Rohstoffpreise 24. Nov 2022 Von Dennis Bastian Lesezeit: ca. 2 Minuten

Lithium trotzt dem allgemeinen Preisverfall an den Rohstoffbörsen

Während die Preise für zahlreiche Industriemetalle wie Zinn, Nickel oder Kupfer sinken, boomt die Lithiumnachfrage weiter.

Die rasante Elektrifizierung im Mobilitätssektor verlangt große Mengen an Lithiumbatterien und treibt damit nachhaltig die Nachfrage nach dem Metall.
Foto: PantherMedia / firefox

Das Jahr 2022 war für die internationalen Rohstoffmärkte bisher sehr herausfordernd. Innerhalb der ersten drei Monate des Jahres stiegen die Preise der wichtigsten Industriemetalle rasant an. In diesem Zeitraum legte etwa der Kupferpreis an der Londoner Metallbörse (LME) um mehr als 40 % zu, Zinn und Zink verteuerten sich um 25 %, Aluminium um 11 %. Der Nickelpreis stieg sogar in der Spitze um das Fünffache, nachdem es infolge eines sog. „Short Squeeze“ zu massiven Verwerfungen im Nickelhandel gekommen war. Die LME reagierte und setzte den Handel mit Nickel für einige Tage aus.

Mittlerweile drückt die Angst vor einer globalen Rezession die Metallpreise. Seit den Preispeaks im März 2022 hat der Zinnpreis über 60 % verloren und befindet sich auf einem Preisniveau, vergleichbar mit dem vor der Pandemie. Auch der Nickelpreis gab innerhalb der letzten Monate um über 50 % nach, Kupfer notiert heute 35 % und Zink rund 40 % tiefer als noch im März.

Bis zu 95 %: Die Lagerhäuser der Londoner Metallbörse wurden zwischenzeitlich mit russischem Kupfer geflutet

Doch längst nicht bei allen Rohstoffen ist solch ein Preisverfall zu beobachten. So hat sich beispielsweise der Preis für 1 t Lithiumkonzentrat (Spodumen) seit Jahresbeginn mehr als verdreifacht. Das Leichtmetall steht durch die zentrale Bedeutung für leistungsfähige Lithium-Ionen-Batterien im Fokus der Energie- und Verkehrswende. Insbesondere die aktuell hohe, zum Teil regulatorisch getriebene Nachfrage aus dem Bereich der Elektromobilität sorgt für die stark steigenden Preise. Aber auch der Bedarf an stationären Batteriespeichern im Zuge der Ausbaupläne für erneuerbare Energien nimmt stetig zu. Nach Prognosen der internationalen Energieagentur (International Energy Agency – IEA) könnte sich die weltweit installierte Batteriekapazität von 6 GW im Jahr 2021 bis zum Jahr 2030 auf 680 GW mehr als verhundertfachen.

Rekordpreise für Lithium bei Auktionen an der Battery Material Exchange (BMX)

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