Bildung 16. Nov 2023 Von Stefan Asche Lesezeit: ca. 3 Minuten

Deutschlands erster Masterstudiengang für 3D-Druck

Die Hochschule Coburg bildet Studierende zu den Zukunftsthemen „Additive Manufacturing and Lightweight Design“ aus. Mitinitiator ist Frank Carsten Herzog, Grandseigneur der internationalen 3D-Druck-Szene.

Lehre mit modernster technischer Ausstattung: Das digitale Klassenzimmer ist ein Kreativraum, in dem die Zukunft der Bildung erdacht, erprobt und ermöglicht wird. Hier wird eine topologieoptimierte Fahrradgabel in einem Großraum-Drucker mit Filament gedruckt.
Foto: Hochschule Coburg

Mit welchen Technologien meistern wir die Herausforderungen der Zukunft? Wie schaffen wir eine ressourcenschonende Perspektive für die industrielle Fertigung? Diesen Fragen widmen sich die Studierenden des im Wintersemester 2022 gestarteten Masterstudiengangs „Additive Manufacturing and Lightweight Design“. Der Studiengang wird von der Hochschule Coburg in Kooperation mit dem zivilgesellschaftlich initiierten Projekt Forschungs- und Anwendungszentrum für digitale Zukunftstechnologien (FADZ) in Lichtenfels angeboten.

Die Hälfte des Studiums findet praxisnah in einem der internationalen Zentren für den 3D-Druck statt: In der Innenstadt von Lichtenfels ist mit dem FADZ in den letzten Jahren auf drei Etagen ein Zentrum für digitale Technologien entstanden. Kooperationspartner ist, über den FADZ Wirtschaftsverband organisiert, auch die regionale Industrie.

Frank Carsten Herzog, Mitglied im Hochschulrat der HS Coburg und Hauptinitiator des FADZ-Projekts, sagt: „Wir haben das FADZ auf höchstem technischen Niveau ausgestattet. Beim 3D-Druck sind wir Vorreiter, auch weltweit. Ein wirkliches Zukunftsthema mit spannenden Perspektiven. Der Maschinenpark umfasst moderne industrielle 3D-Drucker. Das FADZ steht nicht nur Studierenden offen, sondern allen Interessierten: eine Zukunftsbegegnungsstätte für Tüftler, Schülergruppen, Mittelständler und Digital-Enthusiasten. Das Haus lebt von der Lust auf Technik und dem gemeinsamen Machen.“

Lesetipp: Grandseigneur des 3D-Drucks hilft Gründern

Nachhaltige Perspektiven für Industrie und Arbeitswelt

Studiengangleiter Alexander Rost von der Fakultät Maschinenbau und Automobiltechnik an der Hochschule Coburg: „Nachhaltigkeit ist das zentrale Konzept des Studiengangs. Sowohl mit Blick auf Technologien, die der Wirtschaft ressourcensparende Perspektiven eröffnen, als auch für das Arbeitsleben der Absolventinnen und Absolventen: Durch die Projektorientierung lernen und entwickeln die Studierenden Kompetenzen, die ein langfristiges fachliches und persönliches Fundament sind. Inhaltlich bündeln wir Elemente aus dem Maschinenbau, der Werkstofftechnik und dem technischem Produktdesign zu einem deutschlandweit einmaligem Masterstudium zum Thema 3D-Druck.“

Bewerben können sich Bachelor-Absolventinnen und -Absolventen aller technischen und naturwissenschaftlichen Fachrichtungen. Nach erfolgreichem Master-Programm in Lichtenfels und Coburg warten exzellente berufliche Perspektiven in der Region und auch weltweit. Etwa im Maschinen- und Werkzeugbau, in der Raumfahrt oder in der Medizintechnik.

Lichtenfels: Eines der weltweiten Zentren für Additive Fertigung

Die Studierenden erarbeiten sich viele Projekte gemeinsam bis hin zur Anwendung im Entwicklungs- und Fertigungsprozess. Unterstützung erhalten sie dabei auch aus der Praxis. Denn Lichtenfels bietet eine hochmoderne Infrastruktur im Bereich der Additiven Fertigung.

Ausgangspunkt dafür war die Gründung von Concept Laser im Jahr 2000 durch die 3D-Druck-Pioniere Kerstin und Frank Carsten Herzog. Heute gehört das Unternehmen mehrheitlich zum Weltkonzern General Electric (GE). GE und andere Unternehmen aus der Region unterstützen die Studierenden bei der Projektarbeit.

Wichtige Kontakte in die Industrie und zu potenziellen Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern können so bereits während des Studiums geknüpft werden. „Wir bringen die Studierenden über den direkten Kontakt mit den Unternehmen an die realen technischen Herausforderungen“, sagt Studiengangleiter Rost. Den Studierenden bieten sich darüber hinaus in der Region zahlreiche Optionen für studienbegleitende Praktika und Masterabschlussarbeiten in Unternehmen.

Additive Fertigung: Firmen rechnen mit steigenden Umsätzen

Einer der ersten Masterstudenten in Lichtenfels ist Felix Haberkorn: „Wir haben alle relevanten Verfahren der Additiven Fertigung behandelt – ansonsten ist es aber ein sehr praktisches Studium. Wir tauschen uns wöchentlich mit den Professorinnen und Professoren zu den Projektarbeiten aus und können mit allen Maschinen im Haus arbeiten und eigene Ideen umsetzen. Der Kontakt mit den Unternehmen über Projekte hilft außerdem, die Technologie und ihr Potenzial zu durchdringen.“

Neben den exzellenten Voraussetzungen im Bereich der Additiven Fertigung sind die Freizeitmöglichkeiten in der Region Oberfranken um Lichtenfels bei Studierenden besonders beliebt – von der Radtour am Main entlang und dem Abstecher zum Badesee bis zur Brauereiwanderung in einer beeindruckenden Naturlandschaft. Coburg und Bamberg erreicht jeder in etwa 20 min mit der Bahn. Größere Städte wie Erlangen und Nürnberg in jeweils einer Stunde.

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