Verkehr 10. Aug 2022 Von Peter Kellerhoff

Wasserstoff: 5000 Lkw mit Wasserstoffantrieb für GP Joule

Das Energiewende-Unternehmen GP Joule wird über die kommenden fünf Jahre 5000 40-t-Lkw mit Wasserstoffantrieb von Clean Logistics abnehmen.

5000 Wasserstoff-Lkw vom Typ Clean Logistics fyuriant sollen spätestens 2027 auf deutschen Straßen rollen.
Foto: GP Joule

Ist das die Verkehrswende im Güterverkehr? Zumindest ist es der aktuell weltweit größte Vertrag über die Lieferung von schweren wasserstoffelektrisch betriebenen Lkw. Das Gesamtvolumen des Rahmenvertrags liege im niedrigen einstelligen Milliarden-Euro-Bereich. GP Joule – ein Systemanbieter für integrierte Energielösungen aus Sonne, Wind und Biomasse sowie ein Partner auf Versorgungsebene für Strom, Wärme, Wasserstoff sowie Elektromobilität – will die Schwerlastfahrzeuge inklusive der grünen Wasserstoffinfrastruktur an Kunden aus Logistik und Handel vermitteln.

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Bei den georderten Lkw handelt es sich um Neufahrzeuge. Clean Logistics wird schwere Sattelzugmaschinen ohne Antriebsstrang verwenden und diese mit Brennstoffzellen-, Batterie- und Wasserstofftanksystemen sowie der eigens entwickelten Achse mit Radnabenelektromotoren und dem speziellen Steuerungssystem „HyBoss“ ausrüsten.

GP Joule bietet eigenen Angaben zufolge damit alle Komponenten für den klimaneutralen Schwerlastverkehr aus einer Hand: Das Unternehmen sorgt für die Produktion und den Bezug von grünem Wasserstoff aus erneuerbaren Energien, errichtet und betreibt Wasserstofftankstellen und wird seinen Kunden aus Logistik, Handel und Industrie zukünftig auch die Sattelzugmaschinen zur Verfügung stellen. Laut GP Joule wird so das Henne-Ei-Problem gelöst, indem das Unternehmen sich sowohl um den Aufbau eines Tankstellennetzes als auch um das Inverkehrbringen der Fahrzeuge kümmert.

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5000 Lkw mit Wasserstoffantrieb bedeuten bei je 100 000 km/Jahr eine jährliche Ersparnis von 325 000 t CO2

Bei einer jährlichen Laufleistung von 100 000 km und 25 l Dieselverbrauch auf 100 km stoße eine einzige Sattelzugmaschine heute mehr als 65 t CO2 pro Jahr aus. Die Flotte von 5000 Wasserstoff-Lkw werde im Gebrauch also mehr als 325 000 t CO2 jährlich einsparen können. „Die Nutzung von grünem Wasserstoff trägt maßgeblich zur Dekarbonisierung des Verkehrssektors bei – und die 5000 nun gesicherten Lkw sind wegweisend für die grüne Logistik von morgen“, sagt Ove Petersen.

„Dieser Rahmenvertrag zur Lieferung von 5000 Lkw stellt einen maßgeblichen Meilenstein in der Dekarbonisierung des Schwerlastverkehrs dar“, sagt Dirk Graszt, CEO von Clean Logistics: „Gemeinsam mit unserem Partner GP Joule werden wir dafür sorgen, dass wasserstoffbetriebene Lkw bald Alltag im Straßenverkehr sind.“

Ove Petersen, CEO und Mitgründer von GP Joule, ergänzt: „Diese Verknüpfung ist sehr wichtig, um den Ausbau der erneuerbaren Energien noch schneller voranzutreiben, ohne auf den Ausbau der Stromnetze zu warten.“

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Wasserstoff-Lkw: Bestehende Zusammenarbeit ausgeweitet

Im Juli dieses Jahres hatte GP Joule bekannt gegeben, dass es 40 Umbauplätze zur Produktion des ersten wasserstoffbetriebenen Trucks „fyuriant“ von Clean Logistics reserviert hat. Dieses Engagement und die Zusammenarbeit mit Clean Logistics würden nun deutlich ausgeweitet. „Die lang ersehnte Verkehrswende im Schwerlastverkehr nimmt so weiter an Fahrt auf und wird nun Schritt für Schritt in den nächsten Jahren in die Praxis umgesetzt“, sagt Dirk Graszt.

Die börsennotierte Clean Logistics SE produziert in Hamburg Zero-Emission-Trucks und -Busse für Kunden aus Transport, Logistik und Schwerlastverkehr. Als eines der ersten Unternehmen im Markt habe sich Clean Logistics frühzeitig darauf spezialisiert, Sattelzugmaschinen und Busse durch den Einsatz von Wasserstofftechnologien zu dekarbonisieren. Die Fahrzeuge werden in eigenen Produktionsstätten mit brennstoffzellenelektrischen Antriebssystemen ausgestattet.

Produktion von grünem Wasserstoff garantiert Versorgungssicherheit

GP Joule unterstreicht mit dem nun abgeschlossenen Rahmenvertrag auch die Bedeutung des hiesigen Wasserstoffmarkts bei der Energiewende. „Die Produktion von Wasserstoff ist systemdienlich, sie wird zukünftig die Versorgungssicherheit in diesem Land garantieren. Denn wenn kein Wind weht und die Sonne nicht scheint, wird nur grüner Wasserstoff für die benötigten Mengen erneuerbarer Energie und damit auch für Souveränität und Unabhängigkeit sorgen“, sagt Petersen.

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