Mobilität 01. Dez 2022 Von Harald Lutz

Fahrzeugdaten für freie Werkstätten

Freie Werkstätten haben es schwer, an alle Daten eines Fahrzeugs zu gelangen, um Reparaturen adäquat ausführen zu können.

Fahrzeugdiagnose: Autohersteller teilen bestimmte Daten eines Kfz nur mit ihren Vertragswerkstätten – zum Nachteil der sogenannten freien Werkstätten.
Foto: Eco-Verband e.V.

Die Digitalisierung macht mit umfangreicher neuer Software- und Hardwaretechnologie wie Künstlicher Intelligenz, Hightech-Diagnosetools und Unmengen von erhobenen Fahrzeugdaten auch vor den Automobilwerkstätten nicht halt. Rund 22 100 freie Werkstätten und 14 500 Vertragswerkstätten gibt es derzeit noch im Automobilland Deutschland.

Doch nicht alle Werkstätten kommen in den Genuss aller Daten eines Fahrzeugs. Erste Zwischenergebnisse des aktuell vom Eco-Verband der Internetwirtschaft e. V. durchgeführten Forschungsprojekts „Autowerkstatt 4.0“ haben ergeben, dass vor allem bei der Frage des freien Zuganges der heute von den Herstellern erhobenen Fahrzeugdaten die freien Automobilwerkstätten klar im Nachteil sind.

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Die Kfz-Branche im Strukturwandel: Das Auto als rollender Computer

Die Kfz-Branche mit ihren rund 440 000 Beschäftigten befindet sich mitten in einem Strukturwandel. Die Fahrzeuge haben sich in den letzen 20 Jahren enorm weiterentwickelt und verändert: weg von ehemals primär elektromechanischen Produkten hin zu „rollenden Computern“ mit bis zu 15 000 Sensoren pro Pkw der Luxusklasse. Hinzu kommt die E-Mobilität und der Einzug von künstlicher Intelligenz.

Umsatz und Beschäftigte in der Automobilbranche: Während die Umsätze steigen, nimmt die Zahl der Beschäftigten kontinuierlich ab. Die Folge: Fachkräftemangel.
Foto: Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe

„Eine besondere Herausforderung durch die Digitalisierung liegt für die Werkstätten heute – egal ob Verbrenner oder E-Antrieb – im Umgang mit den großen Datenmengen, die bei modernen Pkw aus den vielen Fahrzeugsensoren in allen Bereichen gewonnen, für Diagnosezwecke zusammengeführt und ausgewertet werden müssen“, sagt Juan Hahn, Gründer der Unternehmensberatung Hahn Network, Berlin.

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Diese Daten, auch mit dem konkreten Nutzungsverhalten der Fahrerin oder des Halters, sind etwa für eine vorausschauende Fahrzeugwartung (Predictive Maintenance) notwendig, um frühzeitig auf mögliche Fehlerquellen und Gefahren zu reagieren. Heute erwarten Autofahrer und -fahrerinnen von der Werkstatt ihres Vertrauens mit Fug und Recht, dass sie auch dazu in der Lage ist, rechtzeitig zu erkennen, was unbedingt gewartet oder repariert werden muss – und das auch schon vor der üblichen Zeit, wenn die Sensoren eine Schwachstelle aufgespürt haben.

Wettbewerbsvorteil für Vertragswerkstätten

Um diese Services auch umfänglich leisten zu können, benötigt die Werkstatt für ihre Diagnose zwingend die konkreten Fahrzeugdaten.

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