Brandschutz 10. Mai 2023 Von Peter Kellerhoff

Mit dem Hightech-Unimog ins Katastrophengebiet

Der gerade vorgestellte Unimog U 5023 TLF-W besticht mit einer Vielzahl innovativer Features, damit Feuerwehren schnell und sicher zum Waldbrand oder in das Katastrophengebiet kommen. Und auch sicher wieder raus.

Der Unimog U 5023 TLF-W besitzt einen Frontsprühbalken sowie Sprühdüsen vor allen vier Rädern und am Astabweiser der Kabine. Diese ermöglichen bei Waldbrandeinsätzen den Eigenschutz der Fahrzeugbesatzung.
Foto: Daimler Truck AG

Großer Waldbrand in dicht bewaldetem Gebiet, Hochwasser und Überschwemmungen durch Starkregen – die Anforderungen an die Einsatzfahrzeuge der Feuerwehren sind hoch. Nicht nur, um die Brände effektiv bekämpfen können oder schnell in Überschwemmungsgebiete zu kommen. Auch Evakuierungen und der Eigenschutz gehören zum Leistungskatalog. Ein solches Fahrzeug hat Mercedes-Benz Special Trucks gerade in Fulda auf der RETTmobil (10. bis 12. Mai), der europäischen Leitmesse für Rettung und Mobilität, präsentiert.

Feuerwehr: Hightech im Löscheinsatz

Das Waldbrand-Tanklöschfahrzeug TLF-W auf Basis des Unimog U 5023 verfügt über eine Vielzahl moderner Feuerwehr-Spezialausrüstungen. Der hochgeländegängige und kompakte Unimog wird seit vielen Jahrzehnten von Feuerwehren in aller Welt als Basisfahrzeug für gefährliche Waldbrandeinsätze in unwegsamem Gelände geschätzt, bei denen die Sicherheit der Feuerwehrleute stets oberste Priorität haben sollte. Die beiden ersten Fahrzeuge dieses neuen Typs werden bei der Branddirektion in der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart eingesetzt. Sie basieren beide auf Fahrgestellen der hochgeländegängigen Unimog-Baureihe. In ihrer serienmäßigen Ganzstahl-Doppelkabine findet ein Feuerwehr-Einsatztrupp mit vier Personen samt Schutzkleidung und Ausrüstung auf vier Einzelsitzen Platz.

Die Erfolgsgeschichte des Unimogs als Universalfahrzeug

 Feuerwehrfahrzeug mit kompakten Abmessungen

Sehr kompakt sind die Abmessungen des Unimog U 5023 TLF-W mit einer Länge von 6950 mm, einem Radstand von 3850 mm und einer Gesamthöhe von 3300 mm inklusive des Aufbaus. Dazu kommen kurze Überhänge und große Bodenfreiheit und Böschungswinkel. Dank der Watfähigkeit von 1200 mm sind Wasserdurchfahrten ebenso möglich wie das Überfahren umgestürzter Baumstämme und größerer Felsbrocken auf der Fahrt zur Einsatzstelle.

Seit jeher hochgeländegängig und kompakt – der Unimog.
Foto: Daimler Truck AG

Das Tanklöschfahrzeug ist laut Mercedes-Benz Special Trucks mit einer Reihe spezieller Maßnahmen zur effizienten Bekämpfung von Waldbränden prädestiniert. Es verfügt über einen sehr niedrigen „Varus 4×4“-Aufbau des Feuerwehr-Spezialausrüsters Schlingmann in Edelstahl-Aluminium-Verbundbauweise und mit sehr tiefem Schwerpunkt. Darin integriert ist der T-förmige Löschwassertank mit einem Volumen von 3200 l. Das Dach des Aufbaus ist zur Aufnahme von bis zu zehn Personen zugelassen. Dadurch können beispielsweise beim Hochwassereinsatz Personen gerettet und aus der Gefahrenzone evakuiert werden.

Beim Unimog U 5023 ist das Dach des Aufbaus zur Aufnahme von bis zu zehn Personen zugelassen.
Foto: Daimler Truck AG

Eigenschutz steht bei Fahrzeugen der Feuerwehr an oberster Stelle

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Der feuerwehrspezifische Aufbau ist mit einer Dreipunktlagerung am Fahrgestell befestigt. In Verbindung mit den bewährten Portalachsen des Unimog und dem niedrigen Schwerpunkt des Aufbaus ermöglicht dies eine sehr große Verwindungsfähigkeit und sorgt dafür, dass der Unimog U 5023 TLF-W möglichst schnell und sicher zum Einsatzort gelangt – aber auch dafür, dass er diesen bei drohender Gefahr möglichst genauso schnell und sicher wieder verlassen kann. Ein Frontsprühbalken sowie Sprühdüsen vor allen vier Rädern und am Astabweiser der Kabine ermöglichen bei Waldbrandeinsätzen den Eigenschutz der Fahrzeugbesatzung. In besonders kritischen Situationen steht dem Trupp eine Selbstschutzanlage zur Verfügung, die über zwei separate Sicherheitstanks mit je 230 l Wasser gespeist wird. An der Fahrzeugfront sitzt eine 50 kN starke Seilwinde, die im Notfall auch zur Eigenbergung des Fahrzeugs dient.

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Feuerwehr: Bis zu 2000 l Löschwasser pro Minute

Zu den feuerwehrtechnischen Extras des Tanklöschfahrzeugs zählt darüber hinaus die Hightech-Pump-and-Roll-Ausrüstung, mit der sich auch während der Fahrt größere Brandherde in dicht bewachsenen Waldgebieten gezielt bekämpfen lassen. Aus zwei rechteckigen und begehbaren Dachluken über den hinteren Sitzen können bis zu 2000 l Löschwasser pro Minute abgegeben werden. Dies erfolgt über zwei Hohlstrahlrohre und den manuell bedienbaren Wasserwerfer auf dem Fahrzeugdach. Den erforderlichen Nennförderstrom bei einem Nennförderdruck von 10 bar produziert die Feuerlöschkreiselpumpe FPN 10–2000, die am Heck des Unimog U 5023 TLF-W eingebaut ist. Für eine optionale Schaumzumischung ist ein 60-l-Schaummitteltank mit einer Zumischanlage AutoMix 30 DE installiert.

Unimog U 5023 hat eine Watfähigkeit von 1200 mm.
Foto: Daimler Truck AG

Hitzeschutz für betriebsrelevante Systeme beim Feuerwehr-Einsatzfahrzeug

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Spezielle Hitzeschutzummantelungen für betriebsrelevante Leitungen sorgen für zusätzliche Sicherheit. Zwei seitliche Geräteräume und ein Geräteraum im Heckbereich bieten Platz für die nötige feuerwehrtechnische Beladung. Sie können flexibel um Dachkästen und weitere Lagerungen ergänzt werden. Die Scheinwerfer an Front und Heck, die Umfeldbeleuchtung im Dachbereich sowie die Sondersignalanlage sind in LED-Technik ausgeführt und sorgen für sehr gute Sicht auch bei Dunkelheit oder schlechten Wetterverhältnissen.

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