Aus den Unternehmen 11. Jul 2022 Von Simone Fasse

Arbeitsschutz: Wie der Schuhmacherbetrieb Haix zum Global Player für Sicherheitsschuhe wurde

Im niederbayrischen Mainburg entwickelt Haix Sicherheitsschuhe für den Weltmarkt. Die werden im eigenen Labor auf Langlebigkeit geprüft.

Produktion: Haix fertigt Sicherheitsschuhe in Deutschland und Kroatien (im Bild). Gefordert sind Durchtrittschutz, Rutschfestigkeit, Hitzereduktion und Leichtigkeit.
Foto: HAIX Group

Probleme durch Innovationen lösen, Ewald Haimerl ist dafür ein sehr gutes Beispiel. Der Schuhmachermeister und stellvertretende Feuerwehrkommandant seines Heimatortes Mainburg wollte zu den teils gefährlichen Einsätzen nicht mehr mit schlecht sitzenden Stiefeln ausrücken. Er machte sich daran, eigene Feuerwehrstiefel aus Leder zu entwickeln – das war 1992.

Seitdem hat sich viel verändert am Hauptsitz des Familienunternehmens Haix, das 1948 von Ewald Haimerls Vater Xaver gegründet wurde. 350 Beschäftigte entwickeln, produzieren, testen und verkaufen hier inzwischen Sicherheitsschuhe für Militär, Feuerwehr Polizei und Rettungskräfte. In der zweiten und weitaus größeren Fabrik in Kroatien produzieren insgesamt 1500 Mitarbeitende das robuste Schuhwerk.

In der Branche gilt Haix als Premiumanbieter. Die Fangemeinde ist groß, allein auf der Social-Media-Plattform Instagram gibt es mehr als 88 000 Follower. So viel Aufmerksamkeit für Nischenprodukte? „Jeder Schuh steckt voller Hightech“, erklärt David Schwarzhuber. Er ist „Footwear Developer“ in der Entwicklungsabteilung bei Haix. Der gelernte Orthopädieschuhmacher steht stellvertretend für den Qualitätsanspruch des Unternehmens. „Alle Haix-Modelle sind zertifiziert und müssen die vorgegebenen Normen erfüllen. Wir versuchen aber immer, bei jeder Neuerung weit über das Minimum hinauszugehen.“

Valentin Aigner, Mitarbeiter im Labor bei Haix, testet die Schutzkappe eines Sicherheitsschuhs im Labor des Unternehmens.
Foto: Hanno Meier/HAIX Group

Sicherheitsstiefel für die Feuerwehr wurden bereits mehrfach mit neuen Extras ausgerüstet

Allein die Feuerwehrstiefel wurden über die Jahrzehnte hinweg mit immer neuen Extras ausgerüstet. Im Notfall kann jedes Detail hilfreich sein. Ein leichteres Anziehen der Schutzstiefel soll etwa ein neues Verschlusssystem ermöglichen. Es erlaubt eine Fixierung des Senkels mit einer Hand, wenn die individuelle Passform zuvor eingestellt wurde. Der Rundumschutz ist bei der Ausrüstung für die Feuerwehr elementar: Zehenschutzkappen bestehen aus faserverstärktem Kunststoff, die Sohlen mit Durchtrittschutz sind aus Spezialgummi. Auch Blut soll den Schuh im Einsatz nicht durchdringen.

Lesen Sie auch: Kleine Antriebe zeigen große Wirkung

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