Beschichtungen aus dem Baukasten 28. Mrz 2022 Von Martin Ciupek Lesezeit: ca. 5 Minuten

Maßgeschneiderte Oberflächen für den individuellen Anwendungsfall

Wie Kompetenzen in der Oberflächentechnik von Unternehmen strategisch genutzt werden können, zeigt das Beispiel des Automobil- und Industriezulieferers Schaeffler mit Sitz in Herzogenaurach.

Mitarbeiter bei Schaeffler analysieren Bauteile am Elektronenmikroskop.
Foto: Schaeffler

Ursprünglich entwickelte Schaeffler Beschichtungen, um die Eigenschaften ihrer Wälzlager und Antriebskomponenten im Automobilbau sowie in Industrieanwendungen zu verbessern. Inzwischen zählen auch Oberflächen für die Wasserstofftechnologie sowie sensorische Schichten zu den Tätigkeitsfeldern des Unternehmens. Für Tim Hosenfeldt ist die Aufgabe klar: „Kunden kommen nicht wegen der Beschichtung zu uns. Ihnen geht es um Bauteileigenschaften.“ Er ist Leiter Forschung & Innovation und Zentrale Technologien bei Schaeffler und damit für Technologien zuständig, die für beide Anwenderbranchen des Unternehmens wichtig sind.

Die Herausforderung bei der Beschichtung besteht für Tim Hosenfeldt darin, das richtige Material am richtigen Ort aufbringen zu können – also kleine Materialmengen mit großer Wirkung zu verwenden. Er ist Leiter Forschung & Innovation und Zentrale Technologien bei Schaeffler. Foto: Schaeffler AG

Baukasten erleichtert die Auswahl der passenden Materialien für die Oberfläche

„Wir haben dafür einen Beschichtungsbaukasten entwickelt“, sagt er. Dieser umfasst einerseits Beschichtungen und andererseits die dazugehörigen Verfahren. Zu den Klassikern zählen Schichten zum Korrosions- und Verschleißschutz, für eine längere Lebensdauer sowie eine verminderte Reibung. „Die Hauptanwendungsbereiche sind aktuell stark mit der Verbesserung der Energieeffizienz verbunden“, erklärt Hosenfeldt. Zu den neueren Lösungen gehört ein Schichtsystem für die E-Mobilität, das zum Schutz der Laufflächen den Stromdurchgang in Lagern verhindert. Entwickelt wurde die Lösung ursprünglich für die Bahntechnik. Dazu kommen Schichten, die elektromagnetische Strahlung abschirmen und neuerdings auch Schichtsysteme für Komponenten von Brennstoffzellen und Elektrolyseuren.

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