Klimaschutz 19. Jul 2023 Von Peter Kellerhoff Lesezeit: ca. 2 Minuten

Weg zur Klimaneutralität im Verkehr führt über die G20-Staaten

Die bisherigen Maßnahmen in den G20-Staaten reichen nicht für eine Trendwende bei Verkehrsemissionen. Das geht aus einem aktuellen Bericht von Agora Verkehrswende und GIZ hervor. Auch die weit verbreiteten Subventionen für fossile Kraftstoffe durch die G20-Staaten stehen in der Kritik.

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Seit 1990 sind die Emissionen im Verkehrssektor weltweit um rund 80 % gestiegen. Für eine Trendwende braucht es eine internationale Kraftanstrengung.
Foto: panthermedia.net/monticello

Damit die Ziele des Pariser Klimaabkommens noch eingehalten werden können, benötige der Klimaschutz im Verkehr die besondere Aufmerksamkeit der G20-Staaten. Darauf verweist der Thinktank Agora Verkehrswende auf Basis eines gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH herausgegebenen Berichts zur Lage der internationalen Verkehrswende. Die Treibhausgasemissionen des Verkehrssektors drohten weltweit trotz technologischer Fortschritte und bereits geplanter politischer Maßnahmen bis Mitte dieses Jahrhunderts deutlich anzusteigen, anstatt auf null zu sinken, so Agora weiter.

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Internationale Zusammenarbeit zur Verringerung der Emissionen im Verkehrssektor gefordert

Der Bericht wurde am heutigen Mittwoch (19. Juli 2023) bei einem G20-Arbeitstreffen in Panaji, der Hauptstadt des indischen Bundesstaats Goa, vorgestellt. Die „Gruppe der 20“, ein Forum großer Industrie- und Schwellenländer, ist für gut zwei Drittel der globalen Verkehrsemissionen verantwortlich. Um den Verkehrssektor auf einen zukunftsgerechten Kurs zu bringen und die internationale Zusammenarbeit dafür zu stärken, sei jetzt die Führungsrolle der G20 gefragt.

„Die Reduzierung der weltweiten Treibhausgasemissionen im Verkehr ist eine der größten Herausforderungen auf dem Weg zur Klimaneutralität“, sagt Christian Hochfeld, Direktor von Agora Verkehrswende. „In keinem anderen Sektor sind die Emissionen seit 1990 so gestiegen wie im Verkehr, weltweit um rund 80 %.“ Das liegt laut Hochfeld daran, dass das Wachstum von Wirtschaft und Bevölkerung in vielen Ländern noch nicht von der Nachfrage nach fossilen Energieträgern entkoppelt werden konnte. „Für eine Trendwende braucht es eine internationale Kraftanstrengung. Das kann gelingen, wenn die G20-Staaten vorangehen und andere Länder unterstützen.“

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Besondere Herausforderungen in aufstrebenden Volkswirtschaften

Der Bericht bietet einen Einblick in die klima- und verkehrsrelevanten Kennzahlen der G20-Staaten, fasst die bisherige Entwicklung zusammen und zeigt die Perspektiven und Handlungsoptionen auf. Einen Schwerpunkt legt der Bericht auf Indonesien, Indien und Brasilien, da diese drei Länder von 2022 bis 2024 nacheinander die G20-Präsidentschaft innehaben. 2025 wird mit Südafrika ein weiteres wichtiges Schwellenland die G20-Präsidentschaft übernehmen.

Urda Eichhorst, Projektdirektorin bei GIZ: „Mit Indonesien, Indien, Brasilien und Südafrika rücken die dynamischen Entwicklungen in den aufstrebenden Volkswirtschaften der Erde in den Fokus der G20.“ Die Pro-Kopf-Verkehrsemissionen seien hier zwar noch immer niedriger im Vergleich zu Ländern wie den USA, Australien oder Saudi-Arabien, aber sie nähmen schnell zu. „In Indien und Indonesien haben sich die Gesamtverkehrsemissionen seit 1990 mehr als verdreifacht. Mit unserem Bericht möchten wir einen Beitrag dazu leisten, den Klimaschutz im Verkehr stärker in der internationalen Zusammenarbeit zu verankern.“

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Verkehr: Kritik an der Subventionierung von fossilen Kraftstoffen durch die G20-Staaten

Insbesondere vor dem Hintergrund wachsender Bevölkerungen und zunehmender Motorisierung wird die Umstellung auf elektrische Antriebe laut Studie allein nicht ausreichen, um die Emissionen im Verkehr nachhaltig auf null zu senken. Kontraproduktiv seien die weit verbreiteten Subventionen für fossile Kraftstoffe. Alle G20-Staaten zusammen finanzieren den Verbrauch von Erdölprodukten im Verkehr mit umgerechnet über 100 Mrd. $ pro Jahr. Wenn diese Subventionen schrittweise abgeschafft würden, könne das der globalen Verkehrswende einen enormen Schub geben.

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