Messer 29. Okt 2020 Von Peter Kellerhoff

Taschenmesser-Weltreise

Viele Ländern entwickelten teils schon vor langer Zeit Taschenmesser, die ikonisch oder archetypisch sind und für immer mit diesen Ländern verbunden bleiben.

Das Robuste


Foto: P. Kellerhoff / Grafik: PantherMedia/Khaladok

Das Buck 110 Folding Hunter aus den USA kam 1964 auf den Markt – und entwickelte sich vom Start weg zu einem Bestseller, dessen Design weltweit kopiert wurde. Das Messer hat handfeste Vorteile: Es ist robust, äußerst stabil und extrem scharf. All das, was man von einem Messer mit einzelner Klinge erwartet, wird hier geliefert. Die Klinge mit Hohlschliff ist 9,5 cm lang (Gesamtlänge: 22,1 cm). Sie ist aus 420HC-Stahl, der bei Buck einer besonderen Hitzebehandlung unterzogen wird. Das macht es gleichzeitig widerstandsfähiger und leicht schleifbar. Verriegelt wird das Buck mit einem Backlock (Rückenverriegelung), das zu den stabilsten und sichersten bei Taschenmessern gehört. Preis: rund 75 €.

Der Schwertersatz


Foto: Boker / Grafik: PantherMedia/Khaladok

Das Ende der traditionellen Samurai war gleichzeitig die Geburtsstunde des Higonokami, denn die japanischen Schwertschmiede mussten sich nach neuen Märkten umschauen. Seit 1896 wird dieses sehr einfach gehaltene Modell von einer Vielzahl von Herstellern in verschiedenen Größen geschmiedet. Das Griffstück besteht meist aus gefaltetem Blech oder Messing. Selbst bei günstigen Higonokami wird in der Regel mehrlagiger, unlegierter Kohlenstoffstahl verwendet, der eine hohe Härte aufweist und sehr scharf geschliffen werden kann. Der Preis: ab 25 €.

Das Unverwüstliche


Foto: Otter / Grafik: PantherMedia/Khaladok

Solingen gilt seit jeher als Messerschmiedeort schlechthin. Seit 1867 wird dort das nahezu unverwüstliche Mercator hergestellt, zunächst von Heinrich Kaufmann & Söhne und ab 1995 von Otter. Die Konstruktion ist minimalistisch mit einem stabilen Metallgriff, in den die Klinge von Hand vernietet wird. Die Klinge misst 9 cm, die Gesamtlänge beträgt 20 cm. Großer Beliebtheit erfreute sich das Mercator bei Angehörigen der deutschen Heere, so dass die GIs im Zweiten Weltkrieg fälschlicherweise glaubten, es gehöre zur Wehrmachtsausrüstung. Sie nahmen es als „Beutegut“ mit zurück in die USA, wo es ebenfalls seinen Siegeszug antrat. Der Preis: ab 35 €.

Der Urvater


Foto: Muela / Grafik: PantherMedia/Khaladok

Das Navaja hat in Spanien eine jahrhundertelange Tradition. Als Navaja wird im Spanischen die Schwertmuschel bezeichnet – die Form des Griffs ähnelt eben dieser Muschel. Das Messer weist eine gerade oder leicht gebogene, einschneidige Klinge auf. Sie ist meist glatt, ohne Mittelgrat oder Hohlschliff. Am Klingenrücken finden sich oft Zierschliffe. Je nach Herstellungsort variieren Klingenform, Verzierungen, Gestaltung und Länge. Französische Händler brachten Anfang des 19. Jahrhunderts Navajas aus Spanien mit. In Frankreich wurde es weiterentwickelt zu einem ebenso ikonischen Messertyp – dem Laguiole. Der Preis: ab 30 €.

Der Landarbeiter


Foto: Opinel. Grafik: PantherMedia/Khaladok

Joseph Opinel konstruierte das Klappmesser 1890 in der Werkstatt seines Vaters. Das Ziel: ein einfaches, robustes und günstiges Messer für die Landarbeit. Mithilfe einer kleinen Kreissäge sägte er einen Schlitz in den hölzernen Griff, in dem die Klinge im geschlossenen Zustand Aufnahme findet. Nur sechs Jahre später wurden täglich 60 Messer hergestellt, die zunächst durch reisende Händler vertrieben wurden. Bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs wurden bereits 20 Mio. Exemplare verkauft. 1955 kam der sogenannte Virobloc dazu, eine Art Sicherungsring für das Messer, der ein versehentliches Ein- oder Ausklappen verhindert. Opinels gibt es in verschiedenen Größen, mit carbon- oder rostträgem Stahl. Der Preis: ab 10 €.

Der Tausendsassa


Foto: Victorinox / Grafik: PantherMedia/Khaladok

Das Schweizer Messer ist nicht nur weltweit bekannt und beliebt, sondern auch fast schon der Inbegriff eines Taschenmessers. Das Messer gibt es in verschiedenen Größen und mit einer Vielzahl an Modellen und Werkzeugen, so dass jeder die für ihn passende Version finden kann. 6 Mio. Taschenmesser werden jährlich im Schweizer Ibach produziert, über 100 Ausführungen gibt es. 1978 waren die Victorinox sogar im All, denn sie gehörten zur Mannschaftsausrüstung des Space Shuttle. Die beliebtesten Vics sind solche mit 91 mm Länge, in denen bis zu 83 Funktionen integriert werden können – vom Messer, Schraubendreher über Zangen bis zum Bitsatz. Der Preis: ab 23 €.

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