Rohstoffe 22. Sep 2022 Von Peter Odrich

Uranpreis steigt vor dem Hintergrund des Ukrainekrieges

Russland verfügt über 40 % der abbaubaren Uranvorkommen der Erde. Noch sind die Exporte aus Putins Reich nicht mit westlichen Sanktionen belegt. Sollte das geschehen, dürfte der Uranpreis stark ansteigen.

Russlands Schlüsselrolle bei der Uranförderung verstärkt seit Beginn des Ukrainekrieges den Preisauftrieb für das Metall.
Foto: PantherMedia / Postnikov

Seit dem Beginn des Ukrainekriegs im Februar geht es mit dem Uranpreis nach oben. In jüngerer Zeit hat sich diese Bewegung sogar noch verstärkt. Allein in der zweiten Hälfte August gab es ein Plus von 7 % – in einer Zeit, in der die meisten Industriemetalle vor allem konjunkturell bedingt starke Preiseinbußen hinnehmen mussten. Der Uranpreis hat mit rund 50 $ je Pfund (0,453592 kg) „Yellowcake“, wie das Material in der Energiebranche meist genannt wird, ein Niveau erreicht wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Die Antriebskraft war und ist vor allem die Nutzung nuklearer Anlagen zur Stromerzeugung. Fast weltweit steigt inzwischen das Interesse angesichts der großen Schwierigkeiten, zuverlässige Gaslieferanten zu finden.

Hitze und Trockenheit belasten den Rohstoffsektor

Derzeit befinden sich weltweit 47 Kernkraftwerke im Bau, die im Laufe der kommenden sechs Jahre in Betrieb gehen sollen. Sie alle brauchen Uran. Das Gleiche gilt für das Wiederanlaufen jener vielen japanischen Kernkraftwerke, die nach der Tsunamikatastrophe von Fukushima temporär stillgelegt wurden. Schließlich steigt auch der französische Uranbedarf, nachdem die Regierung in Paris die schnelle Wiederinbetriebnahme der zahlreichen Kernkraftwerke des Landes angeordnet hat. Im Blick auf die Zukunft kommt der Uranbedarf all der vielen derzeit in der Planung befindlichen Minikernkraftwerke hinzu.

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