfassung des CO2-Fußabdrucks eines Unternehmens definierte die EU-Kommission bereits 2021 die Empfehlung, die produktbezogenen CO2-Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette inklusive des Lebenszyklus eines Produkts zu erfassen. Man spricht auch von „Cradle to Cradle“.

Produkte aus deutscher Produktion gelten dabei als besonders komplex. Laut Economic Complexity Index (ECI) der Harvard University (2022) gilt Deutschland als Land mit dem drittkomplexesten Produktportfolio weltweit. Die Berechnung von Emissionen der vorgelagerten Wertschöpfungskette eines Produktes ist für deutsche Unternehmen insbesondere deshalb so komplex, weil Produkte des Verarbeitenden Gewerbes meist aus einer Vielzahl verschiedener Einzelteile und Materialien bestehen, deren direkte und indirekte Nachhaltigkeitskennzahlen einzeln erfasst werden müssen, um den ökologischen Fußabdruck des Produktes berechnen zu können.

Standards erleichtern Verarbeitung von Kennzahlen

Damit diese zusätzlichen Aufgaben für Unternehmen neben ihrem Tagesgeschäft zu bewältigen sind, sind also Standards nötig, mit denen die Erfassung und Verarbeitung der zusätzlichen Kennzahlen automatisiert werden können. Die IW-Studie schreibt dazu: „Digitale Produktbeschreibungen und Standards, die die Struktur des Einkaufsportfolios und das Management von Lieferanten erleichtern, besitzen auch im Bereich der Nachhaltigkeitsmessung das Potenzial, den Aufwand und die Kosten der Unternehmen deutlich zu reduzieren. Die Einbindung der durch das deutsche und das geplante europäische Lieferkettengesetz definierten Nachhaltigkeitskriterien wird eine zentrale Anforderung an Produktstandards in den nächsten Jahren werden.“

Lesen Sie hier: Wie digitale Transformation und CO2-Bilanzierung in der Industrie zusammenhängen

Nach Betrachtung des Datenstandards eClass kommt die IW-Studie zum Ergebnis: „Der insbesondere in industriellen Wertschöpfungsketten weltweit verbreitete Referenz-Datenstandard eClass bietet als ISO- und IEC-konformer Datenstandard für die Klassifizierung und eindeutige Beschreibung von Produkten und Dienstleistungen optimale Voraussetzungen, um die Unternehmen bei der Erfüllung ihrer Berichtspflichten hinsichtlich der geforderten Nachhaltigkeitsmerkmale ihrer Produkte zu unterstützen.“

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