Forstmaschinen 03. Mai 2023 Von Tobias Meyer Lesezeit: ca. 5 Minuten

Wie kleine Harvester aus Schweden die Wälder aufmischen

Bodenverdichtung durch schwere Maschinen ist auch in der Forstwirtschaft unerwünscht. Mit leichten Fällmaschinen stößt ein schwedischer Hersteller in diese Marktlücke.

Einsatz im fränkischen Wald: Die kleinen Harvester aus Schweden kommen am besten mit Baumdurchmessern von rund 30 cm zurecht.
Foto: Tobias Meyer

Neben Sägewerken, Spanplattenfabriken und Möbelherstellung wird auch die Holzernte immer stärker industrialisiert: Die auf Fällmaschinen, sogenannte Harvester, und Holztransporter spezialisierten Fahrzeugbauer konzentrieren sich dabei auf einen möglichst günstigen Schnitt und Transport pro Baum. Am einfachsten ist das mit immer größeren und damit schlagkräftigeren Maschinen zu machen, wie sie in vielen Wäldern unterwegs sind. Das junge schwedische Unternehmen Malwa trat 2009 diesem Trend entgegen. Anfangs wurde es dafür belächelt, inzwischen aber hat der Forstmaschinenspezialist Kunden vom Baltikum bis Kanada.

„Oft bekommen Waldbesitzer nur die Ernte mit der branchenüblichen Großtechnik angeboten“, sagt Malwa-Gründer Magnus Wallin. „Um deren Einsatz rentabel zu machen, muss viel Holz verkauft werden. Manche wollen ihre Wälder aber eigentlich schonender entwickeln“, beschreibt er seine Motivation, kleine Maschinen zu bauen. Foto: Malwa

„Ich habe vorher Kräne und ähnliches technisch inspiziert, vergleichbar mit dem deutschen TÜV. Als ich dann etwas anderes machen wollte, habe ich während eines halbjährigen Sabaticals kleine gebrauchte Traktoren wie etwa von Kubota aus Japan importiert. Private Waldbesitzer kauften diese gerne zusammen mit kleinen Krananhängern“, erzählt Malwa-Gründer Magnus Wallin. „Was ich während der über 200 Verkäufe oft hörte: Die am Markt verfügbaren Forwarder seien viel zu groß für den alleinigen Eigeneinsatz in größeren Privatwäldern, etwa von Landwirten.“ Als Forwarder werden in der Branche Schlepper und Rückezüge bezeichnet.

Erste kleine Harvester und Rückemaschinen stellte Malwa 2009 vor

Es gab also einen unerschlossenen Markt für wesentlich kleinere Forstmaschinen. Und weil sich mit der Zeit der Wunsch geformt hatte, etwas ganz Eigenes auf die Beine zu stellen, baute Wallin zunächst Forwarder. Mit den ersten beiden Modellen ging er 2009 auf die schwedische Elmia Wood, eine der weltweit wichtigsten Forstmessen. Das dort erhaltene Feedback packte er mit in die Entwicklung der Serie, tatkräftig unterstützt von den Besitzern des Metallbaubetriebs, bei dem er sich eingemietet hatte. Bis 2013 verkaufte Wallin 40 der gerade einmal 27 kW (37 PS) starken Maschinen.

Inzwischen hatten sich die „Zwerge“ auch bei den Profis herumgesprochen, die nach mehr Motorleistung verlangten. Und da ein auf der gleichen Basis entwickelter Harvester für die hydraulische Fällung ebenfalls mehr Leistung brauchte, implementierte das Unternehmen einen 55 kW (75 PS) starken Antrieb von Caterpillar. Ohnehin hatten neue Abgasvorschriften zu der Zeit eine Umstellung erfordert. Die als Malwa 560 vorgestellten Prototypen wurden ebenfalls auf die Elmia Wood präsentiert. Der erste Harvester war bereits verkauft, als er dort durchs Tor fuhr.

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