Breitband 17. Okt 2022 Von Elke von Rekowski Lesezeit: ca. 2 Minuten

Vodafone: Partnerschaft für massiven Glasfaserausbau

Der Düsseldorfer Netzbetreiber Vodafone will innerhalb von sechs Jahren bis zu 7 Mio. Haushalte mit echten Glasfaseranschlüssen versorgen.

Netzausbau: Vodafone baut Glasfaser im Main-Kinzig-Kreis aus. Jetzt starten die Düsseldorf eine Glasfaseroffensive für Deutschland - sieben Millionen Haushalte wollen sie in sechs Jahren anschließen.
Foto: Vodafone

Etwas verspätet, aber dafür mit Hochdruck will Vodafone den Glasfaserausbau in Deutschland vorantreiben. Dazu schließt sich das Unternehmen mit einem neuen Partner zusammen und investiert kräftig. Es ist höchste Zeit, denn Mitbewerber haben bei Fiber to the Home (FTTH) aktuell die Nase vorn.

Mehr Tempo beim Glasfaserausbau

Um den Glasfaserausbau in Deutschland zu forcieren, hat sich Vodafone mit dem Telekommunikationsunternehmen Altice zusammengetan, um das Joint Venture FibreCo zu gründen. Innerhalb von sechs Jahren wollen die beiden Partner bis zu 7 Mio. Haushalte mit FTTH-Anschlüssen versorgen und dafür bis zu 7 Mrd. € investieren. Die Firmengründung ist für das erste Halbjahr 2023 geplant. Vodafone und Altice werden jeweils 50 % von FibreCo halten.

Vodafone will beim Breitbandausbau verstärkt auf echte Glasfaser setzen

Die Zeit für eine solche Investition drängt. Aktuell betreibt Vodafone zwar ein Breitbandnetz und versorgt rund 24 Mio. Haushalte, die Zahl der FTTH-Anschlüsse liegt allerdings lediglich bei rund 40 000.

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Statt FTTH setzt der Telekommunikationsbetreiber bislang häufig noch auf Fernsehkabel als Übertragungsweg. Der aktuelle Docsis-3.1-Standard für Coax-Netze (TV-Kabel) begrenzt jedoch die auch künftig möglichen Bandbreiten besonders im Upload. Reine Glasfaser hingegen bietet nicht nur höhere mögliche Bandbreiten, sondern stellt diese auch symmetrisch zur Verfügung. Die Datenübertragung über Glasfasernetze ist zudem besonders energieeffizient und verbraucht damit deutlich weniger Strom als über herkömmliche Kupfer- oder Kabelnetze.

Kabel für Glasfaserausbau. Foto: Vodafone

Die Mitbewerber von Vodafone setzten bereits früher auf den FTTH-Ausbau. So investierte etwa die Deutsche Telekom schon 2020 massiv und will bis 2024 10 Mio. Haushalte mit FTTH-Anschlüssen versorgen. Telefónica und der Versicherer Allianz verkündeten vor zwei Jahren die Gründung eines Joint Ventures für den Glasfaserausbau, das 5 Mrd. € innerhalb von sechs Jahren investieren will.

Mit dem Gemeinschaftsunternehmen FibreCo will Vodafone nun aufholen. 80 % der neuen Glasfaseranschlüsse sollen entlang der bestehenden Kabel-Glasfaser-Infrastruktur gebaut werden. 20 % der neuen FTTH-Anschlüsse sollen in Regionen entstehen, in denen noch kein Gigabit-Anschluss von Vodafone verfügbar ist. Die neuen Glasfaser-Leitungen sollen neben Vodafone perspektivisch auch allen anderen Anbietern zur Verfügung stehen.

Branchenverband Breko verleiht Siegel für „echte Glasfaser“

Der Bundesverband Breitbandkommunikation (Breko) will die Investitionsbereitschaft der Telekommunikationsnetzbetreiber in Glasfaser mit dem Qualitätssiegel „Echte Glasfaser“ belohnen. Seine Verleihung ist an Kriterien wie die Investitionsbereitschaft in Glasfasernetze bis in die Gebäude und Wohnungen (FTTB/FTTH) gebunden.

Voraussetzung ist außerdem, dass das ausgezeichnete Unternehmen dem Ausbau dieser echten Glasfaseranschlüsse im Verhältnis zu anderen Technologien Priorität einräumt. Zudem muss das das ausgezeichnete Unternehmen Open Access anbieten, also die gebauten Glasfasernetze zu fairen Bedingungen auch anderen Wettbewerbern zur Verfügung stellen.

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