Stellenabbau 06. Feb 2024 Von André Weikard Lesezeit: ca. 2 Minuten

Mehr als jeder zehnte Arbeitsplatz betroffen: Miele streicht 2700 Jobs

Miele verkündet einen umfassenden Stellenabbau. 700 Mitarbeiter am Stammsitz Gütersloh sind betroffen. Miele-Waschmaschinen kommen künfitg aus Polen.

Im 125. Jahr seines Bestehens droht Miele ein umfangreicher Stellenabbau.
Foto: Miele

Der Haushaltsgerätehersteller Miele plant einen drastischen Stellenabbau. Rund 2700 Jobs sollen wegfallen, teilte das Unternehmen mit. Der Gütersloher Haushaltsgeräte-Hersteller will damit in den kommenden drei Jahren 500 Mio. Euro Kosten einsparen.

Made in Poland: Miele-Jobs wandern ins Ausland

Davon ist auch das Herz der Miele-Fertigung, der Standort Gütersloh und die Fertigung von Waschmaschinen betroffen. Die soll schrittweise ins polnische Miele-Werk in Ksawerów verlegt werden. Ab dem Jahr 2027 werden fast alle Waschmaschinen für den Haushalt von dort kommen. In Gütersloh verbleiben Presswerk, Gießerei und die Bearbeitung der gegossenen Teile, „bis auf Weiteres“, wie es in einer Pressemitteilung von Miele heißt. Die Geschäftsleitung ließ an die Belegschaft gerichtet mitteilen: „Das sind schwerwiegende Schritte, und uns ist sehr bewusst, dass dies viele Kolleginnen und Kollegen hart treffen wird.“ Miele wäre aber nicht Miele, wenn der jetzt bevorstehende Umbau nicht so sozialverträglich wie möglich und in enger Abstimmung mit den Arbeitnehmervertretungen gestaltet würde, so die Unternehmensleitung weiter. Man sei in einem „konstruktiven Dialog“ mit der IG-Metall.

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Kaufzurückhaltung führt zu starkem Umsatzeinbruch

Das nun ausgearbeitete „Performance Programm“ geht auf Ratschläge der Unternehmensberatung McKinsey zurück. Die externen Berater waren hinzugezogen worden, weil Miele zuletzt von einem abrupten Absatzrückgang betroffen war. Nachdem Miele für das Jahr 2022 noch einen Umsatzrekord von 5,43 Mrd. € vermelden konnte, gingen die Verkäufe nach Stückzahlen zuletzt um rund 18 % zurück. Das Unternehmen macht dafür unter anderem die Ukrainekrise, die hohe Inflation und die allgemeine Kaufzurückhaltung der Verbraucher verantwortlich. Sieht aber auch strukturelle Ursachen: „Was wir derzeit erleben, ist keine vorübergehende Konjunkturdelle, sondern eine nachhaltige Veränderung der für uns relevanten Rahmenbedingungen, auf die wir uns einstellen müssen“, so die Geschäftsleitung in einer internen Information an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Nur mit den nun angekündigten Schritten, könne das Unternehmen, das in diesem Jahr sein 125-Jähriges Bestehen feiert, konkurrenzfähig bleiben.

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