Industrie 4.0 12. Okt 2022 Von Manfred Schulze

Manufacturing-X: Es geht um die Hoheit über den industriellen Datenraum

Der nächste Schritt für Industrie 4.0 steht bevor. Mitte September kamen die Startsignale für den industriellen Datenraum Manufacturing-X – und nun soll alles ganz schnell gehen.

Daten entlang von Liefer- und Wertschöpfungsketten unternehmensübergreifend teilen, damit das ganze Netzwerk davon profitieren kann, ist das Ziel von Manufacturing-X.
Foto: PantherMedia / Gorodenkoff

Was es bedeutet, die Hoheit über wichtige Daten zu verlieren, das erlebt beispielsweise das Hotelgewerbe. Hier haben sich Portale den zentralen Zugang zu den Kunden gesichert. Sie kennen deren Bedürfnisse und kontrollieren die Preise. Der Industrie soll das nicht passieren. Unter der Marke „Manufacturing-X“ soll deshalb jetzt ein dezentral organisiertes Plattformprojekt für die gesamte Industrie entstehen. Mit dem digitalen und branchenübergreifenden Datenökosystem sollen gleichzeitig die wachsenden Probleme in Lieferketten und steigende Anforderungen an die Produktion gemeistert werden. Mitte September wurden dazu wichtige Weichen gestellt. Als Treiber gelten die beiden Branchenverbände VDMA (Maschinenbau) und ZVEI (Elektroindustrie).

Lesetipp: Soziotechnische Risiken bei der Einführung von Industrie 4.0 rechtzeitig erkennen

Eigentlich sind sich Politik, die Industrieverbände und zahlreiche Unternehmen vom Dax-Konzern bis zum kleinen Hidden-Champion längst einig: Ein dezentraler Datenraum mit exakt definierten Zugriffsrechten und -möglichkeiten, der allen Unternehmen offen steht, könnte der Wirtschaft im globalen Wettbewerb einen enormen Schub ermöglichen. „Eine digitale und souveräne Industrie braucht eine einfach verfügbare und durchgängige Datenvernetzung und die Bereitschaft zum multilateralen Teilen von Daten“, heißt es in dem Positionspapier, das von der Plattform Industrie 4.0 dazu veröffentlicht wurde.

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